Schweighofen RHEINPFALZ Plus Artikel Paradies zwischen Bachlauf und Froschteich

Rund 2400 Quadratmeter ist der Garten von Elfriede Albert-Ernst und Hansgeorg Ernst groß.
Rund 2400 Quadratmeter ist der Garten von Elfriede Albert-Ernst und Hansgeorg Ernst groß.

Schon im Hof begrüßen viele Pflanzen jeden Besucher der Familie Ernst in Schweighofen. Zitruspflanzen, kleine Palmen und ein Ölbaum lassen einen mediterranen Eindruck entstehen. Überall sind Vogelhäuser angebracht und das Plätschern eines Brunnen lädt zum Verweilen ein. Doch das ist erst der Beginn des großen Grundstücks.

Wer aus dem Hof der Familie Ernst tritt, kommt in den langgezogenen Garten. Hier führt ein kleiner Bachlauf am Weg entlang und begleitet den Besucher bis zu dem Froschteich am Ende. Der Bach und der Teich bilden einen Kreislauf, sodass das Wasser immer wieder zum Eingang des Gartens gepumpt wird. Es gibt noch einen zweiten, kleineren Teich weiter vorne im Garten: der Fischteich. Dort hat Hansgeorg Ernst ein paar Goldfische eingesetzt, um die er sich kümmert. Den Teich unten überlässt er mehr oder weniger sich selbst, nur gegen die Stechmücken unternahm er etwas. Dazu setzte er ein paar Fische ein, bevorzugt Moderlieschen und Rotfedern, denn diese fressen die Mückenlarven. „Das ist sozusagen biologische Kriegsführung“, erklärt der ehemalige Chemiker. Eine wichtige Voraussetzung mussten die Fische aber erfüllen: In diesem Teich wohnen viele Frösche, deshalb war es ihm sehr wichtig, dass sie sich von Amphibien und deren Nachwuchs fernhalten.

Das Grundstück in Schweighofen mit etwa 2400 Quadratmetern haben Hansgeorg Ernst und seine Frau Elfriede Albert-Ernst vor ungefähr neun Jahren gekauft. Vorher wohnten sie in einem Reihenhaus in Speyer, weil Elfriede Albert-Ernst dort arbeitete und Hansgeorg Ernst schnell nach Ludwigshafen zur BASF kam, wo er als Chemiker tätig war. Als beide in den Ruhestand gingen, beschlossen sie, in die Südpfalz zu ziehen. Sie waren begeistert, ein Haus mit einem großen Garten gefunden zu haben. Aber auch sonst gefällt es ihnen in der Nähe der französischen Grenze sehr gut. Die Nachbarschaft sei hier wesentlich angenehmer und die Ruhe genießen sie in ihrem Garten.

Die Pflanzenwelt wurde umgestaltet

Beide waren sich sofort einig, alles möglichst ökologisch zu gestalten. Die Architektur im Hof gefiel ihnen gut, lediglich die Pflanzenwelt wollten sie umgestalten. „Der Vorbesitzer hatte viele Topfpflanzen und im Garten viele kleine Hecken. Das haben wir alles umgestaltet. Nur der Bachlauf und der große Teich sind geblieben“, erzählt Hansgeorg Ernst. „Da war vorher nur Wildnis“, bestätigt auch Elfriede Alber-Ernst.

Etwa drei Jahre hat die Umgestaltung gedauert. Einiges hat ein Landschaftsgärtner aus Landau gemacht, der bis heute noch die große Hecke am Rand des Grundstücks schneidet. Vieles hat Familie Ernst aber auch selbst angelegt. Vor allem die unzähligen Kräuter wie Salbei, Rosmarin und Thymian sind durch ihre Hand gewachsen.

Zwei Stunden Gartenarbeit pro Tag

Bei den Nutzpflanzen haben sie sich auf Einfaches beschränkt. Da der Garten sie zu Hochzeiten etwa zwei Stunden am Tag für die Pflege kostet, wollen sie nicht noch mehr Zeit in die Zucht von Tomaten, Zucchini oder ähnlichem stecken. Trotzdem pflanzen sie vieles, was sie aus ihrem Garten verwenden können. Natürlich viele Kräuter, aber auch ein paar Feigenbäume, Weintrauben im Hof und weiteres können sie in der Küche nutzen.

Bei der Gestaltung des Gartens war den beiden wichtig, einen Kompromiss zwischen Naturnähe und eigener Benutzung zu finden. Gerne wollten sie einen Rückzugsort für Tiere schaffen, aber trotzdem selbst noch etwas von ihrem Grundstück haben. Und das ist ihnen auch gelungen. Viele Hummeln, aber auch Gelbrandkäfer, Libellen und Frösche finden hier ein schönes Zuhause. Diese Vielfalt kann das Paar besonders gut in seinem Strandkorb genießen, der auf der neu angelegten Terrasse am großen Froschteich steht, während ihre beiden Dalmatiner um sie herum toben.

Das Paar will möglichst ökologisch leben

Die beiden Eheleute hatten schon immer großes Interesse daran, möglichst ökologisch zu leben. Elfriede Albert-Ernst erzählt, dass sie schon als Kind einen besonderen Bezug zur Natur hatte. Hansgeorg Ernst lernte besonders durch seinen Beruf als Chemiker, alles um ihn herum zu beobachten: „Wenn man genau hinsieht, dann findet man viele Möglichkeiten, die man ohne viel Aufwand nutzen kann.“

So sammelt die Familie zum Beispiel das Regenwasser von ihren Dächern und nutzt es vor allem für die Pflege des Gartens, sodass sie einen geringen Wasserverbrauch haben. „Da muss man dann eben ein bisschen mit der Gießkanne herumlaufen, aber so bleibt man dabei auch fit.“

Im Herbst machen sie alles winterfest

Aber nicht nur ihr Garten ist ökologisch, sie versuchen auch möglichst ökologisch zu leben. Durch die Photovoltaikanlage auf ihrem Dach können sie 80 bis 90 Prozent ihres Stroms selbst erzeugen. Ein Wasserspeicher hinter ihrem Kamin unterstützt die Pelletheizung beim Erhitzen des Wassers.

Im Herbst machen sie alles winterfest. Die Hecken werden zurückgeschnitten. Alle beweglichen Pflanzen werden in den Wintergarten gebracht. Das betrifft vor allem die Zitruspflanzen im Hof. Den Ölbaum und die Palmen wickelt Hansgeorg Ernst ein bisschen ein, damit sie den Frost gut überstehen. Der Froschteich muss nicht auf den Winter vorbereitet werden. Durch seine zwei Meter Tiefe friert er Teich nicht zu und braucht keine weitere Pflege. Der etwas kleinere Fischteich hingegen wird durch Styropor und eine Luftpumpe eisfrei gehalten, um den Luftaustausch zu gewährleisten und die Bildung von Faulgasen zu verhindern.

Der Grundwasserspiegel ist deutlich gesunken

Hansgeorg Ernst macht sich Sorgen um die Natur. Vor allem dieses Jahr sind ihm besonders viele Veränderungen aufgefallen. Unter anderem befindet sich auf dem Grundstück ein kleiner Brunnen, den die Familie nicht nutzte. Darin stand früher immer über rund 50 Zentimeter Wasser. Seit letztem Jahr ist der Brunnen komplett ausgetrocknet, er füllt sich auch nicht mehr. Für Hansgeorg Ernst ein deutliches Zeichen für das Sinken des Grundwasserspiegels. Aber das ist nicht alles, was ihm auffällt. „Dieses Jahr habe ich nur eine einzige Libelle gesehen. Und auch nur einen Kugelkäfer.“ Sonst waren es immer viel mehr. Besonders diese Beobachtungen bestärken Hansgeorg Ernst und Elfriede Albert-Ernst weiter, ihre Bemühungen für die Natur weiterzuführen.

Den Teich überlässt Familie Ernts weitgehend sich selbst.
Den Teich überlässt Familie Ernts weitgehend sich selbst.
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