Kreis Südliche Weinstraße „Nur aktuelle Situation ist kritisch“
Der Verbandsgemeinderat Hauenstein hat sich am Dienstag einstimmig für den Erhalt des Grundschulstandorts Wilgartswiesen ausgesprochen. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, einen Antrag an die Schulbehörde zu stellen, den Erhalt der Grundschule zu prüfen.
Die Grundschule der Queichtalgemeinde, die von Kindern aus Wilgartswiesen und Spirkelbach besucht wird und in der Trägerschaft der Verbandsgemeinde steht, ist eine jener 41 Schulen, die nach den „Leitlinien für ein wohnortnahes Schulangebot“ aus dem Mainzer Bildungsministerium auf den Prüfstand müssen, weil sie lediglich über zwei kombinierte Klassen verfügen. Damit erreichen sie nicht die Mindestgröße, die für jede Jahrgangsstufe mindestens eine Klasse vorschreibt. Die Leitlinien sehen nun vor, dass die betroffenen Schulen und die Schulträger bis Ende September ein Konzept zum Grundschulangebot erstellen können, das dem Schulgesetz entspricht. Die Schulaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion werde das Verfahren begleiten und das Konzept auf seine Tragfähigkeit überprüfen. Sie könne unter Umständen eine Ausnahme von der Mindestgröße zulassen. Für jede Schule gebe es dabei eine Einzelfallentscheidung. Dieser Weg soll eingeschlagen werden, nachdem der Rat bereits in seiner Sitzung vor Monatsfrist einen Grundsatzbeschluss zum Erhalt der Schule getroffen hat. Erste Schritte wurden bereits gemacht: So haben 42 Sorgeberechtigte bei einer gemeinsamem Elternversammlung von Kita und Grundschule mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der Grundschule votiert. In dem nun zu stellenden Antrag wird man laut Verbandsbürgermeister Werner Kölsch darstellen können, dass die Schülerzahlprognose für die Wilgartswieser Schule in den nächsten sechs Jahren auf der Grundlage der Zahlen des Statistischen Landesamtes mindestens drei Klassen (eine Kombiklasse und zwei Jahrgangsklassen) ausweise und damit nur „der Beobachtung unterliegt“, wie die Leitlinien ausführen. Ortschef Jürgen Brödel (Bürger für Wilgartswiesen) betonte, dass „ab 2018 konstant 14 Kinder eingeschult werden können und nur die aktuelle Situation kritisch ist“. Dem Rat wurden auch besondere Gründe zum Erhalt der Grundschule vorgetragen. So verweist man auf den Betrieb der betreuenden Grundschule in Wilgartswiesen, der vom Umfang her einer Ganztagsschule ähnelt, und auf die installierte Ferienbetreuung. Dass Grundschule und Kita unter einem Dach arbeiten und kooperieren, biete weitere – auch organisatorische – Vorteile. Weiter wird die „hohe pädagogische Qualität“ der Schule genannt, die sich in „sehr guten Ergebnissen“ bei Bewertungen niederschlage sowie in einer hohen Übertrittsquote an Gymnasien. Durch das Prinzip „Die Großen helfen den Kleinen, die Kleinen lernen von den Großen“ werde besondere soziale Kompetenz der Schüler erreicht. Um den besonderen Willen zur Sicherung des Schulstandortes zu unterstreichen, hat der Ortsgemeinderat laut Brödel 10.000 Euro bereitgestellt, um in einer Bestandsaufnahme zu eruieren, welche Sanierungsarbeiten notwendig sind. Der Auftrag dazu sei bereits vergeben.