Kreis Südliche Weinstraße Keine Visitenkarte der Kurstadt

Placeholder-Image

Größer können die Gegensätze kaum sein. Ein Teil des Kurparks in Bad Bergzabern ist propper, Sommerflor und Stauden blühen in den schönsten Farben um die Wette. Doch keine 20 Meter weiter schaut es mehr als bescheiden aus.

Das ausgerechnet vor dem Freisitz des Culinariums, wo täglich Hunderte von Gästen auf Löwenzahn und kargwüchsige, mit Mehltau behaftete Rosen schauen müssen. Das ganze Eck ist verwildert und mit Unkraut bestanden. Diesen Eindruck nehmen die Gäste mit nach Hause. Dabei ist das Problem nicht neu. Schon vor Jahren monierte die SPD-Fraktion im Stadtrat den ungepflegten Zustand des Kurparks genau an dieser Ecke. Seither hat sich allerdings nicht wirklich etwas getan. Damals forderte die SPD mehr Personal für das Stadtgartenamt ein: „Mehr Manpower“, so Fraktionschef Hans-Peter Geiger einst. Doch seine Fraktion konnte sich damals nicht gegen die CDU-Mehrheit durchsetzen. Geschehen ist genau das Gegenteil. Das Gartenamt mit rund zehn Mitarbeitern ist mittlerweile auf sich alleine gestellt, um die ganzen Grünanlagen der Stadt zu bearbeiten. Bis vor gut fünf Jahren war beispielsweise noch eine Fremdfirma mit an Bord, die sich um den Bereich des Kurparks rund um den Schwanenweiher kümmerte. Doch es wurde weiter gespart, der Vertrag gekündigt. Gespart wird mittlerweile auch immer mehr an den Blumenrabatten entlang der Straßen in der Stadt. Die sonst so üppig mit Stauden blühenden Streifen sind fast verschwunden, einer nach dem anderen wurde mit Rasen eingesät. Auch der Kräutergarten auf der Oberen Rötzwiese ist alles andere als eine Visitenkarte der Stadt. Der neue Beigeordnete und Dezernent für das Stadtgartenamt, Gerhard Rodrian (Grüne), sieht im Gespräch mit der RHEINPFALZ ebenfalls Handlungsbedarf. Da er aber erst seit vergangener Woche im Amt ist, bittet er noch um etwas Geduld. Er müsse sich erst einmal ein Bild vom Gartenamt machen und zuerst mit den Mitarbeitern in aller Ruhe reden. Denkbar wäre durchaus, die Idee von mehr Personal wieder einzubringen. Zumindest beim Friedhof hat Rodrians Vorgänger, Rolf-Dieter Enke (SPD), noch die Weichen gestellt. Für dort sind durch interne Umstrukturierungen nicht mehr eine, sondern nun 1,5 Stellen vorgesehen. (rww)

x