Kreis Südliche Weinstraße Neues Revier sorgt für Verwunderung

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Waldbauvereins Rauhberg wunderten sich einige Anwesende über die Nachricht, dass der vom Forstamt Hinterweidenthal betreute Privatwald wächst.
Die 144 aktiven Mitglieder des Waldbauvereins Rauhberg kommen aus Wilgartswiesen, Spirkelbach, Hauenstein, Hinterweidenthal, Merzalben und Leimen. Sie bewirtschaften etwa 500 der 1400 Hektar Privatwaldflächen rund um den Rauhberg. Im Verbund erwarten sie bessere Voraussetzungen für Infos und Vermarktung. 26 neue Mitglieder kamen 2016 hinzu, berichtete Vorsitzender Willi Rapp. Er habe inzwischen klären können, dass die in früheren Jahren vom Waldbauverein mit Grundstücksbesitzern abgeschlossenen Pachtverträge für Weideland, die teilweise unterverpachtet worden seien, nur mit Zustimmung des ursprünglichen Verpächters rechtskräftig seien. Groß war das Interesse an den Infos von Jürgen Sauter von der Abteilung Landentwicklung beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westpfalz über die Möglichkeiten zum Flurbereinigungsverfahren durch freiwilligen Landtausch. In Rheinland-Pfalz gebe es viele private Waldbesitzer mit kleinen Flächen, oftmals unerschlossen und deshalb schwer zu bewirtschaften. Durch Zusammenlegung seien Wegebauarbeiten möglich, so Sauter. Das DLR berate und unterstütze die Grundstückseigentümer in dem Verfahren. Voraussetzung sei, dass diese sich vorher geeinigt haben. Die Verfahrenskosten trage das Land. Der Eigentumswechsel könne innerhalb von sechs bis acht Wochen abgewickelt werden. Der Verein stehe finanziell auf stabilen Beinen, berichtete Kassenführer Peter Buchmann. Eigentümer wüssten häufig nicht, wo ihre ererbten Waldstücke liegen. Dazu hätten sie oft die Einträge im Grundbuch nicht aktualisieren lassen. Für den Erlös aus Holz-Einschlägen aus den vom Verein betreuten Flächen, bei denen diese nicht ermittelt werden konnten, sei bis zur Klärung ein Verwahrkonto eingerichtet worden. Auszahlungen werden derzeit aus dem Erlös von Holzeinschlägen für das Interkommunale Gewerbegebiet Wilgartswiesen/Hauenstein und in Spirkelbach/Göckelberg vorbereitet, berichtete Andreas Eichenlaub von der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Pfalz. Die Preise, vor allem für Industrieholz, befinden sich derzeit im Abwärtstrend. Die Kosten seien wegen der Gebührenerhöhung für Dienstleistungen im Privatwald gestiegen, sagte er. Ob Holz aus Privatwald wie bisher mit dem aus Staats- und Gemeindewald vermarktet werden dürfe, hänge vom Ausgang des Kartellverfahrens ab, sagte der Geschäftsführer des Waldbesitzerverbands, Wolfgang Schuh. Eher erstaunt reagierten einige Mitglieder auf die Nachricht von Forstdirektor Michael Grünfelder vom Forstamt Hinterweidenthal, wonach im Hinblick auf die anstehende Kommunal- und Verwaltungsreform an die bisher vom Forstamt Hinterweidenthal betreuten rund 4700 Hektar Privatwald in Zukunft 2000 Hektar Privatwald vom Forstamt Annweiler angedockt werden sollen. Gleichzeitig sei wegen Personalabbau in dem neu gebildeten Revier nur noch ein Privatwaldbetreuer zuständig. Bisher waren es zwei. Als Thema des diesjährigen Tagesseminars des Vereins wurde ein Fällkurs vorgeschlagen. Notwendig ist dafür eine Teilnehmerzahl von acht bis zwölf Personen. Der Kurs koste 120 bis 200 Euro. Nicht beantwortet werden konnte die Frage, warum Privatwaldbesitzer hohe Beiträge an die Berufsgenossenschaft zahlen müssen, auch wenn sie zumeist Unternehmer mit dem Holzeinschlag beauftragen. Das Gesetz aus Bismarcks Zeiten sei schwer zu kippen, hieß es. Zudem könne es ein teurer Spaß werden, wenn wirklich ein Unfall passiere. |brö