Edenkoben
Kommunale Kita wird um Waldgruppe erweitert
In den Kitas im Land müssen auf absehbare Zeit alle Kinder durchgehend sieben Stunden am Stück betreut und mit einem Mittagessen versorgt werden. Deshalb sind viele Kommunen derzeit dran, mehr Platz in den Einrichtungen zu schaffen. Die Möglichkeiten sind aber manchmal begrenzt, sodass nach Alternativen geschaut oder gleich ein Neubau angegangen wird. In Edenkoben soll der Rechtsanspruch der Eltern durch den Bau einer fünften Kindertagesstätte erfüllt werden. Dadurch sollen sowohl neue Plätze geschaffen als auch andere Einrichtungen entlastet werden.
Auch in der kommunalen Kita Kugelstern gibt es Handlungsbedarf, sagt die zuständige Beigeordnete Charmaine Beyer (CDU). Ab Sommer könnte das Problem gelöst sein. Dafür werden derzeit die Weichen gestellt. Nicht für einen Anbau, in dem die Mädchen und Jungen herumtoben sollen. Geplant ist vielmehr die Gründung einer Waldgruppe, die den Kita-Alltag unter freiem Himmel verbringt. Auf einem Gelände in der Nähe des Friedendenkmals. Dadurch, dass das dortige Team ein „grünes und nachhaltiges Konzept“ verfolgt, sei es naheliegend gewesen, ihre Einrichtung um dieses neue Angebot zu erweitern, wie Beyer berichtet. Kaum wurde der Elternausschuss von den Überlegungen der Stadt unterrichtet, gab es zahlreiche Nachfragen. „Wir werden zugerannt“, sagt Beyer.
Außengruppe nicht für jede Altersstufe offen
Diese neue Außengruppe der Kita soll aus 15 bis 18 Kindern bestehen. Sie ist für Mädchen und Jungen ab drei Jahren angedacht. Und zwar aus pädagogischen Gründen, wie Beyer erklärt. Die Kleinen sollen idealerweise schon in der Kita-Welt Fuß gefasst haben und in der Einrichtung betreut worden sein, bevor sie mit ihren Spielkameraden die Natur erkunden und dort auch essen. Die Mahlzeiten sollen nämlich in der Kita frisch gekocht auf das Gelände gebracht werden.
Bis der gewünschte Bauwagen dauerhaft auf dem Grundstück steht, soll auf eine Containerlösung zurückgegriffen werden. Dieser soll unter anderem dafür genutzt werden, dass die Kinder darin essen und sich ausruhen können. Auch soll der Container, später der Bauwagen, als eine Art Garderobe dienen. Eingerichtet wird darüber hinaus eine Komposttoilette. Auch die Anschaffung spezieller Spielmaterialien für die Waldgruppe ist im Gespräch, beispielsweise eines Mikroskops.
Landesjugendamt muss Betriebserlaubnis erteilen
Ein Konzept wurde nicht nur dem Kreisjugendamt vorgelegt, sondern auch dem Landesjugendamt, das letztlich darüber entscheidet, ob eine Betriebserlaubnis erteilt wird. Zu den Voraussetzungen gehört unter anderem, dass mit der Unfallkasse abgeklärt wird, welche Sicherheitsauflagen im Wald zu erfüllen sind. Auch sollte mit dem Forstamt beziehungsweise dem Waldbesitzer abgestimmt werden, wo und in welchem Umfang die Kita im Wald agieren wird.
Wie die Kreisverwaltung SÜW auf Anfrage erklärt, sollen mit den Verantwortlichen zeitnah Gespräche geführt werden, in denen vor allem die Ausgangslage und die noch zu erfüllenden Bedingungen dargelegt werden.
Wo gibt es sonst Waldkitas?
Im Bedarfsplan des Landkreises ist derzeit der Naturkindergarten auf Gut Hohenberg in Queichhambach ausgewiesen. Die Einrichtung wird durch die Elterninitiative Freie Montessori-Schule Landau geführt. Sie hat 25 Betreuungsplätze für Kinder über zwei Jahren. Auf Lauerstellung stehen zudem die Verantwortlichen des Bauernhof-Waldkindergartens „Waldwichtel am Josefshof“ in Völkersweiler. Initiiert wurde sie von einer Elterninitiative, das Landesjugendamt sei wegen einer Betriebserlaubnis eingeschaltet worden. Auch in Albersweiler ist eine Wald-Kita im Gespräch. Dort hat sich vor rund zwei Jahren ein Verein gegründet, um das Projekt voranzutreiben.
Darüber hinaus ist aus Sicht des Kreisjugendamtes zu sagen, dass einige Einrichtungen einzelne Wochentage als „Waldtage“ anbieten oder „Waldwochen“ als besondere Projekte konzipieren. „Hier obliegt die Durchführung des pädagogischen Angebotes der jeweiligen Einrichtung und bedarf keiner Mitteilung an das Landes- oder Kreisjugendamt.“