Kreis Südliche Weinstraße „Kranke geben Hoffnung nicht auf“

Die Entwicklung der professionellen Krankenhausseelsorge als eines besonderen Dienstes der Kirche in Kliniken und anderen medizinischen Einrichtungen rückte Dekan Dietmar Zoller vom protestantischen Kirchenbezirk Bad Bergzabern als „Zeugnis der unverlierbaren Liebe Gottes“ ins Blickfeld, als er am Mittwochnachmittag Pfarrer Christoph Bevier als Klinikseelsorger beim Pfalzklinikum in Klingenmünster in sein Amt einführte.
Zoller rechnete den Dienst am Kranken zu den frühen Werken der Christenheit, betonte dabei auch dessen ökumenische Ausrichtung und bezeichnete ihn als geschwisterliche Suche nach Quellen der Hoffnung für die zu betreuenden Menschen. Im Nachklang von Pfingsten als dem Fest der Ausgießung des heiligen Geistes sprach Zoller dessen Wirken maßgeblichen Einfluss auf den Dienst der Krankenseelsorge zu, die dem, der ihn verrichte, ein breites Feld der Herausforderungen öffne. Als Gäste des Gottesdienstes in der Klinikkirche begrüßte Zoller Angehörige der Familie Beviers, einen Kreis von Kollegen des Ludwigshafener Max-Planck-Gymnasiums, an dem Bevier zuletzt als Religionslehrer tätig war, sowie Vertreter des öffentlichen Lebens. Bevier kam 1961 in Landau zur Welt, studierte in Bethel und Heidelberg, war 1990 bis 1994 im Gemeindedienst und bis 2006 als Gefängnisseelsorger tätig, bevor er im April 2005 Schulpfarrer in Ludwigshafen wurde. Zu seiner Amtseinführung überreichte ihm Zoller die Ernennungsurkunde der Landeskirche vom 18. Dezember 2014, mit der ihm die Pfarrstelle mit Wirkung vom 13. April 2015 übertragen wurde. Ortspfarrerin Ursula Wahlig und Pastoralreferent Michael Reis assistierten in ökumenischer Verbundenheit bei der Zeremonie, in der Bevier mit den Worten „Ja, mit Gottes Hilfe“ bestätigte, dass er das Amt getreu den damit verbundenen Erwartungen führen werde. Die Gemeinde forderte der Dekan auf, Bevier in der Wahrnehmung seiner Aufgabe zu unterstützen und dieser „im Klinikalltag Raum zu geben“. Seine Predigt stützte Bevier auf den Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Ephesus, in dem von deren Versiegelung mit dem Geist Gottes die Rede ist. Er berichtete von seinen ersten Erfahrungen der Begegnung mit der Klinikgemeinde in den vergangenen vier Wochen und seiner dabei gewonnenen Erkenntnis, dass Kranke die Hoffnung nicht aufgeben, indem sie voller Selbstbewusstsein Hoffnung gegen alle Befürchtungen setzten. Sie täten dies sowohl auf der festen Grundlage eigener Ressourcen und eigener Kraft wie auch in der Gemeinschaft mit anderen und im Vertrauen darauf, dass diese Verbindung herzustellen ist durch den heiligen Geist. Mit dieser Versiegelung auf den Tag der Erlösung führten sie ihr Leben belastbar und geschützt und gewännen dabei neue Energie, die ihnen helfe, gesundheitliche Störungen zu bezwingen und zum Guten hin zu verändern. Mit Herzlichkeit, Freundlichkeit und Vergebung, die ihnen in der Betreuung entgegengebracht würden, gewännen sie eine neue Wirklichkeit, „versiegelt durch den heiligen Geist“, wie Bevier wiederholte. Sie blieben zwar Teil der Welt mit ihrem Leid, ihrer Versehrtheit und möglicherweise schwerer Perspektivlosigkeit, gegen die der heilige Geist nun allerdings etwas zum Fließen und in Bewegung bringe. Die Energie Gottes verändere um uns und durch uns die Umwelt in Herzlichkeit, Freundlichkeit und Vergebung und damit in die drei Elemente, die Pfarrer Bevier sich auch als Voraussetzung für das Zusammenleben im Pfalzklinikum wünschte. Die Fürbitten sprachen Susanne Bachtler und Christiane Götz, die Orgel spielte Ortrud Barthels. Dem Gottesdienst schloss sich ein Empfang außerhalb der Kirche an, der Gelegenheit zur Begegnung und zum Gedankenaustausch mit dem neu eingeführten Seelsorger bot. (hd)