Oberhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Kulturverein Dorflääwe: von Kuchen und Kerwe bis Lachfestival

Oberhausener Kulturmenschen (von links): Andreas Clödy, Stephan Bens, Jens Sprenger und Daniel Steigner
Oberhausener Kulturmenschen (von links): Andreas Clödy, Stephan Bens, Jens Sprenger und Daniel Steigner

Vereine sind die Seele eines Dorfes – davon sind die Initiatoren des neuen Kulturvereins Dorflääwe überzeugt. Und sie entwickeln begeistert Pläne für Oberhausen. Aus einem davon entstand das Lachfestival am Wochenende.

Eigentlich hätten die jungen Männer, alle gerade mal knapp über 40 Jahre alt, die den Kulturverein Dorflääwe führen, in ihrem „Lääwe“ genug zu tun. Stephan Bens ist Leiter einer Marketingabteilung, Andreas Clödy Bankfachwirt und erster Beigeordneter im Gemeinderat, Daniel Steigner Industriemeister Chemie und Mitglied des Gemeinderates, Jens Sprenger ist Zollamtsinspektor und Ortsbürgermeister. Drei von ihnen sind Familienväter. Und alle sind auch schon in anderen Vereinen engagiert. Zählt man die Landfrauen hinzu, sind rund 300 von 500 Oberhausenern Mitglieder in Vereinen.

Auch der volle Terminkalender hat die jungen Männer nicht davon abgehalten, sich mit ihren Mitstreitern Gedanken zum Oberhausener Dorflääwe zu machen: zwischen den beiden Corona-Lockdowns, im Oktober 2020. Sie verstehen sich nicht als Konkurrenz zu den anderen Vereinen, betonen sie. Und am liebsten sollen alle Generationen mitmischen.

Kerwe ausgetragen

Aktuell hat der Verein Dorflääwe 35 Mitglieder. „Wir konnten auch Bürger aktivieren, die zuvor noch nicht in einem Verein waren“, erzählt Jens Sprenger unter den Schatten spendenden Bäumen des künftigen Mehrgenerationenplatzes, an dem der Erlenbach vorbeifließt. Er grenzt direkt an die Gemeinschaftshalle an, ebenso wie ein großer Spielplatz. Dort soll ein Bewirtungspavillon mit rund 50 Sitzplätzen gebaut werden. Ideale Voraussetzungen fürs Dorflääwe, sagen die Vorstandsmitglieder. Ihr Grundgedanke war, die Gemeinschaftshalle mit neuem Leben zu füllen, getreu dem Motto, das seit dem Bau in der Halle 1971 zu lesen ist: „In Gemeinschaft gebaut, der Gemeinschaft zu dienen.“

Corona hat auch den Plänen des jungen Vereins einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber an die erste Veranstaltung von Dorflääwe können sich die Männer noch genau erinnern: die Kerwe im vergangenen Jahr. „Es war ein sagenhaftes Fest“, schwärmen sie.

Die Leidenschaft kommt an

Ein voller Erfolg war auch der Auftritt von Tim Poschmann vom Deidesheimer Boulevardtheater mit seinem Programm „de Winzer Buu“. Die Vereinsmitglieder sind stolz, dass es der erste Auftritt Poschmanns mit diesem Programm im 500-Seelen-Dorf Oberhausen war. „Das gab es vorher auch noch nicht“, ist sich der Vorstand über den „Schnitzelabend“ einig. Der Weihnachtsmarkt, bei dem schon das meiste organisiert war, musste aber abgesagt werden. Er ist in diesem Jahr fest eingeplant.

Ein Gewinn für den Kulturverein ist Lilo Walter aus Barbelroth. Sie bewirtschaftet seit Februar die Gemeinschaftshalle und bietet jeden Sonntag von 14 bis 20 Uhr kleine Mahlzeiten und ein Buffet mit selbstgemachtem Kuchen an. Was noch nichts Ungewöhnliches wäre, aber Lilo Walter macht es ehrenamtlich, sie will für ihre Arbeit keinen Euro. „Sie macht es mit Leidenschaft, und es kommt an“, sagen die Männer.

Spenden ins Ahrtal

Das gilt auch für die Aktivitäten des Kulturvereins. Ideen haben die Initiatoren reichlich: Bewahrung der Dorfhistorie, Talenten im Dorf ein Forum bieten, Veranstaltungen unterschiedlicher Art in der Halle und auf dem Mehrgenerationenplatz. Und weitere Aktionen mit der Partnergemeinde Furchhausen im Elsass.

Wurden die ersten Ausgaben nach der Gründung teils noch aus dem eigenen Geldbeutel vorgestreckt, hat sich der Finanztopf des Vereins langsam gefüllt. Sogar eine Spende von 100 Euro ins Ahrtal, in dem nach der Flut auch Oberhausener Feuerwehrleute geholfen haben, war schon möglich.

Lachfestival am Wochenende

Aber jetzt soll erst mal wieder gelacht werden: beim Lachfestival am Samstag, 21. Mai, in der Gemeinschaftshalle. Sieben Komiker treten auf: Boris Stijelja, Chef des Boulevardtheaters Deidesheim, Daniel Helfrich, Kättl Feierdaach aus Speyer, Tim Poschmann als „De Winzer Bu“, René Weintz vom Prinzregententheater Ludwigshafen in seiner Paraderolle „Der Wachtmeister“ und die beiden Schauspieler Stefan Bayer und Jutta Barrie Scholl alias Dieter & Amanda.

Info

Karten für das Lachfestival gibt es im Tourismusbüro Bad Bergzabern, Telefon 06343 989660, und an der Abendkasse.

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