Rhodt RHEINPFALZ Plus Artikel Kritik an neuem Konzept des Heimat- und Blütenfests

Beim Heimat- und Blütenfest verwandelt sich die Theresienstraße in Rhodt in eine Festmeile. Hier eine Aufnahme aus Zeiten vor de
Beim Heimat- und Blütenfest verwandelt sich die Theresienstraße in Rhodt in eine Festmeile. Hier eine Aufnahme aus Zeiten vor der Pandemie.

In Rhodt war man froh, nach der coronabedingten Pause wieder ein Heimat- und Blütenfest steigen lassen zu können. Doch nicht jedem hat gefallen, wie die dreitägige Veranstaltung über die Bühne ging. Schon jetzt werden Änderungen für das kommende Jahr angekündigt.

Zum 70. Mal hatte die Gemeinde Rhodt zu ihrem Heimat- und Blütenfest eingeladen. Für die zuständige Beigeordnete, Katrin Schilling, war das eine gelungene Veranstaltung. „Das hat richtig Spaß gemacht.“ Vor allem weil alle mitwirkenden Bürger an einem Strang gezogen hätten. Der Festausschuss wird das Ereignis nun am heutigen Donnerstag Revue passieren lassen – und dabei auch auf kritische Anmerkungen eingehen, von denen es bereits einige gibt.

Für Dietmar Weidler beispielsweise hatte die Veranstaltung mit einem traditionellen Fest nichts mehr zu tun. Früher sei es ein Heimatfest gewesen, bei dem kleine, meist ortsansässige Musikgruppen in den Höfen entlang der historischen Theresienstraße spielten. Dieses Mal sei es eher ein Rockkonzert gewesen, klagt er. Frei nach dem Motto „Rock in Rhodt“. Die Bands hätten hauptsächlich die jüngere Generation aus nah und fern angelockt, den Geschmack vieler Rhodter, die ebenso wie er selbst seit Jahrzehnten im Ort leben, habe der Veranstalter damit allerdings nicht getroffen.

„Keine Werbung für Rhodt“

Darüber hinaus kann Weidler nicht nachvollziehen, wieso es Bürgern und Touristen verwehrt blieb, durch die Hauptstraße zu gehen. Es sei denn, sie waren bereit, drei Euro Eintritt zu bezahlen. Ausgenommen waren Anlieger, denen vorab Ausweise ausgehändigt worden waren, um auf das Festgelände zu kommen. „Eine Wandergruppe, die lediglich einmal durch die historische Straße gehen wollte, hat den Eintritt nicht bezahlen wollen, und ist daher, einen Umweg in Kauf nehmend, weitergezogen“, so Weidler. Das sei keine gute Werbung für das Dorf.

Weidler steht mit seiner Kritik nicht alleine da, wie Ortschef Armin Pister auf Anfrage bestätigt. Ähnliche kritische Töne habe er auch von anderen Besuchern wahrgenommen. Pister und Schilling verweisen aber darauf, dass das Fest unter anderen Vorzeichen stand. Die Entscheidung, es nach der coronabedingten Pause wieder auf die Beine zu stellen, sei im vergangenen Sommer getroffen worden. Damals nicht wissend, wie sich die Pandemie entwickeln wird und welche Auflagen gelten.

Eintritt sollte mögliche Verluste abfedern

Anders als sonst hatte die Gemeinde bei der Organisation das Heft in die Hand genommen. Ein abgesperrtes Festgelände sei gewünscht worden, um die Anzahl der Besucher im Überblick behalten und bei Bedarf reagieren zu können. Zwar hatten sich die Einschränkungen seit einiger Zeit gelockert, sodass diese Maßnahme nicht unbedingt erforderlich gewesen wäre. Doch irgendwann waren die Planungen so vorangeschritten, dass nicht mehr zurückgerudert werden konnte. Auch wären andere Vorkehrungen nötig gewesen, wenn mehr als die erlaubten 5000 Personen auf dem Festgelände zugelassen worden wären. Dies war laut Schilling kurzfristig nicht möglich.

Die Beigeordnete betont außerdem, dass niemand lange Umwege nehmen musste, um in Richtung Pfälzerwald oder Weinstraße, der Ortsdurchfahrt, gelangen zu können. Dies habe sich auch dank parallel verlaufender Straßen in Ost-West-Richtung im Rahmen gehalten. Und der Eintritt wurde laut Pister deshalb erhoben, um die Ausgaben für das dreitägige Fest ausgleichen zu können. Bereits im Vorfeld des Fests hatte Schilling gegenüber der RHEINPFALZ betont, dass die Organisation der Veranstaltung wegen der nötigen Vorkehrungen teurer geworden ist. Dass zunehmend Kosten für Parkkonzepte und Beschilderung sowie Sicherheitspersonal anfalle.

Welche Änderungen den Verantwortlichen vorschwebt

Bei der musikalischen Unterhaltung hat die Gemeinde aus verschiedenen Gründen umgeschwenkt. Es gab nicht nur wegen Corona Bedenken, die Gruppen wieder in den Höfen spielen zu lassen. Wie Schilling erklärte, sollte das Fest in dieses Mal einer Gemeinschaft gefeiert werden, weshalb sich mit der Bühne auf einen zentralen Punkt für die Darbietungen entschieden wurde. „Das heißt nicht, dass es an anderer Stelle keine Musik gab. Sie war nur nicht so laut wie die auf der Bühne.“

Wie Pister und Schilling berichten, wird das Fest nächstes Jahr anders ablaufen. Schilling sagt, dass es eine Mischung von dem alten und neuen Konzept geben dürfte. Geht es nach Pister, soll die Organisation nicht mehr hauptsächlich auf den Schultern eines ehrenamtlichen Beigeordneten beziehungsweise einer ehrenamtliche Beigeordnete lastet.

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