Billigheim-Ingenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Leiterin der Klingbachschule geht in Pension: „Lehrerin aus Überzeugung“

Christine Gein war über 20 Jahre an der Klingbachschule in verschiedenen Funktionen tätig. Nun will sie unter anderem mehr radel
Christine Gein war über 20 Jahre an der Klingbachschule in verschiedenen Funktionen tätig. Nun will sie unter anderem mehr radeln und Spanisch sprechen.

Der 31. Januar ist der letzte Schultag für Christine Gein: Die Leiterin der Klingbachschule in Billigheim-Ingenheim geht in Pension. Langweilig wird es ihr nicht werden.

„Ich bin Lehrerin aus vollster Überzeugung“, sagt die 67-Jährige. Ein Beleg dafür ist, dass Gein ihre Dienstzeit freiwillig um eineinhalb Jahre verlängert hatte. „Ich habe es nie bereut, Lehrerin geworden zu sein. Es war meine zweite Berufung, die dann zur ersten wurde.“ Die Leiterin der Billigheimer Grundschule hatte ihre Laufbahn nämlich als Sozialarbeiterin begonnen. Sie arbeitete im Haus der Jugend in Landau und war Stadtjugendpflegerin und Leiterin des Jugendzentrums in Kandel. Das passte einerseits ganz gut, weil auch ihr Mann beruflich in der Jugendarbeit tätig war. Andererseits gab es häufig Abendtermine, das Paar sah sich so seltener.

Also entschied Gein, beruflich noch einmal neu anzufangen und studierte Lehramt an der Uni Landau. „Irgendwie kam ich dazu, wie man so schön sagt, wie die Jungfrau zum Kind. Ich kann’s, ehrlich gesagt, gar nicht mehr erklären.“ 2001 schloss sie ihr Referendariat ab. Ihre erste Stelle als Lehrerin war eine Vertretung. Als Feuerwehrlehrkraft wurde sie an verschiedenen Schulen in und um Rodalben eingesetzt, um Ausfälle von Lehrkräften zu kompensieren. 2002 wechselte sie an die Klingbachschule auf eine feste Stelle. Gein übernahm Leitungen in allen vier Klassenstufen. Zudem betreute sie Lehramtsanwärter als Mentorin. Nebenbei war sie ab 2007 beim Pädagogischen Landesinstitut in Speyer tätig und bot Weiterbildungen für Lehrkräfte an. 2010 wurde Gein zur Konrektorin der Klingbachschule befördert, ehe 2016 die Berufung zur Leiterin erfolgte.

Eine Trommel aus Westafrika

Die Südpfälzerin spielt in ihrer Freizeit gerne Gitarre und Djembe, eine Trommel, deren Ursprünge in Westafrika liegen. Volker Damian, ehemaliger Leiter der Grundschule Siebeldingen, brachte sie in Kontakt mit Billy Nankouma Konaté aus Guinea. Dieser lebt seit 2005 in Dudenhofen. Er spielte bereits mit sieben Jahren die traditionelle Musik der Malinke, eines westafrikanischen Volkes. Er brachte Gein das Djembespielen bei. Noch heute übt sie mit dem 47-Jährigen.

Als Höhepunkt ihrer schulischen Laufbahn nennt Gein das Projekt „Schulisches Band“, das sie gerne „Mein Kind“ nennt. Hier können Kinder der dritten und vierten Klassen selbst entscheiden, welchen musikalischen Themen sie sich widmen wollen, sei es in der Schulband, dem Musiktheater oder dem Tanz. Die Schule wurde auch schon mit dem Landesmusikpreis ausgezeichnet. Die Klingbachschule ist auch Schwerpunktschule, die sich um Inklusion kümmert. Auch Kinder mit Förderbedarf werden dort beschult. Zudem gibt es immer wieder eine Projektwoche Zirkus, wo die Kinder vor Publikum in der Manege auftreten. „Wir sind schon eine sehr rührige Schule“, sagt Gein stolz.

Spanisch sprechen mit der Schwiegertochter

Im Ruhestand will die passionierte Radfahrerin den Rhone-Rad-Weg in Angriff nehmen. „Aber mit mechanischem Antrieb, ohne Elektrounterstützung“, betont Gein. Beim Verein „Freunde und Förderer internationaler Kunst und Kultur“ mit Sitz in Kaiserslautern ist sie engagiert, organisiert dort regelmäßig Fahrten, auch ins Ausland. So fungiert sie schon im April als Reiseleiterin bei einer Fahrt nach Südengland. Gein ist auch der spanischen Sprache mächtig, will sie sich doch mit ihrer Schwiegertochter, die aus Kolumbien stammt, und deren Familie unterhalten können. Aber auch in der Südpfalz ist sie immer gerne unterwegs. In Landau aufgewachsen, wohnt Gein bis heute in ihrer Heimatstadt, im Stadtteil Horst.

Geins Nachfolge ist noch nicht abschließend geregelt, hat doch die Verbandsgemeinde Landau-Land als Schulträgerin mitzubestimmen, mitsprechen wird auch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektionen. „Es muss eben alles seinen bürokratischen Gang gehen. Wenn es gut läuft, kann die Stelle vielleicht schon zum 1. Februar wieder besetzt werden“, hofft Christine Gein.

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