Kreis Südliche Weinstraße „Notfalls gehen wir auf die Straße“

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Bad Bergzabern

. Die meisten Teilnehmer der Telefonaktion wohnen in der Kurstadt. „Unanständig“ findet Winfried Lemmrich die Feststellung des Innenministeriums, dass sich das Museum nicht rechne. „Es ist unser kulturelles Erbe, dafür muss Geld da sein“, sagt er. „Es ist ungehörig und nicht in Ordnung, sonst ist für alles Geld da“, findet Heide Kriegel. „Wirtschaftlichkeit zu verlangen ist weltfremd, ich bin entsetzt von der Schließung, zudem verliert die Stadt an Attraktivität“, meint der Vorsitzende des historischen Vereins in Bad Bergzabern, Andreas Imhoff. Museen seien überall Zuschussbetriebe und hier im Grenzgebiet gebe es eine sehr bewegte Geschichte, die keinesfalls verloren gehen sollte, sagt Brunhilde Burry. „Absurd“, findet Gästeführerin Renate Becker die Schließung und fragt sich: „Ist Bad Bergzabern so bedeutungslos, dass seine Geschichte vergessen werden kann? Brauchen dann andere Städte ein Museum?“ Sie werde für den Erhalt kämpfen, kündigt sie an. Stellung bezogen haben auch die beiden auf geringfügiger Basis Beschäftigten Mitarbeiter des Museums, Anne Naumann und Alfons Burckhardt. „Notfalls leisten wir Widerstand und gehen auf die Straße“, kündigt Burckhardt an. „Es kann nicht sein, dass das Museum in einem der schönsten Renaissancegebäude der Stadt der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich gemacht wird“, empört sich Anne Naumann, die einen „erheblichen Imageschaden für das kulturträchtige Städtchen“ fürchtet. Dass Kultur sehr wichtig ist, das Museum der Stadt in diesem historischen Bauwerk erhalten werden sollte und dass es ein unverzichtbarer und wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft in Bad Bergzabern ist, waren Argumente von: Barbara Kretschmer, Martin Büren, Volker Wittmayer, Gerlinde Hock, Michael Czetzki, Almut Vasel aus Landau, Kerstin Ledtermann, Gabriele und Wolfgang Schubert, Ruth und Gerhard Herzog, Gerda Lorenz, Gerlinde Klein und von Rolf Burg aus Landau. Bei der allgemeinen Zuschusslage für Kultur sei die Frage des Innenministerium unverständlich, meint Klaus Haas, der sich werbewirksame Maßnahmen für eine höhere Besucherfrequenz vorstellen könnte. Nicht schließen, sondern investieren ist der Vorschlag von Stadträtin Heike Grill (FDP). „Banausen brauchen keine Kultur“, findet Annette Kliewer aus Landau. Doris Gacinski lobt die anschauliche Präsentation im Museum und die liebevollen Präsentationen der Sonderausstellungen. „Für die engagierten Ehrenamtlichen wäre es eine Ohrfeige, wenn das Museum schließen müsste“, sagt sie. Der Einsatz, lokale Geschichte vor Ort zu erfahrbar zu machen, lohne sich, meint Annette Arnold. „Ja, selbstverständlich braucht die Kur- und Bäderstadt ein Museum, das ist wichtig für eine Stadt“, schreibt Rolf Moster, auch im Namen seiner Tochter, die Museumsleiterin in Oldenburg ist. Für viele Anrufer war wichtig, dass die Gaststätte im Engel bald wieder öffnet. „Vor Jahren wurde die Gaststätte von einem Ehepaar geführt, die haben sich rührend um alles gekümmert“, erinnert sich Ingeborg Kölber. Viele Leute hätten im Engel gegessen uns seien anschließend ins Museum. Später hätten die Pächter gewechselt, dann sei es schlechter geworden. Kölber schlägt vor, den Innenhof mitzubenutzen. Außerdem schwärmt sie von der Wendeltreppe im Gebäude, die hoch ins Museum, führt: „Die Treppe muss für die Öffentlichkeit zugänglich sein.“ Das Museum in Bad Bergzabern müsse sich im Vergleich mit anderen Museen nicht verstecken, meint Wilhelm Bersuch, der beispielhaft das Terra Sigillata Museum in Rheinzabern nennt. Auch dieses würde sich nicht rechnen, obwohl es toll sei. „Bergzabern hat eine andere Geschichte, aber wir haben hier doch auch was zu bieten“, findet Bersuch. Der Engel und das Stadtmuseum seien eine Attraktion für die Kurgäste, meint Hannelore Puster aus Burrweiler, die regelmäßig die Kurstadt besucht. „Das Museum ist so liebevoll eingerichtet. Es ist absoluter Quatsch zu verlangen, dass sich ein Museum tragen muss“, sagt sie. „Wir brauchen ein Museum in Bad Bergzabern“, betonen Andreas Hartmann und seine Kollegin Stefanie Schreier. Hartmann hat auch eine Idee, wie sich die Besucherzahl erhöhen lasse. „Ich würde das mit den Gästeführungen verbinden. Alle Gästeführungen durch die Stadt enden im Engel“, schlägt Hartmann vor. Das Museum müsse ja nicht immer geöffnet sein, aber ganz ohne Museum könne sie sich ihre Stadt nicht vorstellen, betont Helga Rosemann. Sie schlägt vor, in der Stadt Hinweisschilder aufzustellen. „Im ganzen Kurtal steht kein Schild, das für das Museum wirbt. Vielleicht kann man so noch mehr Gäste ins Museum locken.“ „Der Staat hat Geld für so viel unsinnige Dinge“, ärgert sich Dorothea David, „da ist es eine Frechheit, das Museum schließen zu wollen.“ Jeden Tag sehe sie die Leute, die vor dem Gebäude stünden und sich ärgerten, dass sie nicht hineinkönnten, erzählt Elfriede Rink. „Die sagen dann immer: Schade, dass die Gaststätte zu ist, da würden wir gern hineingehen.“ Ähnliche Beobachtungen hat Wilhelmine Steigner gemacht. Monika Morgenstern-Henkel hat als Lehrerin schon mit vielen Schulklassen den Engel und das Museum besucht. „Das Museum ist unverzichtbarer Bestandteil der Altstadt“, findet sie. Sie wünscht sich vor allem Sonderausstellungen, die entsprechend beworben werden, um viele Leute in die Kurstadt zu locken. Gerade eine Stadt wie Bad Bergzabern, die auf eine so wechselvolle Geschichte zurückblicken kann, habe es verdient ein eigenes Museum zu haben, meint Manfred Hofer aus Gleishorbach. Das sieht auch Gerhard Martin so, der erst kürzlich aus Bayern nach Bad Bergzabern gezogen ist. „Dieses einmalige Gebäude, das sticht doch heraus“, sagt Martin. Er empfiehlt Fotoausstellungen mit jungen Fotografen: „Das könnte auch junge Leute ins Museum locken.“ Von den Ausstellungen im Museum schwärmt Elisabeth Cuntz. Die letzte Ausstellung über Bad Bergzabern im Jahr 1975 hätte durchaus länger dauern dürfen, sagt sie. „Wir haben nicht so viele schöne Gebäude in der Stadt, da müssen wir doch den Engel erhalten, sagt Cuntz. Es gab gestern aber auch andere Meinungen. Um Zuschüsse zu bekommen, sollte man das Museum schließen und Wohnungen bauen, ist die Ansicht von Werner Bauer, die Hedwig Bauer teilt. Mit Wohnungen generiere die Stadt Einnahmen, ist ihre Meinung. |pfn/jpa

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