Kreis Südliche Weinstraße „Lass’ die Sonne in dein Herz“

Tausende von Besuchern flanierten gestern durch Bad Bergzabern, um bei frühlingshaften Temperaturen eine bunte Mischung zu genießen: den Herbstmarkt auf dem Schlossplatz, den verkaufsoffenen Sonntag, den Tag der russischen Küche in der Schlosshalle und viele andere Angebote, die den Tag zum Rundumerlebnis machten.
„Wenn man etwas zusammenmacht, kommt auch etwas dabei heraus“, ist schon am frühen Nachmittag angesichts der Menschenmassen das Fazit des Vorsitzenden des Werbekreises, Bernd Malysiak. „Alles gut“, sagt er zufrieden und widmet sich weiter seinen Kunden. Los ging’s schon in der Weinstraße mit Preisrabatten und mit zwei Modenschauen am Ludwigsplatz. Die Gäste konnten die Schau auf dem Catwalk entspannt bei einem Tässchen Kaffee und feiner Patisserie genießen. Am Alten Rathaus freuten sich die Ehrenamtlichen der Stadtbücherei über das große Interesse an Hunderten von Büchern, die zum Schnäppchenpreis zu bekommen waren. Darunter auch eine Brockhaus-Enzyklopädie mit Goldschnitt aus den 70ern für 50 Euro. „Die sind lecker“, fand eine Familie, die gerade die Waffeln der Karnevalsgesellschaft Hameckia verspeiste, die auf dem Marktplatz bewirtete. Apfelküchle und Reibekuchen gab es in der Königstraße. Eine große Autoschau vor dem Schloss lockte in erster Linie die männlichen Besucher. Auf dem Herbstmarkt gleich daneben drehten sich unablässig das Kinderkarussell und der Autoscooter zu typischer Jahrmarktsmusik. Ihre Anziehungskraft nicht verloren haben auch der Schießstand und das Entenangeln. „Zwei reichen“, meinte eine Mutter, deren Sprösslinge genüsslich Schokoküsse verspeisten. Brechend voll war die Schlosshalle, in der die Siebenten-Tags-Adventisten ein russisches Buffet anboten. Der Teig für die Mantys war selbst gemacht, Kürbis oder Weißkohl war darin eingewickelt. Frittiert und mit Rindfleisch gefüllt heißt die Spezialität Beljaschi, im Dampfkochtopf zubereitet Alanty. „So viel Arbeit in der Küche muss man bei den Frauen immer würdigen“, bemerkte schmunzelnd ein Gast. An vielen Stellen in der Stadt lockten Flohmärkte zum Stöbern. Livemusik erklang in der Bärengasse. Das Lied „Lass’ die Sonne in dein Herz, schick’ die Sorgen himmelwärts“ könnte das Motto des Tages gewesen sein. „Schlank geschnittene Jeans, Woll- und Steppjacken“, war die kurze Antwort im Männerbekleidungsgeschäft, was denn „Mann“ in diesem Winter so trage. In den Geschäften wurde beraten, anprobiert, ausprobiert und verkauft. Die Damen waren natürlich an Mode interessiert, die es in allen Preisklassen gab. Wolle und Kaschmir sind die Edelfasern, die in diesem Winter für Wärme sorgen sollen. Schwarz und weiß sind weiterhin die klassische Farben, dazu violett oder bordeaux als Modefarben des Winters. Kunst, Wein und Kultur wurden in der Galerie Marktstraße angeboten. Zum Kunstgenuss ein Gläschen Wein und die Klänge eines Saxofons wurden gerne angenommen. „Die Vielfalt ist schön, man entdeckt an jeder Ecke etwas Neues“, sagte ein Ehepaar aus Jockgrim. Die Sonnenplätze der Gastronomie waren begehrt, um Süßes, Deftiges oder einfach einen Kaffee zu genießen und dem bunten Treiben zuzusehen. (pfn)