Kreis Südliche Weinstraße Nummer kleiner

Es gibt allerdings eine Neuerung, und zwar die, dass die derzeitige Verrohrung weiter genutzt werden kann. Zudem sollen sich die Kosten von bisher geschätzten 3,8 Millionen Euro um zirka 700.000 Euro verringern. „Die planerischen Grundlagen sind da“, fassten Projektleiter und Bauingenieur Dirk Jelinek von der Firma ipr consult aus Neustadt und Geschäftsführer Jürgen Pappon den Stand der Dinge zusammen, den sie und Landschaftsarchitektin Ute Züge, Geschäftsführerin der Firma L.A.U.B. aus Kaiserslautern, dem Stadtrat vorstellten. Wie die RHEINPFALZ mehrfach berichtete, wird der Erlenbach auf einer Länge von rund 800 Metern vom Schwanenweiher bis zur Therme offengelegt, die Tiefe des Baches gibt das Planungsbüro mit 60 Zentimetern bis einem Meter an. Erlebnisräume, unter anderem ein Spielplatz mit Matschbereich, sollen entstehen. Neu ist, dass die bestehende Verrohrung genutzt werden kann, um das Oberflächenwasser aus der Kurtalstraße abzuleiten. „Die 730 Meter lange Leitung ist der Schlüssel dazu, dass das Gewässser nicht tiefer gelegt werden muss und dass damit Kosten gespart werden können“, erklärte Jelinek. Die Einsparung allein durch das höhere Bachbett bezifferte er mit rund 450.000 Euro. In das bestehende Rohr mit einem Durchmesser von einem Meter werde ein Rohr mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern eingezogen, der Hohlraum werde verfüllt. „Ich bin von der Planung angetan, aber die Grundlage, die Offenlegung zu beschließen, war die kaputte Verrohrung“, kritisierte Heike Grill (FDP). „Das eingezogene Rohr kann nur 35 Prozent des Wassers aufnehmen“, erklärte Erster Beigeordneter Martin Wichmann (CDU), der in Vertretung des verhinderten Stadtbürgermeisters Fred-Holger Ludwig die Sitzung leitete. 1,8 Millionen Euro sollte ursprünglich die komplette Sanierung des Kanals kosten. Eine Investition, für die es keine Zuschüsse gegeben hätte. „In diesem Fall hätte es sich um einen kompletten Rückbau gehandelt“, erklärte Jelinek die Höhe der Kosten im Vergleich zur jetzt geplanten Einziehung eines neuen Rohrs mit Kosten von rund 200.000 Euro. „Die FWG hat ein Problem mit der Offenlegung, wir befürchten ein Rinnsal im Sommer, dafür ist die Maßnahme zu teuer und ein Bachbett, in dem kein Wasser fließt, ist kein Blickfang. Zudem werden die Folgekosten wie Pflege des Gewässers nicht gerechnet“, so der FWG-Fraktionsvorsitzende Hermann Augspurger, der die Pflege der öffentlichen Gewässer derzeit als mangelhaft bezeichnete. Natürlich bedürfe es der Unterhaltung und es werde auch trockene Phasen geben, die halte er aber für die Ausnahme, erklärte Jelinek. „Es ist eine ganz tolle Sache für Bad Bergzabern, auch wenn mal weniger Wasser fließt“, fand Gerhard Rodrian (Bündnis 90/Die Grünen). „Nicht so rosarot“, sah es Sven Böttinger (FWG). Er werde auch in der fortgeschrittenen Planung kritisch bleiben. Eine „deutliche Attraktivitätssteigerung“ sah der Fraktionsvorsitzende der CDU Sebastian Kirchner in der Maßnahme. Mit 13 Ja und vier Neinstimmen von FWG und FDP wurden die Pläne verabschiedet. Baubeginn soll im Herbst sein. Die Bauzeit gab das Planungsbüro mit einem Jahr an, ursprünglich wurde mit drei Jahren gerechnet.