Kreis Südliche Weinstraße Mit Alleinstellungsmerkmalen punkten

„Mehr leben und erleben“ lautet das Motto der Lokalen Integrierten Ländlichen Entwicklungsstrategie (Lile) der Region Pfälzerwald plus, die nun von den Mitgliedern des Bündnisses ländlicher Raum im Naturpark Pfälzerwald bewilligt wurde. Vorgestellt wurden Projektideen für die Leader-Förderung, obwohl noch nicht sicher ist, ob die Region für 2014 bis 2020 in das EU-Programm aufgenommen wird.
„Bei der integrierten ländlichen Entwicklungsstrategie rückt neben dem Tourismus auch die Entwicklung der Dörfer in den Fokus“, informierte der Kaiserslauterer Landrat Paul Junker (CDU). Mit dem regionalen Entwicklungskonzept bewerben sich die Verbandsgemeinden Annweiler, Bad Bergzabern, Dahner Felsenland, Hauenstein, Kaiserslautern-Süd, Lambrecht, Pirmasens-Land, Waldfischbach-Burgalben, Thaleischweiler-Fröschen/Wallhalben, Rodalben und Zweibrücken-Land als Leader-Region Pfälzerwald plus für das Programm. Insbesondere der Landkreis Südwestpfalz werde in Zukunft von Fördergeldern profitieren, weshalb eine Aufnahme ins Leader-Programm optimal wäre. Der Leader-Ansatz wurde in der vorigen Programmperiode bereits durch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Pfälzerwald umgesetzt. Dies soll nun mit einem erweiterten Gebietszuschnitt fortgesetzt werden, daher auch die Umbenennung in LAG Pfälzerwald „plus“. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 1472 Quadratkilometern mit einer Gesamtbevölkerungszahl von 160.000 Einwohnern. Bis 2020 sollen Projekte in verschiedenen Handlungsfeldern realisiert werden. Dazu zählt vor allem der Tourismus, bei dem bezüglich Infrastruktur und Dienstleistungsangeboten zwar schon einiges passiert ist, allerdings soll nun auch ein Schwerpunkt auf den Erlebnischarakter gelegt werden. Es gilt, Alleinstellungsmerkmale zu entwickeln, um sich von anderen Mitbewerbern abzugrenzen, was auch eine Steigerung der Attraktivität des Lebens- und Arbeitsstandortes Pfälzerwald bewirkt. Im Handlungsfeld „Mehr Natur und Kultur erleben“ geht es um die touristische Inwertsetzung. Angebote sollen geschaffen werden, die den Pfälzerwald und seine Umgebung stärker als Naturerlebnis inszenieren. Die strukturelle Stärkung der Dörfer wird im Handlungsfeld „Mehr Leben in der Region“ behandelt. Durch mehr Gemeinschaftsleben soll besser mit dem demografischen Wandel umgegangen werden. Dem Handlungsfeld „Mehr regionale Identität leben“ kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Einen Beitrag dazu soll die Vermarktung regionaler Produkte leisten. Dabei soll auch mit anderen Regionen kooperiert werden. Einen transnationalen Austausch soll es mit der Leader-Region Podbabiogórze in Polen geben, die in den Karpaten liegt und in vielen Punkten mit der LAG-Pfälzerwald plus vergleichbar ist. Länderübergreifend gilt es, den bereits bestehenden Kontakt zur LAG Biosphäre Bliesgau im Saarland zu intensivieren. Die Projekte werden von gemeinnützigen, privaten und öffentlichen Projektträgern gefördert. Zudem gibt es eine Grundförderung und eine Premiumförderung. Der jeweilige Fördersatz ist abhängig von inhaltlichen Kriterien, wobei private Projekte eine Förderung von 30 bis 50 Prozent erhalten und öffentliche von 70 bis 75 Prozent. Bisher konnten alle Projekte umgesetzt werden, allerdings erwarten die Verantwortlichen diesmal wegen der erhöhten Fördersätze mehr Projektideen. Positives berichtete Ute Weisbrod-Mohr von der Geschäftsstelle des Bündnisses ländlicher Raum: „Zum Jahresende 2014 hat das Land die Förderung für das Projekt Mountainbike-Park Pfälzerwald bewilligt.“ Die Planung für die Erweiterung des Mountainbike-Parks habe fünf Jahre gedauert. Der neue Etat beinhalte 130.000 Euro für die Erweiterung des Parks. Weitere Projektideen sind ein barrierefreier Aussichtspunkt Eyberg, ein Informations- und Erlebniszentrum am Bahnhof Elmstein, ein Besucherinformationszentrum Pfälzerwald in Bad Bergzabern, die Spielscheune „Alte Wappenschmiede“ in Fischbach, 84 barrierefreie stille Örtchen für den Kreis Südwestpfalz, ein Bürgertreffpunkt in Niederhorbach oder die Rekonstruktion des Backhauses in Donsieders. (iam)