Landau / SÜW Landrat fordert personelle Verstärkung für Pflegestützpunkte
135 Pflegestützpunkte gibt es im Land Rheinland-Pfalz. Deren Fachkräfte sollen Menschen rund um die Themen Pflege und soziale Betreuung informieren und Angebote vermitteln. Es fällt ihnen aber immer schwerer, diese Aufgabe reibungslos zu leisten, wie aus einer Pressemitteilung des Landkreises zur jüngsten Pflegekonferenz in die Elmar-Weiller-Festhalle in Herxheim hervorgeht. So sei das Personal überlastet, krankheitsbedingte Ausfälle nehmen zu. Beratungen müssen größtenteils telefonisch statt im persönlichen Gespräch erfolgen. Umgekehrt beschwerten sich Bürger unter anderem über lange Wartezeiten. In einer Zeit, in der die Nachfrage nach Beratungen zunehme. All diese Punkte trugen die Beschäftigten der beiden Pflegestützpunkte, die es im Landkreis SÜW gibt, den Konferenzteilnehmern beim Treffen in Herxheim vor.
Mehrfach habe Landrat Dietmar Seefeldt das rheinland-pfälzische Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung auf die Schwachstellen hingewiesen, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung. Bemängelt wird, dass die Versorgungsgebiete der beiden Pflegestützpunkte im Landkreis SÜW zu groß seien. „Dass dahingehend – mit Blick auf den demografischen Wandel, der damit einhergehenden Alterung der Gesellschaft und auf die überlasteten Beratungskräfte – noch nichts passiert ist, ist unverantwortlich“, so Landrat Dietmar Seefeldt.
Eine Rechnung, die nicht aufgeht
Laut Gesetz sollen sich Fachkräfte von Pflegestützpunkten im Schnitt um jeweils rund 30.000 Einwohner kümmern können. Im Landkreis SÜW geht diese Rechnung aber nicht auf: Im Bereich des Pflegestützpunkts Annweiler-Bad Bergzabern kommt eine Fachkraft auf rund 41.000 Menschen, in Edenkoben-Herxheim-Offenbach gar auf rund 48.000. Der Pflegestützpunkt Landau-Verbandsgemeinde Landau-Land deckt ein Gebiet mit rund 61.000 Menschen ab.
Zum Vergleich: Der Landkreis Bad Kreuznach, in dem rund 12.000 Menschen über 80 Jahre leben, habe sechs Pflegestützpunkte und damit mehr als doppelt so viele wie der Landkreis SÜW und die Stadt Landau zusammen, die laut Statistischem Landesamt allerdings fast genauso viele Menschen über 80 Jahre haben, und zwar rund 11.000 Einwohner.
Neues Teammitglied
Der Pflegestützpunkt in Landau kann sich zumindest über personellen Verstärkung freuen. Neu im Team der Beratungsstelle in der Röntgenstraße ist Regina Dollt. „Der Beratungsbedarf ist in den vergangenen Jahren enorm stark gestiegen und wird nicht zuletzt durch den demografischen Wandel weiter anwachsen“, begründet Bürgermeister Maximilian Ingenthron (SPD), wieso die Stadt zusätzliche Mittel für eine Halbtageskraft bereitstellt.
Er fordert aber auch mehr Unterstützung vom Land für solch eine wohnortnahe Anlaufstelle für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. „Das zu bewältigende Pensum ist eigentlich nicht zu stemmen. Bessere Rahmenbedingungen würden es ermöglichen, dass die Beratung zeitnah und mit noch mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung erfolgen kann“, wird Maximilian Ingenthron in der Presseerklärung der Stadt zitiert.