Kreis Südliche Weinstraße „Müssen endlich die Emotionen heraushalten“

91-94299527.jpg

Der Wilgartswiesener Ortschef Jürgen Brödel (BfW) wehrt sich gegen den Vorwurf, Ortbürgermeister und Gemeinderat seien untätig und würden keine Beschlüsse fassen, um dem Wunsch der Bevölkerung zu entsprechen, Wilgartswiesen nach Auflösung der VG Hauenstein in die VG Annweiler einzugliedern.

Diesen Vorwurf hatte Manfred Weber, Sprecher der BI „Pro Annweiler“, bei einer Einwohnerversammlung geäußert. „Eine rein emotionale Aussage“ sei es, „einfach nur zu sagen, wir wollen nach Annweiler“. Aus dem derzeit laufenden Prozess „müssen jetzt endlich die Emotionen herausgehalten und Zahlen analysiert werden“, appelliert Brödel. Nur so komme man zu tragfähigen Entscheidungsgrundlagen. Ihm seien die Ergebnisse der Umfragen von 2012 bekannt. Freilich seien derzeit Mitarbeiter der Verwaltung beauftragt, Zahlen und Fakten zusammenzutragen und aufzubereiten. Denn: „Den Bürger interessiert: Was kosten die Werksgebühren in Dahn, Rodalben oder Annweiler? Die Gemeinde interessiert: In welcher VG zahlen wir welche Umlagen?“ Er weist auch darauf hin, dass die Landesregierung eine Kommunal- und Verwaltungsreform, keineswegs aber eine „Lebenswandelsreform“ durchführe. „Wenn in Hauenstein ein Bürgerbüro bleibt, wird sich für den Bürger nichts ändern“, schreibt Brödel. Käme die Fusion mit Dahn zustande, wäre es niemand verboten, „weiterhin in Annweiler seine Einkäufe zu tätigen oder zu einem Arzt zu gehen. Auch würden unsere wirtschaftlichen Aktivitäten zur Rheinschiene nicht verboten werden.“ Entschieden bezieht Brödel Stellung gegen Aussagen, dass der Landkreis „uns in den letzten Jahren benachteiligt und nicht mehr gefördert“ habe: Vielmehr habe der Landkreis „unseren kompletten Bahnhaltepunkt als einer der ersten an der Queichtalstrecke umgebaut“. Er habe „ganz aktuell unsere Bahnhofstraße“ ausgebaut, habe bei der Dachsanierung der Falkenburghalle geholfen. Brödel weist auch darauf hin, dass an der Realschule plus in Hauenstein, die von vielen Wilgartswiesener Kindern besucht werde, „größere Sanierungsarbeiten“ beginnen. Unterdessen hat Bürgermeister Werner Kölsch (parteilos) im Amtsblatt den derzeitigen Sachstand erläutert. Er nennt als Ziel der Verhandlungen, das „maximal Mögliche für unsere Bürger und Ortsgemeinden zu erreichen“. Dazu gehöre „vorneweg, vor Ort ein Bürgerbüro zu erhalten“. Er nennt als weitere Punkte „die Schulstandorte, die Feuerwehren, das Freibad, Tourist-Info-Zentrum usw.“ „In den bisher geführten Gesprächen mit den beteiligten Verbandsgemeinden wurden keine unüberwindbaren Hindernisse festgestellt.“ Wie von der BI „Pro Annweiler“ angeregt, werde als Termin für die Bürgerbefragung der 7. Mai, der Tag der Landratswahl in der Südwestpfalz, „angestrebt“. Danach soll bei öffentlichen Veranstaltungen in allen Ortsgemeinden „über die Fakten und Daten“ unterrichtet werden. Als weitere Schritte sind Gespräche mit Landrat Hans Jörg Duppré und Landrätin Theresia Riedmaier geplant. Man werde sich auch rechtlich durch eine Anwaltskanzlei beraten lassen und warte täglich auf eine Terminzusage aus dem Mainzer Innenministerium. |ran

x