Kreis Südliche Weinstraße Landschaftsgestalter auf vier Beinen

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„Das Waldweideprojekt mit Wildrindern in St. Martin war ein Pilotprojekt“, betonte Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) am Dienstag bei der Übergabe einer Plakette der Metropolregion Rhein-Neckar am Rand des 41 Hektar großen Weideareals (wir berichteten gestern kurz auf „Südwest“). Nach nur vier Jahren sei es ein nachahmenswertes Beispiel für andere Regionen geworden, Heckrinder als Landschaftsgestalter einzusetzen.

Zu der festlichen Übergabe versammelten sich auch die vier Mutterkühe mit ihren vier Kälbern und dem Bullen Otello am Zaun, was weniger der Prominenz als vielmehr ihrem Hüter und Leiter des Projekts, Peter Hiery, galt. Er lieferte das tägliche Mitbringsel in Form von alten Brötchen, Karotten oder Äpfeln ab. Bisher hätten 19 Kälber das Licht der hellen Wälder erblickt, die dann aber größtenteils weitergegeben wurden. „Wir haben jetzt gelernt, dass nur eine bestimmte Anzahl von Tieren ohne Zufütterung auf unserem Areal gesund durch den Winter kommt“, erklärt Hiery. Hiery ist stolz, dass das Beweidungsprojekt auch zu einer Zusammenarbeit und wissenschaftlichen Begleitung unter anderem mit der Universität Landau geführt hat. Beobachtungen der Umweltwissenschaftler hätten zum Beispiel gezeigt, dass sich zwei bedrohte Käferarten hier wieder angesiedelt haben. Den Mehrwert für die Bewohner der Verbandsgemeinde Maikammer als Naherholungsgebiet hob Bürgermeister Karl Schäfer (CDU) hervor und würdigte das Engagement der Ortsgemeinde St. Martin. Deren Bürgermeister Timo Glaser (CDU) dankte für das Preisgeld von 13.000 Euro, das ausnahmslos in die weitere Projektarbeit fließen werde. Diese sei letztlich auch ein besonderer Anziehungspunkt im touristischen Angebot. Jährlich vergibt die Metropolregion 50.000 Euro Preisgeld im Wettbewerb um besondere Umweltprojekte, dieses Mal unter dem Motto „Umwelt in Bewegung“. Das Projekt verfolgt auch umweltpädagogische Ziele, das gedeihliche Miteinander von Natur und Kultur könne hautnah erlebt werden. Das Waldweidegebiet in St. Martin gehört zu den bislang 22 prämierten Projekten in der Metropolregion, das zur Sicherung und Weiterentwicklung der Kulturlandschaft dient. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald-Nordvogesen, der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße, der Gemeinde St. Martin und dem Forstamt Haardt in Landau. Die Plakette als „Zeichen der Ein-bindung solcher Projekte in den regionalen Kontext“ soll auf eine um-fassende Vernetzung einzelner Regionalpark-Routen hinweisen. Wie der Regionalplaner Claus Peinemann erklärte, sind dies die Kurpfalzachse in Ost-West-Richtung von Osterburken bis Lambrecht, die Rheinachse in Nord-Süd-Richtung und eine Ringroute, die unter anderem Speyer, Schwetzingen, Heidelberg, Freinsheim, Bad Dürkheim, Landau streift. Peter Hiery, nimmt inzwischen regelmäßig Gruppen mit auf die „Auerochsentour“ rund um das Weideareal und gibt viel Wissen über die Tiere und diese einzigartige Beweidungsform weiter. Info www.sankt-martin.de

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