Kreis Südliche Weinstraße Kleine Raupe Nimmersatt
Annweiler. Klein, grün, schwarz gepunktet und unglaublich gefräßig. Na, die Buchsbaumzünsler-Raupen habt ihr bestimmt auch schon gesehen. Denn zurzeit tummeln sich Massen davon im Geäst – beispielsweise auf dem Friedhof in Annweiler. Oder ihr kennt das Gestöhne eurer Eltern über den unliebsamen Gartenbewohner. So klein die Raupen auch sind, richten sie nämlich ganz schön Schaden an.
Ich mag ja alle Tiere und wenn jemand nun mal Hunger hat, dann hat er eben Hunger. Aber mein Opa Nörgel schlägt jedes Mal die Hände über dem Kopf zusammen, wenn er raus in den Garten geht und seine ganzen Buchsbäume zerfressen sind. „So was gab’s früher nicht.“ Das sagt mein Opa eigentlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Aber in dem Fall hat er sogar recht. Denn der schwarz-weiß gemusterte Falter, der mal aus der kleinen Raupe wird, ist 2006 das erste Mal in Deutschland aufgetaucht. Eigentlich lebt das kleine Tierchen in Ostasien. Ganz schön weit weg. Die Strecke bis Europa kann der Schmetterling doch nicht geflogen sein, überlege ich mir. „Nein, das wäre wirklich etwas weit“, meint Opa Nörgel und klärt mich auf: „Vermutlich kam er auf Containerschiffen nach Europa.“ Hier scheint er sich pudelwohl zu fühlen und breitet sich seitdem unaufhörlich aus. „Und richtet enorme Schäden in unseren Gärten und Parks an“, schimpft Opa Nörgel. „Hast du dich mal auf dem Friedhof in Annweiler umgeschaut? Eine Katastrophe!“, empört sich Opa. Denn die kleine Raupe Nimmersatt knabbert sich durch alle Buchsbäume, die ihr vor die Füßchen kommen. Sogar die feste Rinde ist vor ihr nicht sicher. Oberhalb der Stellen, an denen sich die Raupe durchgefressen hat, sterben alle Pflanzenteile ab. Und wenn die Raupen richtig gewütet haben, dann ist der ganze Buchsbaum nicht mehr zu retten. Auf dem Friedhof sind bereits alle Buchsbäume befallen. „Es ist schwierig, den Schädling zu bekämpfen, weil er immer wieder kommt“, sagt mein Opa. Bis zu vier Generationen gibt es pro Jahr. „Wow, ganz schön viele Kinder, stolze Leistung“, denke ich mir. Wer seinen Baum retten will, sollte die kleinen Raupen zuerst mit einem Hochdruckreiniger wegschleudern und dann Insektizide sprühen, rät mir mein Opa. „Aber keine chemische Keule, lieber biologische Bekämpfungsmittel. Damit anderen Nutztieren wie Bienen nicht geschadet wird.“ Mit viel Kontrolle und etwas Glück wird man die asiatischen Einwanderer so los. |höj