SÜW / Landau
Kommt ein Radweg zwischen Landau und dem Deutschen Weintor?
Wer schon mal versucht hat, mit dem Rad sicher und entspannt von Landau nach Bad Bergzabern zu kommen, bei dem könnte die Erkenntnis gereift sein, dass das gar nicht so einfach ist. Natürlich können Radler über die Feldwege Richtung Süden rollen, aber wer beispielsweise fix zur Arbeit möchte, für den ist das Radfahren aufgrund der Unübersichtlichkeit der Wege eher unattraktiv. Viele nutzen deshalb weiterhin das Auto.
Doch das soll anders werden. Der Landkreis Südliche Weinstraße und die Stadt Landau möchten wissen, ob es möglich wäre, einen Pendlerradweg – also eine möglichst direkte und störungsfreie Verbindung – zwischen Landau und Schweigen-Rechtenbach Wirklichkeit werden zu lassen. „Die Achse Landau – Bad Bergzabern ist für Alltagsradfahrer momentan nicht vorhanden. Da diesen eine schnelle und direkte Verbindung wichtig ist und nur so auch die Akzeptanz für diese Streckenführung vorhanden wäre, sieht der Landkreis hier Handlungsbedarf“, schreibt die Kreisverwaltung auf Anfrage der RHEINPFALZ.
Feldwege sollen verbunden werden zu Radweg
Deshalb haben die beiden Kommunen 50.000 Euro in die Hand genommen und ein Fachbüro beauftragt, das eine Machbarkeitsstudie anfertigen wird. Dabei sollen auch Korridore in der Landschaft gefunden werden, in denen es möglich wäre, eine durchgehende Radroute von Landau bis ans Weintor nach Schweigen herzustellen. Und natürlich soll auch ermittelt werden, was das kosten würde. Seit Ende vergangenen Jahres wird also geprüft. Wann die Ergebnisse vorliegen, steht noch nicht fest.
Ohne den Studienergebnissen vorweggreifen zu wollen, so die Kreisverwaltung, lasse sich aber bereits sagen, dass sich auf der Achse Landau – Bad Bergzabern voraussichtlich eine Pendlerradroute und keine Radschnellverbindung anböte. Heißt: Es gibt nach Ansicht der Behörde an der Strecke viele landwirtschaftliche Wege, die sich zu einem durchgehenden Radweg, einer Pendlerradroute, verbinden ließen. Sollte eine Radschnellverbindung ins Auge gefasst werden, wäre das in der Regel, so die Kreisverwaltung, mit dem Neubau eines Radwegs verbunden.
Scheitert möglicher Radweg am Kontostand?
Ein Auslöser für die Machbarkeitsstudie für Landau und die Südliche Weinstraße war nach Angaben der Kreisverwaltung auch eine 2014 auf Landesebene gestartete Studie mit dem Titel „Potenzialbetrachtung Radschnellverbindungen in Rheinland-Pfalz“. Ziel dieser Arbeit war es, mögliche Räume für Pendlerradrouten und Radschnellverbindungen zu definieren. Als Ergänzung zur laufenden Machbarkeitsstudie der Pendlerradroute Landau – Neustadt entschieden sich die Stadt Landau und der Landkreis dann für eine Kooperation, um die Machbarkeitsstudie für die Strecke Landau – Bad Bergzabern – Schweigen-Rechtenbach anzugehen.
Sollte dieser Radweg umsetzbar sein, ist aber noch nicht geklärt, ob er dann auch umgesetzt würde. Die Kostenfrage ist noch nicht gestellt, so die Kreisverwaltung. Könnte die Verbindung entlang der B38 hergestellt werden, so die Behörde, wäre der Bund der Kostenträger. „Der Landkreis wäre nur an Kreisstraßen Kostenträger. Alles andere wäre eine freiwillige Leistung des Landkreises, die er aufgrund des defizitären Haushaltes gar nicht tätigen dürfte.“
Landrat: Bereit, Geld in die Hand zu nehmen
Landrat Dietmar Seefeldt (CDU) stellt allerdings klar, dass der Landkreis dennoch bereit wäre, Geld für den Ausbau dieser Radverbindung in die Hand zu nehmen, wie er gegenüber der RHEINPFALZ betont. Das Problem sei jedoch, dass die Förderprogramme von Bund und Land bisher noch nicht derart durchschlagskräftig seien, dass sie an der Südlichen Weinstraße ankommen. „Da erhoffe ich mir mehr Hilfe, damit wir richtig durchstarten können“, so Seefeldt.
Info
Wer sich über das Radwegenetz in Rheinland-Pfalz informieren möchte, der findet dazu zahlreiche Informationen im Internet unter www.radwanderland.de.