Dernbach
Neue Pächter im Dernbacher Haus: Bekannte Gastro-Familie übernimmt
Die Püngelers hatten sich schon vor Jahren mit dem Gedanken befasst, das besonders von Wanderern gern aufgesuchte Lokal mit gemütlichem Hüttencharakter einmal übernehmen zu können, gleichsam als Kontrast zu ihrem Spezialitätenrestaurant unten im Tal. Nachdem der vorherige Pächter Frederik Fink Ende Oktober gekündigt hatte, war der Entschluss gereift. Die Gastronomie lag wegen der Corona-Pandemie ohnehin im Winterschlaf, sodass genügend Zeit blieb, sich in Ruhe auf die Situation mit einer weiteren Gaststätte einzustellen.
Also wandten sich Püngelers mit ihren Vorstellungen an den Eigentümer der Immobilie, den örtlichen Sport- und Kulturverein. Ingrid Hörner, dessen Vorsitzende, reagierte hocherfreut. Auch in Dernbachs Bevölkerung stieß die Nachricht auf breite Zustimmung, besonders, weil die Waldgaststätte in den Händen Einheimischer verbleiben sollte. Ist es doch in den 31 Jahren seit der Übernahme der Familie Püngeler durch ihr Können und die gesammelte gastronomische Erfahrung gelungen, ihr Gasthaus Schneider weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt zu machen.
Selbst hergestellte Bratwurst und Schnitzel
Am 15. Mai wurde der Vertrag unterzeichnet. Werner Püngeler, gelernter Restaurantfachmann, ist 67 Jahre alt und gehört mittlerweile zu den Ruheständlern. So will er sich auch aus dem Restaurantbetrieb Schneider allmählich zurückziehen. Nach wie vor kümmert sich Ehefrau Petra weiter, und nun macht auch Sohn Stefan als Koch mit, der erst kürzlich von einer ausgedehnten Berufswanderschaft durch Europas Sternegastronomie nach Hause zurückgekehrt ist. Mitgebracht hat er eine weitere kompetente Mitarbeiterin, seine Verlobte Michela De Munno.
Zum alten Eisen will der Seniorchef sich aber auch als Rentner noch nicht zählen. Er möchte stattdessen weiterhin aktiv bleiben. Das verwaiste Dernbacher Haus brachte sich gerade rechtzeitig ins Spiel. Als Küchenchef im Hauptrestaurant hat sich 13 Jahre lang Marc Müller bewährt. Nun wirkt er an der Seite des Seniorchefs oben im Haus am Waldrand weiter. Dritter im Bunde ist der 80 Jahre alte Schwiegervater. Er war in früheren Zeiten eifriger Organisator beliebter Schlachtfeste im Restaurant Schneider. Trotz seines hohen Alters möchte er sich ebenfalls nicht auf die faule Haut legen. Energisch hat er seinen Platz verteidigt und will dafür sorgen, dass in der Waldgaststätte viel Hausgemachtes auf den Tisch kommt, vor allem selbst hergestellte Bratwurst, Schnitzel, Steaks, Leberknödel und Saumagen.
Platz für 80 Besucher im Gastraum
Die letzten Wochen vor der Eröffnung seien gefüllt gewesen mit notwendig gewesenen Renovierungsarbeiten, lässt Werner Püngeler durchblicken. Das Haus war einer Generalüberholung unterzogen worden, dabei wurde die geräumige Küche auf Hochglanz gebracht. Der Gastraum erhielt seine ursprüngliche Möblierung zurück und bietet nun rund 80 Besuchern Platz. „Das ist genug Platz, um große Familienfeste bei uns feiern zu können oder auch kleine Hochzeiten“, stellt Püngeler zufrieden fest. Viel Zeit und Kraft gekostet hat die Außenanlage. Aber nun sind die Geländer an den Terrassenrändern erneuert, Tische und Bänke ansprechend hergerichtet.
Mit einem gehobeneren Speisen- und Getränkeangebot versucht das Dernbacher Haus, sich vom allgemeinen Hüttenniveau etwas zu abzusetzen. Die übliche Pfälzer Vesper wie Weißer Käse oder Schinken- und Käsebrett steht zwar auch auf der Speisekarte. Das Angebot will sich aber durch einige Besonderheiten auszeichnen, zum Beispiel mit einem wechselnden, preisgünstigen Tagesmenü. Einmal in der Woche ist auch Rumpsteak-Tag angesagt. Mittwochs gibt es typisch pfälzische „Hooriche Knepp“ mit Füllung aus Hausmacher Wurst. Sozusagen als Überbleibsel vom „Take away“, dem Abholservice in Pandemiezeiten, wird freitags ein leckerer „Dernburger“ serviert, der sich bequem aus der Hand essen lässt. Es fehlt auch nicht an ausgesuchten Weinen, ausnahmslos produziert von Winzern der Region. „Am Pfingstwochenende zur Eröffnung sind wir fast überrannt worden“, berichtet Werner Püngeler voll Stolz. „Das gesamte Personal, sogar vom Lokal unten, musste antreten, um dem Andrang Herr zu werden.“ Auch die anderen Wochenenden seien bisher übervoll gewesen.
Info
Das Dernbacher Haus ist von Mittwoch bis Sonntag ab 11.30 Uhr geöffnet. Warme Speisen gibt es bis 19.30 Uhr.