Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Verhaftet im PS-Zeitalter

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Soll die Südliche Weinstraße eine lebenswerte und moderne Region bleiben, dann führt nichts am Ausbau des Radwegenetzes vorbei.

Radfahren ist inzwischen keine Freizeitveranstaltung mehr für Sportler oder Sonntagsausflügler. Und Radwege sind auch keine Projekte für Randgruppen mehr. Das Fahrrad gehört wie Auto, Bus und Bahn heute zu den Fortbewegungsmitteln einer modernen Gesellschaft. Und es gewinnt aufgrund des E-Bike-Booms auch immer mehr an Bedeutung für Berufspendler, weil sie ökologischer, ökonomischer und manchmal auch schneller zur Arbeit kommen.

In der Südpfalz ist das allerdings schwierig, weil das Radwegenetz so engmaschig ist wie ein ausgeleierter Strickpullover. Das liegt vor allem daran, dass Kommunen wie der Landkreis Südliche Weinstraße allein überhaupt nicht in der Lage wären, eine Zweirad-Region zu formen. Das Problem: Bund und Land sind nach wie vor auf den Bau von Autotrassen fixiert – auch wenn das bei jeder Sonntagsrede verneint wird.

Und so lässt sich auch erklären, dass Radfahrer nur unter Lebensgefahr über die B38 nach Bad Bergzabern kommen können oder über verschlungene und oft von den Bauern und Winzern verschmutzte Feldwege, während unweit der Kurstadt für viel Geld ein gewaltiger Tunnel entsteht, der den Verkehr aus dem Städtchen holen soll.

Dass Politik und Behörden noch häufig in ihrer Vorstellung von Mobilität im PS-Zeitalter verhaftet sind, zeigt auch, dass es beim für den Straßenbau zuständigen Landesbetrieb Mobilität keine Fachabteilung gibt, die sich mit der Planung und dem Bau von Radwegen beschäftigt. So wird die Verkehrswende scheitern.

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