Kreis Südliche Weinstraße Mit viel Kurquatsch

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Lokale Themen haben Tradition bei der Karnevalgesellschaft Hameckia Bad Bergzabern. Bei der ersten Prunksitzung im Jubiläumsjahr 6 x 11 in der ausverkauften Schlosshalle reichten die Themen – von lautstarken „Beza“-Schlachtrufen begleitet – von der Fußgängerzone über den verhinderten Brunnen am Bahnhof bis hin zur Möglichkeit der Einrichtung eines Etablissements.

„In Bad Hameckia muss der Karneval geboren sein“, intonierte Jürgen Frenzel beim Finale – und so mancher Besucher musste ihm Recht geben. Mit dem neuen Frauen-Gespann, der Präsidentin Susanne Böttinger und dem Sitzungspräsidentinnen-Duo Sabine Bentz und Nikola Krumholz, die alle ihre Feuertaufe bestanden, erlebte die gut aufgelegte Narrenschar bestens präparierte Hameckia-Akteure vor und hinter den Kulissen, dazu Garden, die eine hervorragende Nachwuchsarbeit verrieten. Sie alle waren Garanten für eine niveauvolle Prunksitzung, die weit über fünf Stunden das Publikum begeisterte und für Hochstimmung sorgte. Mit bunter Schau, witzigen Darbietungen, angereichert mit viel Lokalkolorit und Themen wie Museum, Hotel Engel, „Knoddelgass“, Post und Verschuldung. Die beiden Prinzenpaare Christian II. (Dillenkofer) und Ines I. (Malysiak) sowie das Nachwuchspaar Tom I. (Schütz) und Emilie I. (Oster) bekannten offen ihre Liebe zu Bad Bergzabern. Nach dem Tanz der Minigarde eröffnete das Ehepaar Gudrun und Norbert Huck als „Huck und Huckepack“ den Reigen der Büttenredner. Vanessa Schlick und Erik Böhm Becker lieferten sich als Krankenschwester und Unfallopfer im Rollstuhl ein köstliches Zwiegespräch und kamen schließlich zur Erkenntnis: „Scheiss drauf. Fasching ist nur einmal im Jahr“. Bernd Malysiak und Hermann Augspurger als „Zwää Nochbarsleit“ fanden in ihren Müllgefäßen reichlich unsortierten Abfall vor, der gehörig durcheinander geraten war, was sich schließlich auch in der Themenwahl zeigte. Für ein Stück Nostalgie und Erinnerungen an die Mainzer Fasnacht der 50er und 60er Jahre sorgten Dirk Nerding und Jürgen Frenzel in ihren völlig neuen Rollen als die Putzfrauen „Frau Babbisch und Frau Naggisch“. Die „Becker Babbeth vun de Uhllandstroß“ (Renate Becker), seit elf Jahren bei der Hameckia in der Bütt, tat sich bei ihrem bekannten Motto „Jedem Tierle sei Pläsierle“ kinderleicht und tat ihr Herz auf für ihre Stadt. Storchenturm und „Extrementenpark“ waren ebenso ihre Themen wie Stadtmarketing, das hoffen lasse, wie auch der Kampf um den Erhalt des Museums („Wir werden uns wehren und gehen dafür auf die Straße“) oder die Parksituation vor dem Kurpark. Kein Blatt vor den Mund nahm die „Familie Kurquatsch“ mit Jutta Jäger als Kopf der Familie, die die Fußgängerzone mit einer „Trauerfeier“ zu Grabe trug. Aus der Bütt nicht mehr wegzudenken sind Frank und Anne Naumann, die diesmal die Fahrprüfung ablegten und ihre Prüfer schier zur Verzweiflung brachten. Den Reigen der Büttenreden schlossen mit wahren Lachsalven Monika Scheder und Christiane Sprenger als die „Zwei Witwen“, die dennoch mit viel Humor ausgestattet sind. Lustig und zum Schenkelklatschen war die Show der „Elfis“, hinter der sich die weiblichen Elferräte verbergen. Das Männerballett startete mit seiner Tanzeinlage einen Angriff auf das Zwerchfell, was auch für die Schaumschläger galt. Das närrische Volk erlebte an diesem Abend auch ein Gardetraining sowie eine Fußball-Trainingseinheit. Die Gruppe „Chores“ mit Christiane Sprenger am Regiepult widmete sich sowohl dem Abschied von Tobias Kelter sowie von Landrätin Theresia Riedmaier. Toll die tänzerischen Leistungen: angefangen von der „Gelben Garde“, über die „Grüne Garde“ und die „Rote Garde“, den Showtanz mit einer imponierenden Choreographie bis hin zu den Tanzmariechen Lotta Wichmann und Vasilisa Vostretsov. Zwei echte Sahnehäubchen an diesem Abend. |som

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