Kreis Südliche Weinstraße Mitglieder machen den Weg frei

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Klarer geht’s nicht: Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Raiffeisenbank Herxheim am Donnerstagabend in der Herxheimer Festhalle stimmten alle anwesenden 336 Mitglieder für eine Verschmelzung des 1891 gegründeten Geldhauses mit der Raiffeisen- und Volksbank Dahn und der VR-Bank Südliche Weinstraße Bad Bergzabern.

Dieses Ergebnis erinnert an Volkskammerwahlen in der DDR: Doch dass die 336 anwesenden Mitglieder der Raiffeisenbank Herxheim ohne eine einzige Gegenstimme oder Enthaltung der Fusion zustimmen würden, das hatten wohl selbst die Vorstände Peter Kuntz und Theofried Schmidbauer nicht erwartet. Dabei war im Vorfeld vieles dafür getan worden, damit dieser Abend ein Erfolg wird. Viele Gespräche wurden mit den Mitgliedern geführt, die Ziele der Fusion transparent gemacht, die Gründe dafür aufgezeigt. Selbst die Abstimmung war perfekt choreographiert. Wer sich der Festhalle näherte, sah schon von Weitem die Fahne der Bank im Herbstwind flattern. Die Halle selbst war noch kurz vor Beginn in raiffeisenblaues Licht getaucht. Vor Ort waren auch Peter Lanuschny und Robert Lechner. Die Herxheimer machten schon vor der Abstimmung im Gespräch mit der RHEINPFALZ deutlich, dass sie zustimmen würden. Warum? „Heute können kleine Banken auf dem Markt kaum bestehen, da ist es notwendig, Ressourcen zu bündeln“, sagte Lanuschny. Doch es dürfe nicht sein, dass die Bank Geschäftsstellen in den Dörfern schließt, das treffe nur die älteren Leute. „Aber es wird irgendwann unumgänglich sein, die ein oder andere Filiale zu schließen“, meinte Lechner. Dann war es so weit: Zum Auftakt trat Aufsichtsratchef Michael Bernzott ans Rednerpult. „Bis vor zwei Jahren lehnte auch ich persönlich alle Fusionsüberlegungen ab, aber die Zeiten haben sich geändert“, sagte der Rechtsanwalt und verwies damit auf die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank. In ihm sei der Entschluss gereift, dass die Raiffeisenbank Herxheim sich „nicht mehr alleine durch den Markt“ schlagen kann. Der Aufsichtsrat unterstütze das Vorhaben des Vorstands nicht zuletzt, weil „Partner auf Augenhöhe für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“ gefunden worden seien. Zudem bleibe der Bankenplatz Herxheim erhalten. „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“, sagte Vorstand Theofried Schmidbauer. Es sei richtig, die Stärken von drei „noch gesunden Banken“ in einer neuen Genossenschaft zu bündeln. Das bedeute mehr Effizienz, mehr Kompetenz, eine bessere persönliche Betreuung und bessere Kreditvergabemöglichkeiten. Die Kosten der Fusion von rund 2 Millionen Euro würden sich da schon bald rechnen: Ab 2018 seien alleine bei den Sach- und Personalkosten Einsparungen von jährlich 1,4 Millionen Euro zu erwarten. Laut dem Verschmelzungsvertrag wird der Geschäftsbetrieb der bisherigen Herxheimer Bank unter dem Namen „Raiffeisenbank Herxheim, Zweigniederlassung der VR-Bank Südliche Weinstraße eG“ fortgeführt und alle Mitarbeiter übernommen, sagte Vorstand Peter Kuntz. Der sechsköpfige Vorstand der neuen Bank solle 2019 auf vier Personen reduziert werden, bis dahin solle auch die Anzahl der übernommenen Aufsichtsratsmitglieder deutlich reduziert werden. Die Interessen der rund 27.800 Mitglieder der neuen Bank werden durch eine neu zu wählende Vertreterversammlung wahrgenommen, zusätzlich gibt es mindestens einmal jährlich regionale Mitgliederversammlungen. Für die Kunden werden sich einige Dinge durch die Fusion ändern – auch ganz praktische. So wird es eine neue Iban-Nummer geben, deshalb werden auch neue Bankkarten ausgeben. Am Ende waren alle zufrieden: „Wir werden alles dafür tun, damit die neue Bank zum 1. Juni 2017 vollständig an den Start gehen kann“, nahm ein strahlender Vorstandssprecher Theofried Schmidbauer „das eindeutige Votum der Mitglieder“ entgegen. Es sei ein Zeichen des Vertrauens und eine „riesige Verpflichtung“. |ansc/rf

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