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Hani Arouk hat seine „Grüne Oase“ um ein Lebensmittelgeschäft ergänzt.
Hani Arouk hat seine »Grüne Oase« um ein Lebensmittelgeschäft ergänzt.

Die Fußgängerzone von Bad Bergzabern hat in jüngster Zeit eher durch Ladenschließungen von sich reden gemacht. Seit Montag gibt es wieder einen Lebensmittelladen – den einzigen in der Innenstadt. Hinter der Neueröffnung steht auch eine berührende Flüchtlingsgeschichte.

Seit zwei Jahren sorgt Hani Arouk bereits für bunte Farben in der Marktstraße 36 – mit seiner „Grünen Oase“ mitten in der Fußgängerzone von Bad Bergzabern. In dem Gemüse- und Obstladen gibt es eine große Auswahl. Mehrmals in der Woche, im Sommer täglich, fährt Hani Arouk um 5 Uhr morgens zum Großmarkt nach Mannheim, um die Waren einzukaufen. Denn er legt viel Wert auf Frische.

Bis vor einiger Zeit gehörte zum Gemüse- und Obstladen auch eine Saftbar. „Das hat sich nicht gelohnt“, resümiert Hani Arouk. Deswegen hat er die rund 70 Quadratmeter des ehemaligen Saftladens genutzt, um einen Lebensmittelladen einzurichten. Dieser hat am Montag eröffnet; der Obst- und Gemüseladen bleibt, wie er ist. Mit zur Entscheidung beigetragen hat auch die Schließung von Sepp’s Laden Ende Januar. Es war ein kleiner Lebensmittel-Discounter von Edeka. In der „Grünen Oase“ gibt es jetzt nicht nur Obst und Gemüse, sondern alle Dinge des täglichen Bedarfs wie Zucker, Mehl, Reis, Nudeln, Öl, Käse, Butter Milch, Sahne oder Joghurt. Die Tiefkühltruhe enthält auch Fertiges für die schnelle Mahlzeit. Putz- und Hygienemittel und Getränke ergänzen das Angebot. Zu den konventionellen Lebensmitteln bietet Hani Arouk auch Bio-Ware an. „Und Süßes für die Kinder“, ergänzt er.

Heimatstadt durch Krieg und Erdbeben gebeutelt

„Die Idee ist gut. Uns fehlt ein Lebensmittelladen in der Innenstadt“, ist das Lob eines Kunden. Hani Arouk macht nicht viele Worte, er freut sich und bedankt sich für die positive Resonanz. Der 37-jährige verheiratete Vater von drei Kindern ist 2015 aus Syrien geflüchtet, er kam zunächst nach Thüringen und dann nach Bad Bergzabern. Er wohnt auch in der Kurstadt. Sprachkurse und viele Behördengänge folgten, bis er vor zwei Jahren seinen Laden eröffnete. Aleppo ist seine Heimatstadt, die nicht nur vom Krieg, sondern jetzt auch vom Erdbeben schwer getroffen ist. Auch Hani Arouk hat Verwandte und Freunde dort . „Sie haben alle überlebt, viele Häuser sind kaputt, und es gibt viele Tote“, sagt er zur aktuellen Situation. Warum wird den Menschen in seiner Heimat zu wenig geholfen? „Politik“, antwortet der Syrer. In Sicherheit zu leben, nennt er als Grund, warum er mit seiner Familie geflohen ist.

Heute ist er froh über sein Geschäft, von dem er leben kann, wie er sagt. „Gott sei Dank wieder ein Lebensmittelgeschäft in der Stadt, ich bin froh, ich wohne in der Nähe“, sagt Anneliese Helberg. Sie hätte gerne die kleinen Nudeln gehabt, aber die gibt es gerade nicht. Größere tun es auch. Sie werde bestimmt wiederkommen, kündigt sie schon mal an. Hani Arouk freut sich auch, dass bei seinen Kunden orientalische Waren wie frische Datteln, Hummus oder Kichererbsen in Tomatensoße ankommen.

Öffnungszeiten

Die „Grüne Oase“ ist täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet, am Samstag bis 14 Uhr.

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