Meinung Klinik Bad Bergzabern: Landrat geht hohes Risiko mit Versprechen

Der Klinikum-Standort Bad Bergzabern ist für den Landrat unantastbar.
Der Klinikum-Standort Bad Bergzabern ist für den Landrat unantastbar.

Dass der Landrat nicht schon wieder ein Krankenhaus schließen möchte, ist verständlich. Mit seinem Festhalten an Bad Bergzabern um jeden Preis geht Seefeldt aber ins Risiko.

Krankenhäuser sind in Deutschland nichts anderes als Wirtschaftsunternehmen. So ist es im Gesundheitssystem vorgesehen. Überspitzt heißt das: Entweder die Kliniken verdienen Geld oder sie müssen schließen. Wer trotz schlechter Zahlen das Aus verhindern möchte, muss Geld hineinpumpen. Dazu ist Landrat Dietmar Seefeldt und mit ihm die versammelte Kreispolitik im Zweifelsfall bereit.

„Alles-oder-nichts“-Karte ausgespielt

Seefeldt und die Mitglieder des Kreistags haben sich festgelegt: Der Standort in Bad Bergzabern darf bei den Fusionsgesprächen zwischen Klinikum Landau-SÜW und Vinzentius-Krankenhaus nicht zur Debatte stehen. Kommt das Thema doch auf den Tisch, werden die Gespräche sofort beendet. Das hat womöglich auch persönliche Gründe: Welcher Landrat möchte denn von sich behaupten, dass er in seiner Amtszeit zwei Krankenhäuser geschlossen hat? Das Klinikum in Annweiler ist seit 2023 Geschichte, dann soll es wenigstens in Bad Bergzabern weitergehen.

Diese „Alles-oder-nichts“-Karte schon vor Beginn der Fusionsgespräche auszuspielen, ist risikobehaftet, wenn nicht gar ungeschickt. Denn damit nimmt sich der Kreis Spielräume. Statt ergebnisoffen in Fusionsgespräche zu gehen, wird sich an den Standort Bad Bergzabern geklammert. Das lenkt die Gespräche bereits jetzt in eine bestimmte Richtung.

Klinikum-Erhalt kann teuer werden

Aus gesellschaftlicher Sicht mag das richtig sein, in Sachen Bad Bergzabern solch einen Standpunkt zu vertreten. Die Bürger auf dem Land werden das jedenfalls gerne gehört haben. Seefeldt geht damit aber auch ins Risiko. Denn er muss sich an seinen Worten messen lassen. Dass das schiefgehen kann, musste sein Parteikollege Friedrich Merz auf großer Bühne bereits schmerzlich feststellen, nachdem er zuerst vollmundig versprach, die Schuldenbremse unangetastet zu lassen, nur um seine Aussage wenig später wieder vom Tisch zu wischen.

Viel entscheidender ist allerdings, dass offen kommuniziert wird, was das strikte Festhalten am Standort Bad Bergzabern bedeuten kann. Der Erhalt kann im Zweifelsfall nämlich viel Steuergeld verschlingen. Das muss der Landrat den Bürgern auch genau so erklären, wenn er glaubwürdig sein will.

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