Maikammer
Marien-Apotheke feiert 125-jähriges Bestehen
Das Team der Marien-Apotheke in Maikammer hat seine kleinen Nostalgieschätze früherer Apothekenzeiten aus dem Laboratorium geholt. „Aus dem Personalbuch der Apotheke Maikammer – Eröffnung am 01.09.1896“ steht dort beispielsweise geschrieben, und es wird erklärt, wer welche Arbeiten verrichtet hat. In einem „sehr alten Schätzchen“ blättert eine Mitarbeiterin des Apothekenteams Rezepturen früherer Apotheker durch, auf die manchmal auch alte Gefäßschilder hinweisen. Beispielsweise mit Aufdrucken wie „Hoffmannstropfen nach E. Pfirrmann“.
„Wir konnten aus diesen Unterlagen unsere Chronik zusammenstellen“, berichtet Apothekerin Julia Moritz. Eine Zusammenfassung ist zum 125-jährigen Bestehen der Apotheke im Schaufenster zu sehen. Daraus sei ersichtlich, dass die Apotheke im 19. Jahrhundert zunächst Filialapotheke der „Oberen Apotheke in Edenkoben“ war, dann von Verwaltern geleitet wurde, bis sie 1912 Vollapotheke wurde und ab dem Jahr 1924 durchgängig von Apothekerinnen und Apothekern geführt wurde. Was mittlerweile gesetzliche Pflicht ist.
Leiterin seit vier Jahren
Moritz leitet die Marien-Apotheke seit rund vier Jahren. Sie habe zunächst als Angestellte im Unternehmen ihres Vorgängers, des Apothekers Tobias Erhart, verantwortlich mitgearbeitet, bis sich dann die Möglichkeit zur Übernahme und Miete der Räume ergeben habe, erzählt die gebürtige Rülzheimerin. Nach ihrem Abitur in Herxheim hat sie eine Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA) am Naturwissenschaftlichen Technikum Dr. Künkele in Landau abgeschlossen und danach in Marburg Pharmazie studiert. „Doch die Pfalz hat mich nicht losgelassen“, sagt sie lachend. Noch während ihres Studiums hat sie immer wieder in einer Neustadter Apotheke gejobbt. Nach einigen Jahren in Köln ist sie dann wieder in die Pfalz gezogen. Dort ist die Marien-Apotheke im historischen Gebäude in der Denkmalzone Maikammers ihre berufliche Heimat geworden. Das Team besteht aus neun Mitarbeiterinnen.
Besonders gern denkt das Team an seinen Zeitungsauftritt im Magazin „Baby und Familie“ zum Thema Familienfreundlichkeit. „Wir sind in Tag-, Nacht- und Notdiensten im Einsatz“, erklärt Moritz. Zwar gehe es heute weniger um die Herstellung von Rezepturen, vereinzelt gebe es aber noch Nachfrage nach Salben, Cremes und Kapseln, die im Laboratorium hergestellt werden. „Eine unserer Hauptaufgaben ist die Kundenberatung“, erklärt Moritz. Hieran werde trotz gestiegener Verwaltungs- und Dokumentationspflichten nicht gespart. Im Herbst soll das Personal sogar aufgestockt werden.
24-Stunden-Abholservice
Zum Service gehört beispielsweise Ernährungsberatung, das Ausstellen von Impfzertifikaten oder die individuelle Anpassung von Kompressionsstrümpfen – bei Bedarf auch bei den Kunden zu Hause. Die Apotheke verfügt außerdem mit einem speziellen Automaten über eine 24-Stunden-Abholmöglichkeit. Dieses Angebot werde sehr gut angenommen, sagt Moritz.
Mit Spannung erwartet werde die Einführung des elektronischen Rezepts, das neben organisatorischen Erleichterungen sicher auch eine Herausforderung in punkto Kundenbindung bedeute, meint Moritz. Froh sei das Team, wenn die Bauarbeiten vor der Haustür endlich abgeschlossen sind.
Doch bevor die zukünftigen Herausforderungen angegangen werden, soll jetzt erst einmal gefeiert werden. Jeden Donnerstag gibt es im Jubiläumsmonat zwischen 15 und 17 Uhr in der Apotheke eine Portion Eis vom Maikammerer Eiscafé Bellini. Bei größeren Einkäufen erhalten die Kunden Präsente, und auf die Kinder wartet ein Gewinnspiel.