Kreis Südliche Weinstraße Kindertag hat doch noch eine Zukunft

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„Es war ein Armutszeugnis“, bewertete der Vorsitzende des Werbekreises Bad Bergzabern, Bernd Malysiak, den Kindertag vor wenigen Wochen. Nur sieben Geschäftsleute hatten sich mit Aktivitäten für Kinder engagiert. Lebhaft und kontrovers wurde bei der Mitgliederversammlung des Werbekreises diskutiert. Ergebnis: Der Kindertag wird weiterhin stattfinden, aber nicht mehr am Samstag, sondern am verkaufsoffenen Sonntag.

Zur Mitgliederversammlung gekommen waren knapp 20 der rund 65 Mitglieder des Werbekreises. Lag es an zu vielen Veranstaltungen an diesem Wochenende, am Tag oder an den Angeboten, dass der Kindertag ein Flop war, und warum haben so wenig Geschäftsleute mitgemacht, waren die Fragen, die im Raum standen. „Der Kindertag 2014 hat 3500 Euro gekostet und war ein voller Erfolg, dieses Jahr war nicht berauschend und hat trotzdem 1500 Euro gekostet“, so die monetäre Bilanz Malysiaks. Den Kindertag weiter zu veranstalten oder „sterben lassen“, war die Grundsatzfrage, die gestellt wurde. An verkaufsoffenen Sonntagen könne sie nicht noch jemanden abstellen, der sich um die Kinder kümmere, argumentierte eine Geschäftsfrau. „Für die Kinder etwas zu machen, nur damit die Geschäfte voll werden, ist der falsche Ansatz“, entgegnete ein anderes Mitglied. Den Kindertag nicht mehr zu veranstalten, wäre für eine Geschäftsfrau ein Grund „alles hinzuschmeißen und zuzuschließen“. Überflüssig fand ein Mitglied die Diskussion, ob der Samstag oder der Sonntag der bessere Tag sei: „Der Tag ist völlig wurscht, solange ihr nicht mit dem Herzen dabei seid, könnt ihr den Kindertag vergessen.“ Einig waren sich schließlich alle, im kommenden Jahr wieder einen „gescheiten Kindertag“ auf die Beine zu stellen und zu versuchen, möglichst alle Geschäftsleute ins Boot zu nehmen. Koordinieren wird die Aktivitäten Monika Keßler. Eine erste Idee wurde bereits geboren. Ein großer Sandberg zum Spielen soll mitten auf die (gesperrte) Straße. Nicht realisierbar scheint die Idee zu sein, die Geschäfte am Sonntag zu öffnen und sich dabei auf die Verordnung für Kurbäder zu berufen, die dies erlaubt. „Als Staatsbad kann man ein Geschäft am Sonntag aufmachen, wenn man Souvenirs verkauft“, informierte Malysiak. Dazu genügten aber nicht beispielsweise einige Tassen mit einem Bild Bad Bergzaberns oder Postkarten. Jeder könne sich aber erkundigen, ein Sortiment hinstellen und eine Genehmigung für die sonntägliche Öffnung beantragen. Der Vorsitzende schlug einige Maßnahmen vor, um das Image der Geschäftswelt zu pflegen. Ein Seniorensiegel, einen gemeinsamen Verhaltenskodex von Dienstleistungen wie Regenschirme bereit stellen oder Geschenke verpacken, der auch gemeinsam vermarktet werden soll. Zudem einen Stadtplan als Untersetzer für Gastronomen und eine Gästekarte mit Gutscheinen für verschiedene Aktivitäten. Zu Beginn der Mitgliederversammlung stellten Mitarbeiter der VR-Bank die Zahlungssysteme der Zukunft und die Chancen und Risiken der sozialen Netzwerke als Werbeträger vor. Die Zahlen beeindruckten. Pro Minute werden zwei Millionen Suchvorgänge im Internet registriert und 204 Millionen E-Mails verschickt. Die Geschäftswelt, auch in Bad Bergzabern, muss ihre Terminals in jedem Fall auf Zahlung mit Visa- und Masterkarten umstellen, noch in der Pilotphase ist das kontaktlose Bezahlen mit Karte, mit der an den Kassen „im Vorübergehen“ bezahlt werden kann. „Pay direkt“ als Zusammenschluss aller Banken gehe im November „live“, informierte Florian Reiter. Den Vorteil sehe er im Sitz in Deutschland und der Zahlungsgarantie, große Märkte nutzten das System bereits. Über die von ihm entwickelte App „Meine Weinstraße“, auch als Werbeplattform für den Werbekreis, informierte Stéphane Sarton. Bernd Malysiak teilte den Mitgliedern mit, dass zum Preis von 150 Euro im Monat ein Wartungsvertrag zur Pflege der Internetseite abgeschlossen worden sei, da sich niemand finde, der dies kostenlos übernehme. Ein großes Lob gab es am Ende aus den Reihen der Mitglieder für das Engagement des ersten Vorsitzenden, verbunden mit der Aufforderung an die Mitglieder, nicht nur zu warten, bis dieser etwas anstoße, sondern auch selbst aktiv zu werden. (pfn)

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