Edenkoben RHEINPFALZ Plus Artikel Notar tritt neue Stelle an

Daniel Schneider hat zahlreiche Notarvertretungen in der Pfalz übernommen und Aufgaben eigenverantwortlich geleitet.Nun führt er
Daniel Schneider hat zahlreiche Notarvertretungen in der Pfalz übernommen und Aufgaben eigenverantwortlich geleitet.Nun führt er eine Notarstelle in Edenkoben.

Eine Schließung der Notarstelle in Edenkoben stand zwar im Raum. Ihre Zukunft scheint nun aber langfristig gesichert zu sein. Die Arbeit nimmt ein Neustadter auf, der 32 Jahre jung ist. Er steht allerdings vor besonderen Herausforderungen.

Spätestens wenn Menschen ein Testament aufsetzen, ein Unternehmen gründen oder ein Haus kaufen möchten, müssen sie zu einem Notar. In der Südpfalz gibt es neun Personen, die in solchen Fällen aufgesucht werden können: Jeweils drei sind in der Stadt Landau sowie in den beiden Landkreisen Südliche Weinstraße und Germersheim tätig. Eine Anlaufstelle befindet sich in Edenkoben. Besser gesagt, weiterhin. Schließlich stand der Standort zwischenzeitlich zur Debatte, wie Daniel Schneider berichtet.

Der Familienvater muss es wissen. Nicht nur, weil er selbst Notar ist und, weil er bisher Geschäftsführer der Notarkammer Pfalz war, einen Überblick über seine Branche hat. Sondern auch, weil er die Stelle in Edenkoben ab dem 1. Februar fortsetzt. Seine Vorgängerin, Anette Köster, hatte das Amt fast 20 Jahre inne. Ihm sei bewusst, dass er ein schweres Erbe antritt.

Suche nach Mitarbeitern

An der Notarstelle in Edenkoben waren zuletzt keine Mitarbeiter mehr beschäftigt. Zum Start hat sich Schneider daher Verstärkung geholt. Neben einem Sachbearbeiter mit langjähriger Erfahrung im pfälzischen Notariat wird er von zwei weiteren Fachkräften im Büroalltag unterstützt. Und der Jurist ist weiter auf der Suche nach Personal.

Schneider wird nicht nur die Akten seiner Amtsvorgängerin verwahren, sondern sich auch um die Urkunden kümmern, welche noch nicht vollzogen sind. Apropos: Insbesondere auf die Anzahl der Urkunden komme es an, ob die Notarstelle benötigt wird oder nicht. Denn die Anzahl der Notarinnen und Notare ist gesetzlich beschränkt. In der Pfalz haben aktuell 53 dieses Amt inne, die für etwa 1,4 Millionen Menschen zuständig sind. Weil die Stelle in Edenkoben verglichen mit anderen in der Region eher klein sei, habe mit dem anstehenden Ruhestand der Amtsvorgängerin auch eine Einziehung der Notarstelle im Raum gestanden.

Lange Laufbahn bis zur Notarstelle

Daniel Schneider ist in Landau geboren. Er wuchs in Spirkelbach auf, sein Abitur machte er in Annweiler, und zwar als Jahrgangsbester absolviert. Derzeit lebt er mit seiner Frau und seinem Sohn in Neustadt. „Ich kann mir aber auch einen Umzug in meinen neuen Amtsbereich vorstellen“, verrät Schneider. Zu dieser zählen neben den Verbandsgemeinden Edenkoben und Maikammer auch Teile der Verbandsgemeinde Landau-Land und der Stadt Neustadt, insgesamt 30.000 Einwohner. Zum Hintergrund: Jedem Notar ist ein Amtsbereich zugewiesen. Ansonsten gibt es keine festen Zuständigkeiten für Notare. Klienten können frei wählen, solange sie sich in die Amtsräumlichkeiten des Notariats begeben.

Bei Notaren handelt sich um besonders qualifizierte und erfahrene Juristen, deren Urkunden für Rechtssicherheit, Rechtsfrieden und Schutz sorgen sollen. Bei der Auswahl werden strenge Maßstäbe angelegt. Nur die besten Absolventen können auf diesen Posten hoffen. Zuvor müssen sie eine mehrjährige Ausbildung durchlaufen, die nicht nur deren fachliche Qualifikation, sondern auch ihre soziale Kompetenz in schwierigen Verhandlungssituationen sicherstellt, etwa bei Abschluss von Scheidungsvereinbarungen.

Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen

Voraussetzung für die Ernennung zum Notar ist ein mit dem Ersten Staatsexamen abgeschlossenes Jurastudium, das in der Regel fünf bis sechs Jahre dauert, und einem anschließenden zweijährigen Referendariat, das mit dem Zweiten Staatsexamen endet. Danach kann man sich als Notarassessor bewerben. So wird das Ausbildungsverhältnis bezeichnet, dass im Land Rheinland-Pfalz mindestens drei Jahre dauert. Einige haben darüber hinaus einen Doktortitel. Eine Promotion dauert in der Regel zwischen zwei und vier Jahren. Es verwundert nicht, dass manche Notare im mittleren Alter sind. Sie dürfen allerdings höchstens 60 Jahre alt sein, wenn sie erstmals eine Notarstelle antreten. Spätestens mit 70 Jahren scheiden sie aus dem Dienst aus.

Das Durchschnittsalter der neuen Notare im Bezirk der Notarkammer Pfalz liegt im Schnitt bei etwa 35 Jahren. Daniel Schneider ist 32 Jahre alt. Und kam bisher auch gut rum. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter war er bei mehreren internationalen Rechtsanwaltskanzleien tätig, er sammelte zudem Erfahrungen unter anderem in Speyer, Frankfurt, London und New York. Er engagiert sich zudem ehrenamtlich im Rahmen der Juristenausbildung und hält Fachvorträge. Mit Blick auf seine neue Wirkungsstätte in Edenkoben sagt er: „Ich hoffe, dass die Notarstelle künftig wachsen und zu altem Glanz zurückfinden wird.“

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