Kreis Südliche Weinstraße Kinderlieder und Knetwerkstatt
Den Kindern, der Zukunft von Maikammer, galt der Abschluss des dreitägigen Kulturfestivals „Wein. Kultur. Erleben“ am Sonntagnachmittag auf dem Marktplatz. Unter den weiß-gelben Bändern, die in der frischen Frühlingsbrise am Maibaum flatterten, wuselten die Kleinbürger umher und wurden extra von Bürgermeister Karl Schäfer begrüßt.
„Basti“, der Neustadter Liedermacher Sebastian Linzenmeyer, sang zur Gitarre bekannte, zum Teil mit neuen Texten versehene und selbst komponierte Kinderlieder und lud die Kleinen ein, auf der Bühne mitzutanzen. Bei den Zeilen „Ich kann schleichen wie ein Fuchs“ setzten die Kinder die Füße lautlos voreinander. Bei „Ich kann schauen wie ein Adler“ ließ Basti die Kinder mit den Händen vor den Augen ein Fernglas nachahmen. Bei „Ich kann schnüffeln wie ein Hund“ gingen einige der kleinen Zuhörer sogar auf die Knie, um an den Bühnenbrettern zu riechen. Tanzen, Hüpfen, Singen und Klatschen. Basti hatte immer neue Ideen. „Wir wollen die Kinder damit möglichst früh in den Kulturprogrammen berücksichtigen und sie an die schönen Künste heranführen und zum Mitmachen animieren“, erklärte Schäfer. Bei 130 Kindern in der Grundschule und 160 Kindern im Kindergarten sei das ein Potenzial, das Aufmerksamkeit verdiene. Dann sammelten sich rund 20 Teilnehmer um „General Jakob Hartmann“, den berühmten Sohn von Maikammer, der lebendig unter seinem Denkmal stand. Die goldenen Knöpfe seiner schmucken Uniform und goldenen Epauletten glänzten nur so auf dem dunkelblauen Tuch. Mit dem General brachen sie auf zu einem zweistündigen Rundgang durch den historischen Ortskern. Dann wurden Instrumente und Stühle für die „Juphi“ aufgebaut, die Jugendphilharmonie Deutsche Weinstraße unter Leitung von Marina Kammerloch (54). Die Konzertpianistin und Pädagogin präsentierte den Orchesternachwuchs im Alter von drei bis 21 Jahren. Das Orchester hat seinen Sitz in der Chemnitzer Straße neben dem Telekomturm in Neustadt und lernt dort „mehr als Musik“, wie Kammerloch sagt. „Bring Musik in Dein Leben“, wirbt ein Banner vor der Bühne. Denn mit Victor Hugo denken die jungen Philharmoniker: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Wohl hakte es ganz vereinzelt bei den musikalischen Darbietungen, aber das konnte nur Lampenfieber gewesen sein. Die Hip-Hop-Gruppe hat mit ihrer Aufführung ein Beispiel ihrer Tanzkunst gezeigt: temporeich, mit anspruchsvoller Choreographie und großen Talenten der rhythmischen Bewegung. Die Künstlerin Vlada Hauser hatte eine kleine Knetwerkstatt aufgebaut und eine Staffelei. Auf dieser entstand ein Bild für Maikammer, an dem am Sonntagnachmittag viele kleine Künstler mitwirkten. (stgi)