Kreis Südliche Weinstraße Nachwuchskoch mit Vorliebe für Sushi

„Mir macht’s einfach Spaß, besonders wenn es dann allen schmeckt“, sagt der zehnjährige Elias Lutz aus Steinfeld, der für einen Jungen in seinem Alter ein ungewöhnliches Hobby und einen noch ungewöhnlicheren Wunsch hat. Er kocht gerne und will richtig kochen lernen. Sein Wunsch hat sich durch die Weihnachtsbaumaktion im Haus der Familie in Bad Bergzabern erfüllt. Einen ersten Kontakt gab es vor wenigen Tagen.
Mehr als 90 Wünsche hängen am Weihnachtsbaum im Haus der Familie. Einer davon ist der von Elias. „Zehnjähriger Junge will kochen lernen“ steht auf einem gelben Stern. „Das hat mich spontan angesprochen“, sagt Ernährungsberaterin Michaela Kuhn-Gonzalvez aus Herxheim, nachdem sie den Artikel über die Wunschbaumaktion in der RHEINPFALZ gelesen hat. Beim ersten Treffen zwischen ihr und dem „Kochlehrling“ im Haus der Familie sind die RHEINPFALZ und Rainer Brunck, der Koordinator der Wunschbaumaktion, dabei. Elias ist mit seiner Zwillingsschwester Shana gekommen, die beiden besuchen die Grundschule in Steinfeld und Shana hat sich mittlerweile von der Kochleidenschaft ihres Bruders mitreißen lassen. Mutter Simone ist ebenfalls dabei, zur Familie gehört noch die elfjährige Tochter Sari. „Er macht die weltbesten Dampfnudeln und kocht auch Zuhause viel“, schwärmt Elias’ Mutter über ihn. Vor zwei Jahren schon habe Elias angefangen, sich fürs Kochen zu interessieren. Die Idee, den Wunsch an den Weihnachtsbaum zu hängen, ist dann beim gemeinsamen Essen der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel, zu denen die Mutter von Elias gehört, entstanden. „Ich bin so froh, dass es geklappt hat“, freut sich Simone Lutz. Denn bisher habe es auf den Wunsch von Elias weder bei Facebook noch auf einen Aushang im Supermarkt eine Resonanz gegeben. Elias und Simone Kuhn-Gonzalvez unterhalten sich inzwischen darüber, wie man das gemeinsame Kochen gestalten kann. „Ich würde dich abholen, wir können bei mir kochen, ich schicke dir vorher einige Vorschläge und du entscheidest, was du kochen willst“, schlägt die Ernährungsberaterin vor, die auch Kinderkochkurse gibt. „Und wer kauft die Zutaten?“, fragt Elias. „Das mache ich“, ist die Antwort seiner neuen „Lehrerin“. Elias strahlt und nimmt sich vor, einen Block mitzunehmen, um die Rezepte aufzuschreiben. Eigentlich möchte er ja Rechtsanwalt werden, aber er will auch ein Kinderkochbuch schreiben. Und er spielt seit zwei Jahren Trompete. Aber erst mal will er kochen lernen. Er selbst isst gerne scharf, liebt chinesische Nudeln, mag Sushi und Pudding. „Ich will meine Familie überraschen, meine Mama kocht jeden Tag und ich würde auch gerne mal Pommes selber machen“, sagt er. Seine Zwillingsschwester Shana spielt Saxofon und will ebenfalls kochen lernen. Sie liebt es eher bodenständig: Spaghetti Bolognese, Schnitzel und Käsespätzle. Aber, da sind sich die meist Unzertrennlichen einig, sie wollen nicht zusammen kochen lernen. „Kein Problem“, sagt Rainer Brunck, denn gleich drei Damen haben sich gemeldet, zwei konnten an diesem Nachmittag aber nicht kommen. Beate Sturm aus Oberotterbach und Wilma Waldmann aus Bad Bergzabern haben ebenfalls angeboten, mit Elias und jetzt auch mit Shana zu kochen. „Ich gebe euch die Adresse und dann macht ihr was aus“, schlägt Brunck vor. Dann wird noch ein bisschen gefachsimpelt und es stellt sich heraus, dass Elias auch gerne backt. Und sogar schon einen aufwendigen klassischen französischen Weihnachtskuchen gebacken hat. Brownies, Nussecken, Muffins und Buttergebäck hat er ebenfalls im Repertoire. „Im vergangenen Jahr haben wir zusammen 100 Hildabrötchen gebacken“, erzählt er stolz. Er stöbert auch gerne in den handgeschriebenen Rezepten seiner Oma, die seine Mutter aufbewahrt hat. Und strahlt, als Michaela Kuhn-Gonzalvez ihm einen Besuch in der Bäckerei ihrer Schwester anbietet. An diesem Tag kommt noch ein weiterer Wunsch an den Weihnachtsbaum im Haus der Familie. Familie Lutz wünscht sich Kontakt zu einer Flüchtlingsfamilie, die sie zum Essen einladen kann.