Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Marktplatz ist jetzt neu gestaltet

Jetzt ist die Schneckenfamilie auf dem Marktplatz komplett.
Jetzt ist die Schneckenfamilie auf dem Marktplatz komplett.

Die Neugestaltung des Maikammerer Marktplatzes und der Marktstraße sind fertig. Am Samstag haben Barbara und Gernot Rumpf eine große Schnecke aus Bronze aufgestellt und ein Citta-Slow-Schild angebracht. Warum die Installation aber nicht auf Anhieb geklappt hat.

Ein Einweihungsfest sollte am Samstag gefeiert werden, doch das ist der Pandemie zum Opfer gefallen. Bürgermeister Karl Schäfer (CDU) und der Erste Beigeordnete Klaus Humm (CDU) hoffen, dass es im Frühjahr nachgeholt werden kann. Dann sprudle auch das Wasser am Brunnen, so Schäfer. Das ist wegen Frostgefahr noch nicht angestellt.

Auch ohne Fest ist am Samstag auf der Nordseite des Marktplatzes einiges los. Kabel und Werkzeuge liegen herum, gespannte Nervosität liegt in der Luft, Barbara und Gernot Rumpf sowie ihre Helfer Klaus Naumer und Manfred Fiedler sind schwer beschäftigt, und der Bürgermeister schaut zu. Dazwischen thront auf einem beige gepunkteten Betonpodest, von einem Kissen gestützt, eine der beiden großen, von den Künstlern gestalteten Schnecken aus Bronze. Deren Kollegin und mehrere kleine Schnecken und Schneckenhäuser aus Bronze waren bereits im September aufgestellt worden. Mit der einen Schnecke war Rumpf nicht zufrieden gewesen, hatte sie neu gießen lassen.

Millimeterarbeit ist notwendig

Bisher ruht die Schnecke nur provisorisch auf ihrem Podest, dessen Farbe zu den Steinen des Platzes passt. Die endgültige Befestigung ist auch eine Kunst, wie man beobachten kann. Gernot und Barbara Rumpf haben damit zwar Erfahrung, etwas nervös sind sie trotzdem. „Die Löcher in das Podest sind schon gebohrt“, erklärt Klaus Naumer, der Bruder von Barbara Rumpf. In diese Löcher werden Metallstäbe, die sich an der Unterseite der Schnecke befinden, gesteckt. Damit das Ganze hält, werden die Haken mit einem speziellen Zweikomponentenkleber in der Löchern befestigt.

Da es geregnet hatte, müssen Naumer und Fiedler erst Wasser aus den Löchern saugen, danach wird Staub und Dreck, der beim Bohren angefallen ist, mit einem Kompressor herausgezogen. Gernot Rumpf prüft die Löcher genau. „Wir müssen sie erst wärmen, es ist zu kalt, da wird der Kleber zu schnell trocken“, so sein Urteil. Trocken werden soll der Kleber zwar, aber nicht zu schnell, sonst halte alles nicht. Also blasen Fiedler und Naumer warme Luft in die Bohrlöcher. „Sollen wir zwei Klebepistolen nehmen, damit es schneller geht?“, schlägt Rumpf vor. Er befürchtet, dass der Kleber fest wird, bevor die Metallstäbe der Schnecke bis ganz unten in den Löchern sind. „Nicht notwendig, ich fange jetzt an, okay“, sagt Naumer. Er drückt den Kleber in die Löcher, Fiedler stopft nach, dann hieven die beiden die Schnecke hoch, Barbara Rumpf zieht das Kissen weg, und Fiedler und Naumer setzen die Schnecke so auf ihr Podest, dass die Haken genau in die Löcher passen. Das ist Millimeterarbeit, aber die beiden sind ein eingespieltes Team.

Naumer bekommt jetzt eine Spezialaufgabe. Er muss mit sich mit seinen 100 Kilogramm Gewicht auf die Schnecke setzen, damit sich deren leichteres Hinterteil nicht einige Millimeter nach oben drückt, bevor der Kleber trocken ist. „Da musst Du jetzt bis Weihnachten sitzen“, frotzeln die Anderen. Ringsherum seien mehrere Lokale, die würden ihn sicher gut mit Essen und Getränken versorgen, verspricht Schäfer.

Weihnachtsgebäck zur Stärkung

Immer wieder kommen Passanten vorbei, gucken eine Zeit lang zu, was da so passiert, gehen dann weiter. „Ich war extra wegen der Schnecke beim Friseur“, sagt Marianne Schäfer, die Ehefrau des Bürgermeisters lachend, als sie vorbeikommt. Sie sieht sofort, was hier fehlt. Kurzerhand nimmt sie ihren Mann mit, kocht zuhause Kaffee, packt Weihnachtsgebäck in eine Dose und schickt ihren Mann mit Kaffee und Gebäck zurück.

Eine Bronzetafel mit der Aufschrift „Citta Slow Maikammer seit 2017“ und der Darstellung einer Schnecke, dem Symbol von Citta Slow, wird auf einem Betonsockel am Rande des Platzes angebracht. Hier sind die Löcher zur Befestigung noch nicht gebohrt. Die Stellen für die Löcher werden genau abgemessen, Fiedler bohrt, Gernot Rumpf zieht mit einem Kompressor Staub heraus. Vorsichtig werden die Metallstäbe an der Unterseite der Platte noch etwas gerade geschlagen. Dann ein Versuch, doch die Löcher sind zu klein. Auch Nachbohrungen reichen nicht. Naumer fährt schließlich in die Werkstatt, holt einen größeren Bohrer. Um 12.10 Uhr rufen alle „Aaah!“ als die Bronzeplatte passgenau an ihrem Platz ist. Jetzt muss sie noch mit Kleber befestigt werden.

Auf der Nordseite des Marktplatzes befinden sich außer der Brunnenanlage zwei Seidenbäume und zwei Bänke. Die Südseite des Marktplatzes hat ein anderer Künstler gestaltet. Der Maikammerer Florist Joachim Kiefer hat große, runde Blumenkübel aus Stahl in verschiedenen Höhen entworfen. Diese stehen schön bepflanzt und adventlich dekoriert einzeln oder in kleinen Gruppen an verschiedenen Stellen des Platzes. In den Kübeln befindet ein Tank, erläutert er. Mit Hilfe einer speziellen Technik ziehen Dochte Wasser aus dem Tank, so dass die Pflanzen immer genug Feuchtigkeit haben.

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