Kreis Südliche Weinstraße Neue Bildungsgänge in Annweiler

Zunächst einmal geht es um den Bildungsgang Sozialwesen, Organisation und Führung, der sich vor allem an Mitarbeiter in Kindertagesstätten richtet, die sich für Leitungspositionen qualifizieren wollen. Und zwar in Teilzeitform, da der überwiegende Anteil der Interessenten berufstätig bleiben und sich begleitend weiterbilden möchte. Angesichts der am Abend geplanten Unterrichtszeiten (an zwei Wochentagen jeweils vier Stunden) ist laut Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) kein zusätzlicher Raum erforderlich. Zum gleichen Zeitpunkt soll die Fachrichtung Heilerziehungspflege „im Schulversuch mit Modellcharakter“ an den Start gehen. Dieser Berufszweig, der auf die Arbeit mit behinderten Menschen abgestimmt ist, passt gut zu den bereits etablierten Bildungsgängen Altenpflege und Erzieher, da es viele Überschneidungen gibt. Bei Einführung dieses Bildungsganges würde aber ein zusätzlicher Unterrichtsraum benötigt. Wegen der am BBS-Standort Bad Bergzabern zurückgehenden Schülerzahlen ist es möglich, ab dem Schuljahr 2014/2015 eine Klasse der Höheren Berufsfachschule Sozialassistenz von Annweiler in die Kurstadt zu verlegen. Was laut Riedmaier eher von Vorteil wäre, denn schon im vergangenen Jahr lagen mehr als 30 Anmeldungen aus dem Raum Bad Bergzabern für diesen Bildungszweig vor. Es gebe also ein Stück mehr Wohnortnähe. Als Gleichstellungsbeauftragte und Leiterin des Frauenbüros der Südlichen Weinstraße legte Barbara Dees dem Kreistag den Bericht für die Jahre 2012 und 2013 vor. Darin ist auch davon die Rede, dass ihr immer wieder tragische Geschichten begegneten, die Frauen oder Familien erleben und durchleben müssten. Oft diene das Frauenbüro unter der Telefonnummer 06341 940-425 als erste Anlaufstelle für Frauen in Not, um ihr Schicksal zu erzählen, zur Ruhe zu kommen und um konkrete Hilfe zu bitten. Da sich der Anteil von Frauen in den Kommunalparlamenten ständig verringere, wurde eine Veranstaltungsreihe „Mitmischen macht Sinn“ ins Leben gerufen und eine entsprechende Broschüre herausgegeben. Diese soll darauf aufmerksam machen, dass Frauen die Kommunen stark machen sollen. Denn sie engagierten sich sonst schon in vielen Ehrenämtern oder in Elternausschüssen. In den Gemeinderäten jedoch seien Frauen unterrepräsentiert, obwohl dort Entscheidungen getroffen würden, die das alltägliche Leben beträfen. Barbara Dees, der von allen Kreistagsfraktionen für ihre Arbeit Anerkennung gezollt wurde, präsentierte auch eine Statistik von den Problemschwerpunkten bei den Beratungen. Zoff bei Trennungen und häusliche Gewalt spielten immer noch eine dominierende Rolle. Was die von Patricia von Rochow betreute Schutzwohnung anbelangt, so könne eine Aufnahme bei dieser geheim gehaltenen Adresse erst veranlasst werden, wenn fest stehe, dass die Hilfesuchende alleine dort zurecht komme. In den vergangenen zwei Jahren war die Schutzwohnung, in der nur Frauen aus dem Kreis Unterschlupf finden können, an insgesamt 1106 Tagen belegt. (mik)