Kreis Südliche Weinstraße Kreis: In Hochwasserschutz investiert

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Schlammlawinen, Sturzbäche, über die Ufer tretende – sonst friedliche – Bäche und Flüsschen. Am Wochenende haben sie in Bad Bergzabern, Niederotterbach und Oberhausen und am Dienstag in Annweiler und Hergersweiler großen Schaden angerichtet. Die Feuerwehr musste zig vollgelaufene Keller auspumpen. Allein in Annweiler war die Feuerwehr mit 170 Mann im Einsatz. Landrätin Theresia Riedmaier (SPD), die der Feuerwehr, dem THW, der Straßenmeisterei und den Bauhöfen beim Kreisempfang am Mittwochabend für ihren Einsatz dankte, meinte, dass in den vergangenen Jahren im Landkreis viel für den Hochwasserschutz getan worden sei. Jedoch „werde bleiben, dass man sich vor den überraschenden und nahezu katastrophalen Naturgewalten nicht immer ausreichend schützen kann. Klimaschutz und Naturschutz bleiben ernsthafte Herausforderungen.“ Dabei stellt sich die Frage, ob in der Vergangenheit Bäche und Flüsse nicht ausreichend gepflegt worden sind und es zum Teil auch deshalb zu den Überflutungen gekommen ist. Für den Unterhalt der Queich bei Annweiler, wo es wohl die größten Schäden gab, ist der Landkreis zuständig. Dazu teilt die Kreisverwaltung auf Nachfrage der RHEINPFALZ mit, dass der Landkreis „regelmäßig jährlich etwa 60.000 Euro im Haushalt für den Queichunterhalt veranschlagt und verausgabt. 2015 waren dies 80.000 Euro. Diese Queichunterhaltungsmaßnahmen (Abflusshindernisse beseitigen, Staustellen entfernen, etc.) dienen dem Hochwasserschutz.“ 2013 habe es weitere Maßnahmen für sogar rund 150.000 Euro gegeben. Östlich des Geländes der Firma Stabila bis zur Höhe Aldi in Annweiler sei das Abflussprofil der Queich erweitert worden, und vor Rinnthal habe der Landesbetrieb Mobilität drei Rückhaltedämme zum Ausgleich der Wasserführung bauen lassen, um die Zuflüsse aus dem Wellbachtal besser zu bewältigen. Gleichwohl werde die Landrätin zu einer Gesprächsrunde mit der Oberen Wasserbehörde bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion mit den Verbandsgemeinden Annweiler und Bad Bergzabern einladen, um über die Hochwasserereignisse im Raum Annweiler und Bad Bergzabern zu sprechen und wie diesen weiter begegnet werden könne. Das Schlimmste schien überstanden, da zog am Mittwoch erneut ein Gewitter auf. Rund 60 Helfer aus Annweiler und der Region rückten zu Einsätzen aus. Besonders das Steimertal litt unter dem Wolkenbruch. Hier gab es weitere Hangabgänge. „Es hat richtig gekübelt“, beschreibt Rudi Götz, Kreisfeuerwehrinspektor und selbst Annweilerer Bürger, die Situation. Die Schäden waren jedoch nicht so gravierend wie in der Nacht zuvor. Das Technische Hilfswerk aus Hauenstein habe die Anwohner vorsorglich mit Sandsäcken versorgt, damit sie ihre Häuser schützen konnten, so Götz. „Ich bin seit 20 Jahren in der Feuerwehr, so etwas wie am Dienstag habe ich aber noch nicht erlebt“, sagt Mathias Ziliox, stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Hergersweiler. 25 Zentimeter hoch habe der Schlamm auf der Straße gestanden, schätzt Ziliox. Besonders heftig erwischt hat es die Hauptstraße: Vom Feuerwehrhaus bis zur Einmündung Konrad-Hoffmann-Straße stand alles unter Wasser. Auch zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden. Etwa gegen 19.30 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Der Einsatz dauerte bis 1 Uhr in der Nacht. Unterstützt wurde die Hergersweiler Wehr von den Kameraden aus Dierbach und Bad Bergzabern. „Wir waren mit 45 Feuerwehrleuten im Einsatz“, berichtet Ziliox. (rww/jpa)

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