Kreis Südliche Weinstraße Keri ... verzweifelt gesucht
Seit dem 1. Januar ist Keri verschwunden. Ein Silvesterböller hat die Podenco-Hündin beim Spaziergang in den Weinbergen bei Bad Bergzabern erschreckt. In Panik ist sie davongerannt. Seither hat ihre Besitzerin Angelika Wagner alle nur denkbaren Hebel in Bewegung gesetzt, um Keri wiederzufinden. Zuletzt gesehen wurde sie am 16. Juli an der B 10 zwischen Birkweiler und Albersweiler.
„Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie ich mich fühle. Keri ist ein Teil unserer Familie geworden, sie wird so sehr vermisst“, sagt Angelika Wagner aus Oberhausen. Nach jedem kleinen Hinweis auf Keri macht sich Angelika Wagner auf den Weg. Mittlerweile hat sich bei ihr schon ein bisschen Verzweiflung breit gemacht, aber ans Aufgeben verschwendet sie keinen Gedanken: „Niemals!“ In den ersten sechs Wochen ihres Verschwindens hielt sich Keri, die vier Jahre alt ist, noch in der näheren Umgebung auf. Sie wurde mehrfach gesehen. Angelika Wagner hatte Plakate aufgehängt und Anzeigen geschaltet. „Keri ist im Umgang mit Menschen sehr unsicher, sie reagiert scheu, deshalb konnte man sie in dieser Zeit nicht sichern“, erzählt sie. Podencos stammen von der iberischen Halbinsel. Sie sehen Windhunden sehr ähnlich, besitzen einen ähnlichen Körperbau. Sie sind Jagdhunde und werden in ihrer Heimat auch bevorzugt für die Jagd eingesetzt. Angelika Wagner hat Keri aus einem spanischen Tierheim. „Sie war ein Jahr alt, als sie mit ihren zwei Geschwistern einfach über den Zaun einer spanischen Auffangstation geworfen wurde“, erzählt ihre Besitzerin. Sie sei sehr verängstigt gewesen, wurde von anderen Hunden verletzt. Auch ihre ursprünglichen Besitzer dürften sie nicht gerade gut behandelt haben, vermutet Wagner. Dass sie Keri nach Deutschland holte, stieß nicht überall auf Verständnis. „Ich bin öfters beschimpft worden“, sagt sie. Es gebe auch hier genug Hunde in Tierheimen, wurde ihr vorgehalten. Seit Mitte Februar hält sich Keri im Waldgebiet bei Annweiler auf. Unzählige Flyer hat Angelika Wagner geschrieben, laminiert und in allen Dörfern, auf Wanderparkplätzen im Wald und an sonstigen Ausflugszielen verteilt. „Es ist eigentlich unmöglich, einen rot-braunen, ängstlichen Podenco in diesem unübersichtlichen Waldgebiet alleine zu suchen und zu finden“, sagt sie. Es wurden mehrere Futterstellen mit Wildkameras eingerichtet. Die Futterstellen hat Keri aber nicht angenommen. Mehrere Nächte verbrachte Wagner im Wald. Auch Hundeerzieher und Verhaltensberater Frank Weißkirchen aus Breitscheid bei Neuwied, der mit seinem Suchhund entlaufene Hunde aufspürt, hat Angelika Wagner eingeschaltet. „Er war knapp davor, Keri einzufangen, doch dann ist sie wieder weggelaufen“, berichtet Wagner. Mehrfach hatten andere Hundebesitzer Kontakt zu Keri. Einmal war sie in einen Unfall verwickelt. Bei Wernersberg hat sie ein Reh gejagt. Das Reh lief in ein Auto. Keri blieb bei dem verletzten Reh stehen, der Autofahrer hat nach Keri getreten und sie dabei verletzt. „Sie hat sich davon offensichtlich wieder erholt, nachdem sie einige Zeit gehumpelt hat“, erzählt Wagner. Keri dürfte sich von Mäusen und Hasen, aber auch von Pferdeäpfeln oder Müll ernähren. „Sie ist sicherlich abgemagert“, meint Wagner. Alle Jagdpächter hat sie informiert, doch der entscheidende Hinweis fehlt bisher. „Ich brauche dringend die Hilfe der Öffentlichkeit, damit Keri wieder nach Hause kommt. Sie hat in ihrem Leben noch nicht viel Liebe erfahren dürfen. Wir möchten Keri wieder Sicherheit und Geborgenheit geben“, lautet der eindringliche Appell von Angelika Wagner. Info Wer Keri gesehen hat, soll sich bitte bei Angelika Wagner unter Telefon 06343 931349 oder 0151 20505743 melden. |jpa