Edenkoben RHEINPFALZ Plus Artikel Nach 50 Jahren: Rückkehr des Kinos in greifbarer Nähe

Lana (links) und Andreas Borm haben nicht nur die Familie für die Kino-Idee begeistern können, etwa Irene Borm (Zweite von links
Lana (links) und Andreas Borm haben nicht nur die Familie für die Kino-Idee begeistern können, etwa Irene Borm (Zweite von links), sondern auch weitere Mitstreiter, etwa Bernadette O’Neill.

Das Grundgerüst für Kinofeeling in Edenkoben steht. Ein neuer Verein hat sich gegründet, um regelmäßig Filme auf der Leinwand zu zeigen. Es gibt aber noch einen Haken.

Der Name der Initiatorengruppe spielt auf eine Zeit an, in der in Edenkoben noch regelmäßig der Projektor für Komödien, Thriller und andere Genres angeworfen wurde. Zeitweise gab es in der Stadt gar zwei Kinos. Filmtheater war der Name der letzten Spielstätte, die Mitte der 70er-Jahre zur letzten Vorstellung einlud. Nun, 50 Jahre später, wird es wieder Kinogefühl in Edenkoben geben – und zwar regelmäßig.

Welche Filme gezeigt werden sollen

Jedenfalls ist der Grundstein für den Filmgenuss auf der Leinwand gelegt, wie Lana und Andreas Borm berichten. Innerhalb eines Jahres ist es dem Ehepaar gelungen, das kulturelle Leben in der Stadt durch Filmvorführungen zu bereichern. Im Frühjahr hatten sie sich hinter diese Idee geklemmt und im Anschluss ausreichend Mitstreiter gewonnen, um klein anzufangen. Es wurde bereits an wechselnden Schauplätzen zu Veranstaltungen eingeladen, zum Beispiel im Weinkeller des Museums für Weinbau und Stadtgeschichte. Die Abende waren so erfolgreich, dass sich die Akteure ermutigt fühlten, das Rad größer zu drehen.

Richtig Fahrt aufnehmen wird das Ganze nun dadurch, dass dieser lose Zusammenschluss seit Kurzem als eingetragener Verein auftritt und allein schon durch die Mitgliedschaft im Bundesverband kommunale Filmarbeit mit anderen Kinos und Initiativen vernetzt ist. Dadurch ergeben sich andere Spielräume für die 14-köpfige Gruppe. Sobald ein Kinofilm auf Blu-ray erscheint, könne sie diesen auch für ihre Zwecke nutzen. Das ist meistens wenige Monate nach der Premiere der Fall.

Es geht nicht nur um den Filmgenuss

Das Edenkobener Filmtheater wird dadurch aktueller sein als ein Dorfkino. Von diesen wird es sich auch in einem anderen Punkt abheben: Dadurch, dass der Verein den Filmtitel vorab benennen kann, kann er anders dafür werben. Er zahlt in der Regel eine niedrige dreistellige Summe für eine Lizenz eines Films, den er dann eine Woche lang beliebig oft zeigen kann, so lautet das Prinzip, wie Andreas Borm informiert. Wie oft Filme gezeigt werden, etwa in einem Drei-Wochen-Rhythmus oder anders, muss noch geklärt werden. Das hängt laut Lana Borm auch davon ab, wie viele Interessierte sich dem Verein noch anschließen werden.

Ziel soll es sein, die Eintrittspreise gering zu halten. Das soll auch durch Sponsoren gelingen. Als Verein sind die Verantwortlichen in der glücklichen Lage, sich auch durch Spenden finanzieren zu können. Das ursprüngliche Kino-Konzept soll aber beibehalten werden. Heißt: Es soll nicht nur einzig und allein um den Filmgenuss auf der Leinwand gehen. Das Kino soll zu einer Begegnungsstätte werden, das soziale Miteinander soll im Fokus stehen und dadurch auch die Zeit vor und nach der Vorstellung. Die Besucher sollen ins Gespräch kommen und sich, ausgehenden von dem jeweiligen Film, mit bestimmten Themen beschäftigen, wofür Referenten gewonnen werden könnten. Anschließend kann in einem Lokal eingekehrt werden, etwa in eine Pizzeria, wenn der Film in Italien spielt.

Wovon der Startzeitpunkt abhängt

Die Verantwortlichen sind froh darüber, vom Landauer Universum-Kino Inventar geerbt zu haben, um ihre Spielstätte entsprechend einrichten zu können. So haben sie etwa eine Popcorn-Maschine erhalten. An der Sache gibt es nur noch einen Haken: Der Verein ist bislang heimatlos.

Gesucht wird nach einem Raum, wo Kinostühle fest verbaut werden können, statt die Ausstattung als Wanderkino ständig auf- und abbauen zu müssen. Von Aktionen, etwa Open-Air-Veranstaltungen, also Filmvorführungen unter freiem Himmel, abgesehen. „Der Raum, den wir suchen, sollte eine Höhe von etwa drei Metern haben und Platz für bis zu 50 Personen bieten, damit wir die Reihen auf unterschiedlichen Ebenen hinbekommen“, erzählt Andreas Borm. Das Domizil sollte bestenfalls barrierefrei und zentral gelegen sein, vorzugsweise in Edenkoben. Ausschau gehalten wird aber auch in den umliegenden Dörfern, da es schließlich ein Kino für Edenkoben und Umgebung sein soll.

Info

Der Verein sucht noch Mitstreiter, die sich auf seiner Webseite unter filmtheater-edenkoben.de informieren können. Fragen und Anregungen zu einer möglichen Spielstätte können per E-Mal an hallo@filmtheater-edenkoben.de gesendet werden.

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