Kreis Südliche Weinstraße Landau/SÜW: Bisher eine Schule wegen Orkans Sabine geschlossen

Es wird stürmisch.
Es wird stürmisch.

Orkan-Alarm in Deutschland. Am Sonntag erreicht Sturmtief Sabine Deutschland. Wie rüsten sich die Kommunen in der Südpfalz? Bleiben die Schulen am Montag geschlossen? Wir haben uns umgehört.

Orkan Sabine braust über Deutschland. Der Wetterdienst hat die zweithöchste Unwetterwarnstufe herausgegeben. Überall sind Sicherheitsvorkehrungen angesagt. Ein Bundesliga-Fußballspiel wurde vorsorglich abgesagt. Zahlreiche Flüge fallen aus. Beim Bahnverkehr gibt es starke Einschränkungen. Etliche Schulen bleiben am Montag dicht.

Darunter auch eine in Landau. Die Konrad-Adenauer-Realschule plus meldet auf ihrer Homepage: „Kein Unterricht am Montag!“ Weiter heißt es: „In der Nacht von Sonntag auf Montag ist mit schweren Sturm- und Orkanböen zu rechnen, die am Montag noch anhalten sollen. Nach jetzigem Kenntnisstand der zu erwartenden Gefahren haben wir uns dafür entschieden, den Unterricht am Montag nicht stattfinden zu lassen.“

Entscheidung liegt beim Schulleiter

Die anderen Schulen in der Stadt Landau und im Kreis SÜW haben sich entschlossen, regulär Unterricht anzubieten, oder geben bisher keine Informationen auf ihren Internetseiten. Die Homepage des Otto-Hahn-Gymnasiums meldet beispielsweise: „Liebe Eltern, aufgrund des Sturmtiefs Sabine rechnen wir mit Behinderungen des Nahverkehrs. Die Entscheidung darüber, ob ihr Kind in die Schule fahren soll, auch wenn die Busse fahren, liegt bei Ihnen. Wir bemühen uns, dass der Unterricht regulär stattfinden kann.“ Ähnlich sieht es beim Max-Slevogt-Gymnasium und bei der Maria-Ward-Schule aus, die ankündigen, auf jeden Fall eine Betreuung vorzuhalten, sollten auch viele Lehrer sich entschließen, aus Sicherheitsgründen zu Hause zu bleiben.

Sandra Diehl, Pressesprecherin der Stadt Landau, bestätigt nach Rücksprache mit Bürgermeister Maximilian Ingenthron, dass in Rheinland-Pfalz die Schulleiter selbst entscheiden, ob es am Montag Unterricht gibt. Dies hatte auch das Bildungsministerium am Sonntag mitgeteilt.

Den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden im Kreis wurden bis Sonntagnachmittag keine Schulschließungen gemeldet, wie sie auf RHEINPFALZ-Nachfrage berichten. Das Trifels-Gymnasium in Annweiler, das Gymnasium und die Paul-Gillet-Realschule plus in Edenkoben sowie das Alfred-Grosser-Schulzentrum in Bad Bergzabern überlassen es den Eltern, ob sie ihre Kinder bei extremen Witterungsverhältnissen in die Schule schicken. Die Schulen sollten aber bei Fernbleiben informiert werden, heißt es am Sonntagnachmittag auf deren Webseiten.

Sollten sich die Schulen für eine Schließung entscheiden, werde dies über die Homepages mitgeteilt, erfährt man dort. Für die Grundschulen in Billigheim-Ingenheim und Ilbesheim informiert Schulleiterin Christine Gein: „Wir halten die Schulen offen, gehen aber davon aus, dass kein regulärer Schulbetrieb möglich sein wird.“ Die Eltern sollten entscheiden, ob sie ihr Kind in die Schule schicken. Aktuelle Infos gebe es hier ebenfalls auf der Schulhomepage.

Vorsicht in Waldgemeinden

Wie haben sich die Rettungskräfte in Landau und im Kreis Südliche Weinstraße auf den Sturm vorbereitet? Kreisfeuerwehrinspektor Jens Thiele ist am Sonntagnachmittag noch „gelassen gespannt“. „Wir sprechen von strategischer Ruhe“, sagt er gegenüber der RHEINPFALZ. Die Feuerwehrleute im Kreis seien alle informiert worden. Sie wüssten, was auf sie zukommt. Aber sie seien gut aufgestellt und generell vorbereitet, von daher hat er keine Bedenken. Ab Sonntagabend hätten er und seine zwei Stellvertreter eine verstärkte Rufbereitschaft, berichtet der Kreisfeuerwehrinspektor. Auch ein möglicher größerer Einsatz sei technisch vorbereitet worden. „Das sind alles präventive Maßnahmen.“ Spezielle Vorkehrungen nur wegen dieses Sturms gebe es nicht. Besonders in den Waldgebieten müsse man Vorsicht walten lassen, wenn man das Haus verlasse, warnt Thiele. Bei Stromausfällen würden die Feuerwehrhäuser in den Gemeinden besetzt. Bei medizinischen oder sonstigen Notfällen könnten sich Bürger an die Feuerwehr wenden, wenn ihr eigenes Telefon nicht mehr funktioniere, informiert er.

Ähnlich gelassen zeigt sich am Sonntagmittag Dirk Hargesheimer, Stadtfeuerwehrinspekteur in Landau. Er habe alle Mitarbeiter der Freiwilligen Feuerwehr vorgewarnt, doch die würden sich angesichts der Warnungen, die der Wetterdienst an Katwarn und andere Systeme herausgegeben habe, ohnehin in Bereitschaft halten. Alle Pläne für größere Ereignisse lägen bereit.

Feuerwehr rund um die Uhr bereit

Die Feuerwehr habe ihre Einsatzpläne für den Notfall und sei durch bisherige Sturm- und Starkregenereignisse bereits gut vorbereitet, berichtet Annweilers Bürgermeister Christian Burkhart. Besondere Vorkehrungen gebe es nicht. Die Feuerwehr sei „immer bereit“, kommentierte Offenbachs Bürgermeister Axel Wassyl die Lage. Die Kommune sah keinen akuten Bedarf, spezielle Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. „Abwarten, was passiert“, ist seine Devise. Keine besonderen Vorkehrungen gab es auch bei den Feuerwehren der Verbandsgemeinde Landau-Land, wie Bürgermeister Torsten Blank nach Rücksprache mit den Einsatzkräften berichtet. Die Rettungskräfte seien rund um die Uhr einsatzbereit und verfolgten das Wettergeschehen auf Online-Kanälen, um schnell eingreifen zu können.

Die Rettungskräfte seien gut ausgestattet und immer einsatzbereit, berichtet der erste Beigeordnete Martin Engelhard für die Verbandsgemeinde Bad Bergzabern. „Wir können ja nicht präventiv Bäume fällen“, sagt er. Die Feuerwehr werde reagieren, wenn sich eine konkrete Einsatzlage ergebe. Diese Herangehensweise vertritt man auch in der Verbandsgemeinde Herxheim. „Wir behalten die Situation im Auge, haben aber keine speziellen Vorkehrungen getroffen“, sagt Bürgermeisterin Hedi Braun.

Friedhöfe in Landau am Montag geschlossen

Schon am Freitag hatte die Stadt Landau angekündigt, am Montag den Hauptfriedhof und die Friedhöfe in den Ortsteilen zu schließen. Sollte es weiter stürmen, rät die Friedhofsverwaltung, von einem Besuch der Gräber ab. Anfang Mai 2016 war bei Böen auf dem Hauptfriedhof eine 20 Meter hohe Kiefer umgestürzt und quer über zahlreiche Gräber gefallen. Der Sturm war damals allerdings gar nicht so stark, die Ursache Fäule.

Landauer Zoo holt alle Tieren rein

Ob der Landauer Zoo am Montag öffnet, will die Leitung in der Früh entscheiden, sagt die stellvertretende Direktorin Christina Schubert auf Nachfrage. Alle Tiere sollen die Nacht geschützt in ihren Ställen verbringen, auch jene, die in milderen Winternächten sonst raus dürfen. Damit soll verhindert werden, dass sie ausbüxen, wenn Gehegezäune durch herabfallende Äste beschädigt werden. Außerdem fühlen sich die Tiere Schubert zufolge im Stall sicherer, wenn draußen der Sturm tobt. „Wir gehen alle noch einmal offenen Auges durch die Anlage und schauen, ob noch Sachen wie Eimer oder Werkzeuge gesichert werden müssen.“ Montagmorgen soll der Orkan im Süden Deutschlands am heftigsten wüten.

Die Bäume auf der Anlage seien zwar alle begutachtet, aber bei starken Sturmböen könnten natürlich trotzdem dicke Äste herunterbrechen. „Die Sicherheit der Besucher geht vor“, sagt Schubert zur einer eventuellen Schließung am Montag. Der Zoo will darüber auf seiner Homepage und über das Bürgerbüro der Stadt informieren.

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