Kreis Südliche Weinstraße „Massiv mit dem Kreis verhandeln“

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Fast 40 Einwohner haben sich nach der Einwohnerversammlung im Haus des Gastes in eine Liste eingetragen, um an einem neuen Arbeitskreis „Lebens- und liebenswertes Bad Bergzabern“ mitzuwirken und ihre Ideen einzubringen. „Der Hemmschuh sind nicht koordinierbare Preisvorstellungen des Kreises“, so Ludwig zum seit einem Jahr leerstehenden Kreisaltenheim, das nach dem Willen der Stadt wieder zu einem Altenheim werden soll. Man wolle „zu Potte kommen“, auch in Verbindung mit der Realisierung der Bebauung des Grundstücks Wilhelmy/Vogel, so Ludwig. Die beiden Grundstücke liegen nahe beieinander. Das leerstehende Gebäudeensemble an der Schlosshalle gehört Investorin Birgit Scherer von BS-Immobilien. Wie die Stadt in der Vergangenheit mehrfach bekundet hat, zeigt BS-Immobilien Interesse, das Modell der Liebenau-Stiftung zu verwirklichen. Wohnbebauung für alle Generationen – davon mehr als die Hälfte Senioren – mit einem Service-Center und Geschäften. Zudem ein angegliedertes Altenheim, das die Liebenau-Stiftung bauen würde, wenn die Stadt das Gelände zur Verfügung stellt. „Wir müssen massiv mit dem Kreis verhandeln. Wir können uns auch einen Erbpachtvertrag vorstellen“, so Ludwig zum Erwerb des Kreisaltenheims. „Im Oktober vergangenen Jahres wollte der Kreis mehr als eine Million Euro für das Grundstück“, so der erste Beigeordnete Martin Wichmann auf Nachfrage. „Die Möglichkeiten der Grundstücke Wilhelmy und Kreisaltenheim müssen genutzt werden“, so Stadtplaner Hans Dennhardt, der das Gasthaus „Zum Engel“ als „historischen Schatz“ wertete. Für das stadtbildprägende Renaissancegebäude in der Königstraße, in dem das Museum der Stadt untergebracht ist, soll es ein Gesamtkonzept geben, so Ludwig. Im Gasthaus soll unter anderem ein Museumsbistro mit historischen Möbeln eingerichtet werden, der Außenbereich soll museal genutzt werden. Ob das Museum, das aus allen Nähten platze, erweitert werde, war die Frage von Stadträtin Heike Grill. Das hänge von der Bezuschussung ab, so Ludwig. Das Mammutprojekt „Offenlegung des Erlenbachs im Kurpark“ stellte Said Hartenstein vom Planungsbüro Teambau in Bad Bergzabern vor. Vom Schwanenweiher bis zum Kurparkeingang im Osten soll der Erlenbach, der verrohrt ist, in einer Tiefe von rund 1,30 Meter und einer Gesamtbreite von zehn bis 20 Metern freigelegt werden. Die Bauzeit betrage zwei Jahre, die Kosten für die Stadt rund 1,7 Millionen Euro, so Hartenstein. Geplant sei, den Erlenbach erlebbar zu machen. Von Bürgern angesprochen wurden die Kosten für den erhöhten Pflegeaufwand nach der Offenlegung, ein Spielplatz im Kurpark und die Barrierefreiheit. „Leute, nehmt selbst was in die Hand, statt immer zu fragen, wer es bezahlt. Jeder übernimmt zehn Meter“, war der Vorschlag eines Bürgers. „Es wird im Kurpark ein Spielplatz kommen, der etwas mit Wasser zu tun hat“, kündigte Ludwig an. Nicht garantieren könne er, dass alle Teile der Offenlegung barrierefrei zugänglich seien, so der Planer. Ein großer Themenkomplex war die Stadtentwicklung und -sanierung, über die Stadtplaner Hans Dennhardt und Jutta Henß informierten. „Der Abwärtstrend des Ausblutens ist gestoppt, aber die Überalterung hat zugenommen“, so Dennhardt. Man müsse das Kurwesen stabilisieren, so der Stadtplaner zu einer Säule der Stadtentwicklung. Im Stadtkern, der von 2010 bis 2025 im Förderprogramm historische Innenstadt sei, gebe es 340 sanierungsbedürftige Gebäude, informierte Henß, die für die Förderungen zuständig ist. Bisher seien 51 Förderanträge von Privatbesitzern gestellt worden mit einem Finanzvolumen von 8,4 Millionen Euro. Ein Weinlokal in der Stadt, die Reaktivierung des Altstadtfestes, Trinkkuren für Gäste und Abfüllen des Thermalwassers waren Vorschläge von Bürgern, die im neuen Arbeitskreis diskutiert werden sollen. Zum Schlosshotel gab es einen Vorschlag aus den Reihen der Einwohner: Es soll den Bürgern gehören, die dafür Anteilscheine kaufen können. (pfn)

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