Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Gastro am Rathausplatz: Sonnenterrasse wird zur Lounge

Freuen sich auf den bevorstehenden Start (von links): Isabel van de Sand und die Pop-up-Betreiber Noel Fröhlich und Emelie Lätsc
Freuen sich auf den bevorstehenden Start (von links): Isabel van de Sand und die Pop-up-Betreiber Noel Fröhlich und Emelie Lätsch.

Der Landauer Rathausplatz wird durch eine neue Gastro belebt. Die Sonnenterrasse des Böckingschen Palais wird zur Lounge-Bar. Allerdings ist das nur ein Gastspiel. Vorerst.

Leerstand ist nicht gut, schon gar nicht in einer so exponierten Lage wie am Landauer Rathausplatz. Das weiß Gebäudeeigentümerin Isabel van de Sand. Beim bislang als „Luitpold“ bekannten Restaurant komme hinzu, dass es über eine großzügige Sonnenterrasse verfügt, die förmlich danach schreie, bespielt zu werden. Von dort hat man einen tollen Blick über den Marktplatz und die historischen Objekte in dessen Umfeld, kann diese Aussicht aber seit dem Weggang des bisherigen Betreibers Ende 2024 nicht mehr genießen. So lange schon sind die Türen geschlossen.

Dies möchte van de Sand schnellstmöglich ändern. Gelingen soll das zusammen mit ihrem Lebensgefährten Parez Wared, der sich bereits vor einigen Jahren mit seiner Kaffeerösterei namens Parezzo in dem Objekt eingerichtet hat und inzwischen mit einer vergrößerten Ladenfläche für mehr Leben sorgt. Seit Ende 2025 ist das Paar mit seiner neuen Gesellschaft Eigentümer der Immobilie, die lange Zeit der Sparkasse Südpfalz gehört hatte.

Zwischenlösung für den Sommer

Für die Gastronomie gibt es offenbar genügend Interessenten, das macht van de Sand deutlich. Doch weil umfangreiche Umbauarbeiten nötig wären, um das Objekt dauerhaft in neue Hände zu geben, präsentiert sie nun eine Zwischenlösung. Die soll helfen, um bei der Suche nach einem neuen Pächter Zeit zu gewinnen. Primär aber gehe es ihr und Wared darum, die sonnigen Monate, die jetzt begonnen haben, dafür zu nutzen, um die Terrasse zu bespielen. „Zumal wir zwei jungen Menschen die Chance geben können, ihr Konzept zu testen“, sagt die Hausherrin.

Gemeint sind Emelie Lätsch und Noel Fröhlich, 24 und 27. Beide hatten nach der Schule andere berufliche Absichten, bevor sich ihre Wege in der Gastro kreuzten. Sie, gebürtige Landauerin, machte eine Lehre zur Versicherungskauffrau, entdeckte aber ihre Leidenschaft für das Kellnern. Er kam 2019 studienbedingt von Kaiserslautern in die Südpfalz und fand mehr Gefallen an der Gastro als an der akademischen Laufbahn.

Zwei Freunde machen gemeinsame Sache

Lätsch und Noel wurden bei der Arbeit nicht nur zu Freunden, sondern merkten auch, dass sie sich jobtechnisch gut ergänzen, sodass sie davon träumten und redeten, „ihr gemeinsames Ding“ zu machen. Als sie vom Eigentümerwechsel am Rathausplatz erfuhren, sprachen sie van de Sand an. Ihr Konzept kam so gut an, dass sie es jetzt mit Unterstützung der Parezzo GmbH testen können.

Das Geschehen wird sich wegen des renovierungsbedürftigen Zustands des Innenbereichs hauptsächlich draußen abspielen, wo abhängig von der Bestuhlung rund 80 Personen Platz nehmen können. Nur nach größeren Veranstaltungen wie dem Federweißenfest und dem Landauer Sommer sollen die Gäste nach drinnen wandern, damit die Leute nach den Festlichkeiten einen Ort finden, an dem sie einkehren können. Deswegen sind die neuen Gastgeber dabei, die Räume etwas „aufzuhübschen“.

Tapas und mehr

Lätsch und Fröhlich möchten bei sich das Teilen in den Vordergrund rücken. So sollen Tapas aus verschiedenen Nationalküchen serviert und Karaffen gereicht werden, sodass die Gäste dazu animiert werden, mit anderen das Essen zu genießen beziehungsweise auch dem Sitznachbaren etwas ins Glas einzuschenken. Dass es nur gemeinsam geht, das möchten die Pfälzer auch durch den Namen ihrer Gastro zum Ausdruck bringen. Sie werden ins Emino einladen – eine Wortneubildung, die auf ihre Vornamen Emelie und Noel anspielt.

Wie es weitergeht

Die Lokalität soll donnerstags bis sonntags geöffnet haben. Einmal im Monat soll es musikalische Unterhaltung geben, etwa Livemusik. Sonst aber soll es von der Lautstärke her ruhig zugehen, eben wie in einer Lounge. Es soll keine Beschallung geben, versichert Lätsch. Emino soll im Lauf des Frühjahrs starten. Weil es als ein Vorspiel für eine dauerhafte Gastro gedacht ist, deren Zukunft noch offen ist, hat die Lounge-Bar eine begrenzte Haltbarkeit. Das Gastspiel, neudeutsch Pop-up genannt, soll nach sechs Monaten enden, wenn auch anderswo die Terrassenmöbel wieder eingepackt werden. Wobei Lätsch betont, dass sie für alle Optionen offen seien. Nun gehe es aber darum, loslegen zu können.

Mehr zum Thema
x