Kreis Südliche Weinstraße Mehr Geld für Mitarbeiter gefordert

„Es sind große und lange Wege gewesen.“ Mit diesen Worten blickte Johannes Berthold, Pfarrer und Vorsitzender der Sozialstation Annweiler-Bad Bergzabern beim ökumenischen Festgottesdienst anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Einrichtung in der Marktkirche zurück.
Gefeiert wurde nicht nur das Jubiläum, sondern auch der Umzug in die neuen Räume im „Haus am Schloss“ in Bad Bergzabern. „Wir sind aus schwieriger Zeit herausgekommen. Vor zehn Jahren waren die Zahlen noch rot, heute konnten wir eine Immobilie kaufen“, so Berthold in seiner Predigt. Tausende Bürger in den Verbandsgemeinden Annweiler und Bad Bergzabern seien betreut worden. Die Sozialstation sei in beiden großen Kirchen verwurzelt, und er sehe bei den Mitarbeitern Stolz über das Erreichte. Texte für einen solchen Anlass gebe es in der Bibel wenige, so Berthold, der das Kapitel 25 aus dem Matthäus-Evangelium ausgewählt hatte. Hier heißt es unter anderem: „Was du einem meiner geringsten Brüder getan hast, hast du mir getan“. „Von zwei oder drei Schwestern am Anfang zu einem mittelständischen Unternehmen mit Millionen Umsatz, vom einfachen Haus zum „Haus am Schloss“, bilanzierte Albrecht Bähr, Landespfarrer der Diakonie, die Erfolgsgeschichte der Sozialstation. Er plädierte für eine bessere Bezahlung der „existenziellen Arbeit“ für das Gemeinwesen. „Sie sind Gesicht, Hände und Motor der Sozialstation“, ohne sie würden wir heute nicht feiern“, sprach Dekan Dietmar Zoller die Mitarbeiter an. Als „Haus mit Potenzial“ bezeichnete er das „Haus am Schloss“, in das am 15. November die „Zentrale Anlaufstelle für Senioren“ und im kommenden Jahr die soziale Lebensberatung der Diakonie einziehen wird. „Wir feiern heute in der Halbzeit der Baustelle Geburtstag, zum Sommerfest wird der Veranstaltungsraum fertig sein“, so Veit Ruser vom gleichnamigen Architekturbüro in Karlsruhe. Die Bausubstanz des ehemaligen Kreisaltenheims wurde erhalten, hinzukommen soll zwischen den historischen Mauern ein neuer Veranstaltungsraum für rund 100 Personen. „Wenn es die Sozialstation nicht gäbe, müssten wir sie erfinden, sie sind ein absolutes Erfolgsmodell“, war das Lob von Thomas Gebhart, Bundestagsabgeordneter der CDU. Als „die Frau, von der wir das Kreisaltenpflegeheim gekauft haben“, kündigte Berthold die Grußworte von Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) an. Sie ging auf die Veränderung der familiären und sozialen Strukturen in den vergangenen 40 Jahren ein. „Sie sehen alles, hören und wissen viel und sie nehmen viel mit nach Hause“, fasste Riedmaier die nicht einfache Aufgabe der Mitarbeiter zusammen. Diese Arbeit müsse auch mehr mit finanzieller Anerkennung honoriert werden. „Ich bin glücklich, dass etwas gelungen ist, dieses Haus soll ein starkes Zentrum sozialer Dienste werden“, so ihr Wunsch. An der Orgel begleitet wurde der Gottesdienst vom stellvertretenden Vorsitzenden der Sozialstation, Bruno Kühn. Im Anschluss nutzten viele die Gelegenheit, sich beim Tag der offenen Tür das neue Domizil der Sozialstation im „Haus am Schloss“ anzusehen. (pfn)