Essingen RHEINPFALZ Plus Artikel Kreuzung in Höhe des Reitplatzes soll sicherer werden

Der vom Hornbach-Zentrum kommende Verkehrsteilnehmer hat es manchmal schwer, auf die L542 Richtung Offenbach oder B272 abzubiege
Der vom Hornbach-Zentrum kommende Verkehrsteilnehmer hat es manchmal schwer, auf die L542 Richtung Offenbach oder B272 abzubiegen.

Die Landesstraße südlich der B272 bei Essingen ist stark befahren. Die Gemeinde Essingen wünscht Änderungen zum Schutze der Anwohner und Radfahrer. In einer der beiden Angelegenheit sind sich die Verantwortlichen einig.

Wenn die Behörden nicht reagieren, dann handeln Bürger auch mal selbst, um ihr Ziel zu erreichen. So haben sie im Essinger Ortsteil Dreihof, in Höhe des Reitsportplatzes, Banner aufgehängt. Verkehrsteilnehmer, die auf der Landesstraße zwischen der B272 und Offenbach unterwegs sind, sollen dort freiwillig Tempo 30 fahren. Erlaubt sind 50 Stundenkilometer, was für solch eine klassifizierte Straße die Regel ist und von der nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden kann, etwa aus Lärmschutzgründen – wenn also Motorgeräusche und das Bremsen, Halten und Anfahren der Autofahrer zu viel Krach machen. Davon ist die Kommune ausgegangen, weshalb sie den Anlauf nahm, die Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 durchzusetzen – doch vergeblich.

Wie der Landesbetrieb Mobilität (LBM) auf Anfrage mitteilt, ist die Straße so ausgebaut, dass dort keine Temporeduzierung nötig ist. Davon abgesehen, dass sich in dem Bereich keine besonders schutzwürdigen Einrichtungen wie Schulen oder Kitas befinden, ist die Ecke auch nicht für viele Unfälle bekannt. Zumindest ereignen sich nicht so viele, dass die Ecke von den Behörden als Unfallschwerpunkt betrachtet wird.

Kreuzung zu Stoßzeiten überlastet

Ortsbürgermeisterin Susanne Volz (FWG) bedauert die Entscheidung des LBM. Denn selbst bei Tempo 30 würden sich nicht alle Autofahrer daran halten. Sie wären mit 40 oder 50 Stundenkilometern unterwegs sein, was aber immer noch besser wäre als 60 oder 70 Stundenkilometer, die manche dort auf dem Tacho hätten. Zumal die Kreuzung zu Stoßzeiten überlastet ist. Das gilt sowohl für die aus Richtung Hornbach-Zentrum kommenden Autofahrer, die versuchen, von der Kreisstraße auf die Landesstraße und dort weiter nach Offenbach oder B272 zu gelangen, als auch für jene auf der Landesstraße selbst. Nachmittags geht es nicht selten im Schneckentempo Richtung Essinger Kreisel an der B272. Verkehrszahlen aus dem Jahr 2019 verraten, dass im Schnitt rund 7000 Autos auf der L542 unterwegs sind. Der Vollständigkeit halber: Die Kreisstraße, die von der Landesstraße am Hornbach vorbei zum Landauer Wohngebiet Horst führt, nehmen täglich 2000 Autofahrer.

Susanne Volz weist darauf hin, dass vonseiten der Verbandsgemeinde Offenbach ein aktuelles Lärmschutzgutachten gewünscht wird. Unabhängig davon merkt der LBM an, dass in der Vergangenheit versucht wurde, durch bestimmte Änderungen Rückstaus auf der L542 zu vermeiden und den Verkehrsfluss zu verbessern. So wurde an der Kreuzung Kreis- und Landesstraße das „Vorfahrt gewähren“- durch ein „Stop“-Schild ersetzt. Zudem wurden die über die Kreuzung führenden Radwegemarkierungen erneuert und verbessert.

Wieso ein Kreisel nicht machbar ist

Andere Ideen lagen zwar auch auf dem Tisch, waren aber nicht umzusetzen. So war von einem Kreisel die Rede. LBM-Dienststellenleiter Martin Schafft erklärt: „Die Bahnstrecke Landau-Germersheim, die am Dreihof die Landesstraße kreuzt, ist zwar derzeit stillgelegt, aber nicht entwidmet. Damit gelten hier die rechtlichen Voraussetzungen einer Bahnstrecke.“ Vor diesem Hintergrund sei ein Kreisel nicht möglich, da zwischen Kreisel und Bahnübergang nicht genügend Rückstauraum übrig bleiben würde. Es könnte sein, dass Autofahrer auf den Schienen sind, wenn die Schranken schließen.

Nach Angaben von Ortschefin Volz gibt es auch Sorgen um Radfahrer, die von der B272 kommend in Richtung Offenbach fahren. Sie könnten von Autofahrern übersehen werden, die von rechts kommend auf die Landesstraße abbiegen möchten. Gerade in jenen Situationen, in denen sie länger gewartet haben und hastig reagieren, sobald sie eine Lücke sehen. Mit dieser Sorge ist sie nicht allein, weshalb neue Schilder aufgestellt werden.

Andere Vorfahrtsregel für Radfahrer

Bei einem Treffen, an dem neben dem LBM und Volz auch die Polizei teilnahm, wurden Änderungen angekündigt: Autofahrer, die von Bornheim kommend sich der Kreuzung nähern, werden bald das Zusatzzeichen „Radfahrer kreuzen von beiden Seiten“ entdecken, welches hinterlegt ist mit einer auffälligen reflektierenden Tafel. Radfahrer, die auf der L542 unterwegs sind, müssen ähnlich wie am südlich gelegenen Golfplatz-Kreisel Autofahrern die Vorfahrt gewähren, auch wenn diese am Stop-Schild halten müssen. „Grund hierfür ist die schlechte Sicht aus Richtung Essingen und die Zunahme der Durchschnittsgeschwindigkeiten durch die vermehrte Zahl von E-Rädern“, teilt der LBM mit. Dadurch, dass Auto- und Radfahrer stärker Rücksicht aufeinander nehmen müssen, versprechen sich die Behörde eine höhere Verkehrssicherheit. Das ist ganz im Sinne der Gemeinde, wie Ortschefin Volz anmerkt. Unfälle mit Radfahrern, die es dort gab, sollte es künftig möglichst nicht mehr geben.

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