Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Landau: Wellpappenhersteller Progroup erweitert Zentrale

Knallige Farben und Kommunikationsinseln: die neue Progroup-Akademie.
Knallige Farben und Kommunikationsinseln: die neue Progroup-Akademie.

Der Wellpappenhersteller Progroup prescht nach vorn, nicht nur was die Unternehmenszahlen angeht, sondern auch in Sachen Arbeitsatmosphäre. Voller offener Kommunikationsräume und moderner Technik präsentiert sich die Zentrale in Landau. Nun wurde hier Platz für über 100 neue Mitarbeiter geschaffen.

Der Landauer Wellpappenhersteller Progroup will Innovationstreiber sein, das spiegelt sich auch in der Innengestaltung der Zentrale im Landauer Horstring wieder. Dort, wo der Kopf des Unternehmens sitzt, das europaweit elf Wellpappenwerke, zwei Papierfabriken, ein Logistikunternehmen und ein Kraftwerk betreibt. Dort, wo die strategische Entwicklung des Unternehmens rasant nach vorne getrieben wird. Allein von 2018 bis 2025 plant das Unternehmen, 400 neue Mitarbeiter einzustellen und 1,15 Milliarden Euro zu investieren.

Agiles Arbeiten ist das Schlagwort für die Inneneinrichtung der Progroup-Zentrale. Hier eine Kommunikationsinsel mit Lounge-Atmosphäre, da ein offener Treffpunkt in knalligen Farben, dort ein kleiner Rückzugsraum mit digitaler Ausstattung, daneben eine Projektecke mit Stehtisch und Pinnwand. Wellpappen-Kunstwerke, wohin das Auge blickt, peppen die Großraumbüros auf. Deren Arbeitsplätze sind höhenverstellbar und mit Licht ausgestattet, das seinen Schein an den Wandel des Tageslichts anpasst. Die zentralen Teeküchen mit Obstangebot laden zum Austausch ein. Die Progroup investiert ins „well being“ (Wohlbefinden) ihrer Mitarbeiter. Natürlich nicht nur zum Selbstzweck. Das Unternehmen will eine Arbeitsatmosphäre schaffen, die zu Kreativität, Kommunikation und damit Innovation beiträgt und damit das Unternehmen nach vorne bringt.

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Über sieben Meter lange Videoleinwand

In den vergangenen Monaten nahmen zahlreiche Handwerker die Zentrale in Beschlag, um Platz für 117 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Gestern wurde der Erweiterungsbau eingeweiht. Fünf Millionen Euro hat der Anbau mit Ausstattung gekostet, durch den sich die Fläche von 3900 auf 5800 Quadratmeter vergrößert. Der Landauer Investor Michael Münch, dem das Gewerbeareal an der Ecke Horstring/Fichtenstraße gehört, hat den Rohbau hochgezogen. Die Progroup als Mieter hat Technik und Inneneinrichtung bezahlt.

Herzstück des Anbaus ist die 550 Quadratmeter große Progroup-Akademie im Erdgeschoss. Großzügig, lichtdurchflutet und ultrastylish ist sie eingerichtet. Herta Heindl, die Ehefrau von Firmengründer Jürgen Heindl, hat sich das Designkonzept einfallen lassen. Die knallblaue Küche kommt aus Landau, die bordeauxroten und quietschgrünen Vorhänge aus Steinfeld, der anthrazitfarbene Boden aus Wörth. Überhaupt hat die Progroup nur regionale Firmen für den Erweiterungsbau beauftragt. An den Wänden hängen Touchscreens so groß wie Fernseher. Nebenan im Konferenzraum tagen gerade Führungskräfte im Stuhlkreis. Hinter ihnen blickt man auf eine 7,30 mal 2,10 Meter große Videoleinwand. Diese erlaubt Konferenzschaltungen zu neun Werken gleichzeitig. An Dolmetscher-Kabinen ist auch gedacht. Denn die Progroup hat Standorte in ganz Europa. Die Video-Übertragungen ersparen Flugreisen und bringen die Werke näher zusammen. Wissensaustausch soll es schließlich nicht nur in der Zentrale, sondern auch zwischen den Außenstellen geben. Die komplette Ausstattung denkt „agiles und effizientes Arbeiten“ mit, wie es Herta Heindl beschreibt. Anfangs war mal angedacht, die Akademie auch für externe Schulungen zu öffnen. Aber daraus wird wohl nichts. Weiterbildungen, Azubitage, Sekretärinnentagungen, Führungskräfte-Workshops und Co.: „Die Akademie ist mit unseren eigenen Veranstaltungen schon bis Ende des Jahres ausgebucht“, berichtet sie.

 

 

Unternehmen sucht händeringend Mitarbeiter

Vor der Erweiterung im Herbst 2018 waren rund 150 Mitarbeiter in Landau beschäftigt, mittlerweile sind es 200, weitere sollen in den nächsten Monaten hinzukommen. 263 Arbeitsplätze stehen nun zur Verfügung. Finanzen, IT, Personalmanagement, Marketing. „Wir haben überall offene Stellen“, berichtet Maximilian Heindl. Der Sohn des Firmengründers ist seit 2016 im Unternehmen und wird Ende 2022 in die Fußstapfen seines Vaters als Vorstandsvorsitzender und CEO der nicht-börsennotierten Aktiengesellschaft treten, die 2018 einen Umsatz von 966 Millionen Euro erwirtschaftet hat.

Am Mittwochabend, 12. Februar, war offizielle Einweihung des Erweiterungsbaus, umgezogen sind die Mitarbeiter aber schon Ende Dezember. Innerhalb von drei Wochen ging alles über die Bühne. „Aber wir haben vorher vier Monate lang einen Umzugsplan erarbeitet“, erzählt Herta Heindl. Damit die Mitarbeiter die neuen Räume und deren Möglichkeiten besser kennenlernen, hat sie vor Kurzem eine „Expedition Group Office“ organisiert. Schnitzeljagdmäßig erkundeten bunt durchmischte Teams das Haus und lösten an sieben Stationen Aufgaben. Moderne Arbeitswelten eben, bei einem Unternehmen, bei dem man sich neuerdings nur noch duzt – „vom Chef bis zum Gabelstaplerfahrer“, wie Gründer Jürgen Heindl deutlich macht.

 

 

 

 

 

Die Innengestaltung trägt die Handschrift von Herta Heindl, Ehefrau des Firmengründers.
Die Innengestaltung trägt die Handschrift von Herta Heindl, Ehefrau des Firmengründers.
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