Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Landwirte müssen Brücken umfahren

Die Brücke am Schleepfad in Edenkoben ist derzeit nur für Fußgänger geöffnet.
Die Brücke am Schleepfad in Edenkoben ist derzeit nur für Fußgänger geöffnet.

Wegen eines Unfalls in Rülzheim ließ die Deutsche Bahn mehrere Brücken auf Wirtschaftswegen in den Landkreisen sperren. Das erschwert den Landwirten die Arbeit. Wer ist betroffen? Und was können die Verbandsgemeinden dagegen tun?

Ende Oktober touchierte ein Traktor das Geländer einer Sandsteinbrücke entlang eines Wirtschaftsweges in Rülzheim. Dabei fielen Bruchstücke der Brücke auf das sich darunter befindliche Gleisbett der Deutschen Bahn, weshalb diese die Brücke zunächst für den Verkehr sperren ließ. „Die Fachkräfte untersuchen nun vor Ort die entstandenen Schäden und planen erforderliche Reparaturarbeiten“, sagt eine Sprecherin der Deutschen Bahn.

So weit, so logisch. Allerdings schauten in den vergangenen Tagen nicht nur die Rülzheimer Landwirte doof aus der Wäsche. Denn die Bahn ließ parallel weitere baugleiche Brücken sperren, um „Untersuchungen der Substanz durchzuführen“, sagt die Sprecherin. Betroffen seien unter anderem Brücken, die in den Gemeinden Edenkoben, Knöringen, Rohrbach, Steinweiler, Albersweiler und Annweiler über Flutgraben und Wirtschaftswege führen.

Edenkobener Umfeld komplett abgeschnitten

Darunter fällt auch die Brücke des Schleepfads in Edenkoben, die momentan nur für den Fußgängerverkehr geöffnet ist. Heiko Heymanns ist Winzer in Edenkoben und sitzt auch im Stadtrat. Die Brückensperrung beeinträchtigt die Winzer erheblich, wie er sagt: „Die Bahntrasse schneidet das Edenkobener Umfeld komplett ab. Es gibt hier keine direkte Verbindung von Ost nach West. Wir müssen nun deutlich längere Wege fahren, wie zum Beispiel über das Industriegebiet oder die Kläranlage in Venningen oder den Bahnübergang in Edesheim.“

Heymanns kann verstehen, dass die Bahn nun Angst hat, es könnten Sandsteinblöcke auf das Schienennetz fallen, wenn jemand dranfährt. Dies sei allerdings ein sehr unwahrscheinliches Szenario. Die Stadt Edenkoben und die Verbandsgemeinde hätten die Sperrungen zur Kenntnis genommen, ihr seien aber die Hände gebunden, da die Deutsche Bahn Eigentümer der Brücken und somit für die Sicherheit verantwortlich ist, wie die Verbandsgemeinde auf Anfrage mitteilt.

„Grundsätzlich müssen alle Brücken der Deutschen Bahn stets einwandfrei für den Zugverkehr befahrbar sein“, betont die Bahn-Sprecherin. „Daher werden die Bauwerke, gleich welcher Bauart, nach vorgeschriebenen Fristen von Expertinnen und Experten regelmäßig inspiziert und geprüft.“ Wie lange die Brücken gesperrt sein werden und ob sie nach den Inspektionen wieder für den Verkehr geöffnet werden, bleibt abzuwarten.

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