Kreis Südliche Weinstraße Neue Heimat gefunden

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Zum in dieser Form zwölften Mal hatte der Hainfelder Ortsbürgermeister Wolfgang Schwarz (SPD) am Samstagabend zum Neujahrsempfang in das Haus der Gemeinde eingeladen. Ein besonderes Willkommen galt Filmon Hallai und Iseias Nugusse. Die beiden Flüchtlinge aus Eritrea haben bei Andreas Koch in Hainfeld eine neue Heimat gefunden.

Man müsse sich einfach den Herausforderungen stellen, die der große Strom der für uns zunächst fremden Menschen mit sich bringe, unterstrich Schwarz. Ein großes Anliegen war es dem Ortschef auch, an das Schicksal der ortsansässigen Familie Nehmeti zu erinnern, die durch einen Verkehrsunfall im vergangenen Jahr den Vater verlor. Zudem verstarb das ungeborene Baby der zu diesem Zeitpunkt hochschwangeren Mutter. Die Familie könne nach wie vor jede Unterstützung brauchen, so der Ortsbürgermeister. „Das Jahr 2015 ist vorbei. Natürlich auch mit Ereignissen, die negativ haften bleiben. Es war aber sicher ein Jahr der Hoffnung und der Menschlichkeit“, sah der Bürgermeister nicht nur das Schlechte. Er finde es beschämend, wie andere europäische Staaten ihre Verantwortung hinsichtlich der Millionen von Flüchtlingen vernachlässigten. In Rheinland-Pfalz seien bislang rund 50.000 Menschen, die auf der Flucht sind, eingetroffen. Deren Integration sei eine Generationenaufgabe. Außerdem erinnerte Schwarz an die Ereignisse in Köln, wozu er anmerkte: „Es darf kein Pardon geben für das, was dort passiert ist. Keinerlei Toleranz, wenn es um den Schutz unserer Werte und Normen geht.“ Positives hatte Schwarz über seine Gemeinde zu berichten. Hainfeld sei eine prosperierende Gemeinde, was nicht zuletzt an der auf 843 Personen gestiegenen Einwohnerzahl abzulesen sei. Die Altersstruktur sei sehr gut, der Bereich der bis 20 Jahre alten Bürger mache 18 Prozent an der Gesamtzahl aus. 35 Kinder besuchten den örtlichen Kindergarten, womit die Zukunft gesichert sei. Weiterhin bestehe eine große Nachfrage an Bauplätzen. Als wichtig erachtete der Ortsbürgermeister, dass die saarländische Firma Innexio im März mit dem Ausbau des Internet beginnt und dann die für viele Einwohner, aber auch Firmen und Winzerbetriebe schnelle Anbindung an das weltweite Netz erfolgt. Als i-Tüpfelchen der vielen Veranstaltungen im Ort hob Wolfgang Schwarz die gelungene „Hainfelder Weinrunde“ hervor. Erfreulich war für die Zuhörer die Tatsache, dass für das neue Jahr in Hainfeld keine Steuererhöhungen vorgesehen sind. Es wird im Haushalt erneut ein Jahresüberschuss erwartet, und dies, obwohl wieder zahlreiche, auch mitunter kostenintensive Maßnahmen vorgesehen sind. So ist der Erwerb des ehemaligen Pfarrhauses in Erbpacht zu einem Preis von 100.000 Euro vorgesehen. Abschließend freute sich Schwarz über das große ehrenamtliche und bürgerliche Engagement in Hainfeld. Die sei eine solide Basis, um die Herausforderungen zu meistern. Ein Grußwort entbot auch Landrätin Theresia Riedmaier (SPD). Es gebe keine Alternative zur Aufnahme von Flüchtlingen. „3000 Kilometer Grenze sind nicht abschließbar.“ Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von den neun und zwölf Jahre alten Schwestern Lina und Nele Jäger, die an Gitarre und Piano die Besucher verzauberten. (lam)

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