Kreis Südliche Weinstraße Munition und Schrott ausgegraben
Im interkommunalen Gewerbegebiet Wilgartswiesen-Hauenstein läuft derzeit die Kampfmittelräumung. Wie Marco Zwick-Kyas vom Bauamt der Verbandsgemeinde mitteilte, seien bisher rund 55 Prozent der Fläche sondiert. Die Suche nach Kampfmitteln soll noch den gesamten Monat Juli andauern.
Wie Zwick-Kyas weiter informierte, haben die Mitarbeiter der in Celle beheimateten Firma Schollenberger Kampfmittelbergung GmbH auf der bisher untersuchten Fläche rund 250 Stück Munition sowie etwa 50 Kilogramm Munitionsschrott – Bombensplitter etwa – gefunden und dem Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz übergeben. Anhand von Bildmaterial und nach Berichten von Zeitzeugen hatte es Verdachtsfälle auf Blindgänger in dem zwischen Haltepunkt Hauenstein Mitte und westlicher B10-Auffahrt gelegenen Geländes, das rund 65.000 Quadratmeter Nutzfläche bieten wird, gegeben. Bei der Suche nach gefährlichen Überbleibseln des Zweiten Weltkriegs gehen die Mitarbeiter des niedersächsischen Unternehmens mit Sonden, die auf ferromagnetische Einflüsse im Boden reagieren, das gesamte Gelände ab. Dabei schlagen die Geräte freilich auch auf Gegenstände an, von denen keineswegs Gefahr ausgeht: So wurden unter vielem anderen auch die rostigen Überreste eines Anhängers, ein Fahrradrahmen, Maschinenteile und viele Meter Maschendraht aufgespürt und ausgebuddelt. Auch Bauschutt und die Überbleibsel von Holzlagern wurden beseitigt. Ende April hatte die Verbandsversammlung des Zweckverbandes den Auftrag für die Kampfmittelräumung vergeben. Das günstigste Angebot kam aus Celle mit einem Angebotspreis von 198.000 Euro. Das planende Ingenieurbüro IGR aus Rockenhausen gehe, so hatte Uwe Franzreb vor dem Gremium in der April-Sitzung ausgeführt, davon aus, dass bis Ende August die Ausführungsplanung für die Gesamtmaßnahme erstellt werden und ab September die Ausschreibung erfolgen kann. Aufgrund des Umfangs sei eine EU-weite Ausschreibung notwendig. Nach dem Bauzeitenplan sollen die eigentlichen Arbeiten zur Modellierung und Erschließung des Geländes in den ersten Monaten des kommenden Jahres aufgenommen werden. Es werde zu prüfen sein, ob noch im Herbst dieses Jahres verschiedene Arbeiten –unter anderem die Wurzelstockrodung, die Herrichtung des Waldwegs am südlichen Rand des Gebietes und Vorarbeiten zur Außengebietsentwässerung – erledigt werden können. Insgesamt rechnet man mit einer Bauzeit von einem guten Jahr, sodass man „hoffentlich Anfang 2019 in die Vermarktung einsteigen kann“, wie es der Vorsteher des Zweckverbands, der Wilgartswiesener Ortsbürgermeister Jürgen Brödel, formuliert hatte.