Kreis Südliche Weinstraße „Melk die Kuh“

„Hopp, hopp, hopp“, waren am Samstag die gegenseitigen Anfeuerungsrufe von 114 Senioren, die mehrere Stunden eine „Kuh“ gemolken haben. „Melk die Kuh“ war eine der zwölf Stationen der Fitness-Rallye in der Pro-Seniore-Residenz in Bad Bergzabern, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut und zu der Teilnehmer aus dem weiten Umkreis gekommen waren.
Kopf und Körpereinsatz waren gefragt, um die unterschiedlichen Stationen zu bewältigen und alle Teilnehmer hatten bei sommerlichen Temperaturen sichtlich und hörbar ihren Spaß. Man kam ins Gespräch, auch über die weniger schönen Themen des Alterns, feuerte sich gegenseitig an und genoss das anschließende gemeinsame Mittagessen. „Ich bringe die Milch mit Charme in aller Munde“, sagt die rheinland-pfälzische Milchkönigin Vera Schückler, die beim „Melk die Kuh“ kräftig mit anfeuert. Die Milch ist natürlich keine echte, ebenso wenig wie die lebensgroße Kuh. „Ich habe in meiner Jugend noch Kühe gemolken, jetzt werde ich in vier Wochen 88“, sagt Hildegard Elser aus Landau, die mit ihrer Tochter Gertrud Gensheimer gekommen ist. Der 79-jährige Otto Engel versucht sich am Geschicklichkeitsparcours. In einer Minute unter anderem Schuhe einpacken, Besteck in Servietten wickeln oder Schrauben reindrehen ist gar nicht so einfach. „Die Stimmung ist gut, der Tag ist für mich ein Höhepunkt“, schwärmt er. Beim Leiterwurf, einem Geschicklichkeitsspiel, haben die ehrenamtlichen Helferinnen Theresia Ott und Waltraud Weisse, die seit zehn Jahren einmal im Monat einen Nachmittag in der Seniorenresidenz gestalten, gerade eine kleine Pause. „Ohne die rund 20 Ehrenamtlichen, die heute im Einsatz sind, geht es gar nicht, es ist organisatorisch schon eine Herausforderung“, sagt Residenzberaterin Gerda Flos. Die jährliche Fitness-Rallye sei ein Renner geworden, sagt sie. Viel gelacht wird auch beim Handtaschen-Weitwurf, den die Mitarbeiterinnen der Seniorenresidenz Susanne Linden und Ria Gundermann betreuen. „Ein Teilnehmer hat geworfen und die Tasche landete wieder vor seinen Füßen – das muss man auch können“, lachen sie. Beim Dekorieren von Weihnachtsbäumen ist Schnelligkeit gefragt. Es zählt die Anzahl der Herzen, die nach einer Minute am Baum hängen. „Man ist in der Gruppe, der Tag ist ausgefüllt, wir kommen jedes Jahr hierher“, erzählen Ingrid und Günther Ceder aus Maximiliansau. „Ich kann andere Sachen besser“, findet die 82-jährige Ingeborg Rackl aus Bad Bergzabern. Welche? „Hüpfen und Springen“, sagt sie. Sie mache pro Woche dreimal Sport und gehe zweimal wandern. „Der ganze Tag gefällt uns“, erzählt das Ehepaar Rimmele aus Landau beim „Entenfischen“ aus dem Plastikschwimmbecken. „Man darf dafür nur keinen Tatterich haben“, fügen sie lachend hinzu. Punkte wurden zwar gezählt und ausgewertet, aber Gewinner waren an diesen Tag alle Teilnehmer. Den ersten Platz belegte Hans-Werner Lange aus Bad Bergzabern, der als Gesamtsieger auch einen Ehrenpokal bekam. Auf Platz zwei ist Joachim Völkel aus Billigheim, den dritten Platz belegte Heinz Armbrust aus Erlenbach. Gruppensiegerinnen wurden die 82-jährige Irma Hoppe und Hildegard Nowack (91 Jahre). (pfn)