Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Offenbach: Pfarrerin Barbara Schieder wird am Sonntag in den Ruhestand verabschiedet

Bärbel Schieder freut sich darauf, künftig mehr Zeit für ihre beiden Enkel zu haben. Foto: Iversen
Bärbel Schieder freut sich darauf, künftig mehr Zeit für ihre beiden Enkel zu haben.

Seit 2004 und damit fast 15 Jahre lang war Barbara Schieder Pfarrerin in Offenbach und Ottersheim. Ungezählte Menschen hat sie in allen Lebensphasen begleitet, viele Gottesdienste gestaltet und notwendige Verwaltungsarbeiten erledigt. Am Sonntag wird sie um 14 Uhr in einem Festgottesdienst von Dekan Volker Janke in den Ruhestand verabschiedet.

Bärbel Schieder, wie Barbara Schieder gerne genannt wird, wird dabei zwar von ihren dienstlichen Verpflichtungen entbunden, ist aber – wie sie im Gespräch mit der RHEINPFALZ bekundet – auch künftig bereit, sich für Vertretungsdienste im Kirchenbezirk Landau zu engagieren. Bärbel Schieder, die künftig ihren Wohnsitz in Landau haben wird, gilt in Kollegenkreisen als eine Pfarrerin, die sich das Staunen über die Spuren Gottes in der Welt über viele Jahre im Pfarramt bewahrt hat.

Sie wurde 1953 in Wuppertal als ältestes von drei Mädchen geboren. Aufgewachsen ist sie im Bergischen Land. Der Vater starb früh. Nach dem Abitur studierte sie evangelische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, Göttingen und München. Ihr erstes theologisches Staatsexamen legte sie 1978 ab, heiratete den Theologen und Professor für Praktische Theologie und Religionspädagogik Rolf Schieder. Für Bärbel Schieder Anlass in die Bayerische Landeskirche zu wechseln. Ihr Vikariat absolvierte sie in Wolfratshausen. Nach dem zweiten Examen war sie Inhaberin mehrerer Pfarrstellen rund um München.

1997 kommt sie in die Pfalz

1986 wurden ihre Zwillinge geboren. Fortan war sie Studierendenpfarrerin an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau. Als ihr Ehemann 1994 Professor für Religionspädagogik und Religionsdidaktik an der Uni Koblenz-Landau wurde, führte auch für Bärbel Schieder 1997 der Weg in die Pfalz. Zunächst hatte sie eine halbe Pfarrstelle in Walsheim, ehe sie 2004 die Kirchengemeinde Offenbach und Ottersheim übernahm.

Der unmittelbare Kontakt mit den Menschen habe ihr immer die größte Freude bereitet, verrät die Theologin, die im November 66 Jahre alt wird. Jährlich etwa 25 Taufen, bis zu sechs Hochzeiten und rund 20 Sterbefälle habe sie in Offenbach gehabt. Die Menschen beider Gemeinden seien ihr in den 15 Jahren ans Herz gewachsen. Lob findet sie für die Zusammenarbeit mit dem Presbyterium und der politischen Gemeinde. Sie spricht ihre regelmäßigen Besuche in der protestantischen Kita an, die im Laufe der Jahre auf fünf Gruppen erweitert wurde. Ein Ereignis, das ihr nachhaltig in Erinnerung bleiben wird, war das 250-jährige Bestehen der protestantischen Kirche Offenbach im Jahr 2015.

Während der Sanierung, bei der die protestantische Kirche sieben Jahre geschlossen war, durften die Offenbacher Protestanten für ihre Gottesdienste in der katholischen St. Josef Kirche Gastrecht genießen. So war Ökumene in Offenbach schon früh Alltag.

Wie ihrem Essinger Kollegen Richard Hackländer lag ihr die Zusammenarbeit in der Kooperationszone der Storchengemeinden besonders am Herzen. Heute müsse man über den eigenen Kirchturm hinausschauen und die Teamarbeit suchen. Ziel der Kooperation sei eine Bündelung der Kräfte, eine Vernetzung vor allem auch bei den Angeboten, die nur vereint erfolgreich umgesetzt werden könnten. Es nutze nichts, über Veränderungen in der Kirche und der Gesellschaft zu lamentieren.

Pfarrer Klaus Flint aus der Kirchengemeinde Impflingen-Insheim wird in der Zeit der Vakanz für die Verwaltungsarbeit zuständig sein. Pfarrerin Martina Sennhenn-Beckmann wird die Gottesdienste übernehmen.

Info

Zur Verabschiedung der Pfarrerin gibt es am Sonntag um 10 Uhr mit dem Gesangverein Liederkranz und dem Chorensemble Intakt in der Kirche eine Matinee. Um 14 beginnt der Festgottesdienst, bei dem der Singekreis und Unisono singen.

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