Kreis Südliche Weinstraße Kein Platz für Buchen

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Eichen sollst Du weichen, Buchen sollst Du suchen. Diese alte Redensart gilt für Gewitter, aber nicht für den Edenkobener Wald. Dort sollen die Buchen weichen, damit die Eichen gedeihen können. Auf einer Fläche von rund vier Hektar.

Dazu trafen sich am Freitag der Stadtrat, der städtische Umweltausschuss und der Pfälzerwaldverein am Hilschweiher. Darunter auch die neu gewählte Hauptwegewartin des Pfälzerwald-Vereins (PWV) Tina Stöckel aus Frankenstein, die der Ortsgruppe Edenkoben des PWV angehört und als Bezirkswegewartin Vorderpfalz sich auch im Edenkobener Wald bestens auskennt. Wolfgang Wambsganß, Leiter des Forstamtes Haardt mit Sitz in Landau, und Revierleiter Jochen Edinger. informierten Rats- und Ausschussmitglieder sowie interessierte Bürger über den geplanten Hieb, der nach Weihnachten beginnen soll. Ziel sei es, die für alle Menschen notwendige Erholung durch einen gesunden Wald zu sichern, die für den Naturschutz im Edenkobener Wald so wichtigen Eichen zu erhalten und nicht zuletzt die ökonomische Bedeutung des Waldbestandes für unsere Nachfahren noch in 100 oder noch mehr Jahren zu gewährleisten. „ „Wir sprechen hier von einem sogenannten Hieb oder auch Einschlag, der im Gegensatz zu einer Rodung pflegerischen Charakter hat“, versuchte Wambsganß zu verdeutlichen, dass es bei dieser Aktion nicht um eine Rohdung gehe. Im nun avisierten Bereich verlaufend abwärts von der Straße in Richtung Forsthaus Heldenstein, oberhalb der Villa Medica bis hin zum Hilschweiher, würden auf einer Fläche von rund vier Hektar Einschläge vorgenommen. „Uns ist es sehr wichtig, dass die Öffentlichkeit schon im Vorfeld weiß was wir hier vorhaben. In der Vergangenheit gab es doch oft Zwistigkeiten, wenn Damen und Herren bei ihrem Wochenendspaziergang vor nahezu völlig abgeholzten Waldbereichen standen. Das wollen wir diesmal unter anderem mit diesem Waldbegang vermeiden. Stadtbürgermeister Werner Kastner (FWG) hob hervor, dass die notwendigen Maßnahmen, im Gegensatz zu Abholzungen zum Beispiel in der Nähe von Johanniskreuz, nicht vordergründig der Holzgewinnung dienen, sondern in erster Linie durchforstet werden muss, um für Nachhaltigkeit zu sorgen. Die abgeholzten Bäume würden ausschließlich mit Seilen aus dem Wald gezogen, sodass der Einsatz von Maschinen direkt auf dem Waldboden entfällt und sich somit keine zusätzlichen Zerstörungen der Natur ergeben. „Man muss sich das so vorstellen, dass im Laufe von zehn bis fünfzehn Jahren ungefähr ein Viertel des Baumbestandes entnommen wird. Hierbei handelt es sich mit Masse um ältere Bäume durch deren Abholzung die Stabilität des vorhandenen Baumbestandes gesichert wird. Es werden vor allem sogenannte zwischenständige und absterbende Bäume entfernt. Hier nun werden 30 Prozent des Baumbestandes herausgeholt, was auf den ersten Blick recht viel erscheint“, erklärte Jochen Edinger. „Im nun zu bearbeitenden Bereich haben wir aber schon eine Besonderheit. Ich darf sagen, dass hier in den letzten 40 Jahren keine Axt und keine Säge mehr im Einsatz war. Was zunächst recht schön klingt hat, aber auch seine Nachteile“ ergänzte Wolfgang Wambsganß. Durch die eng stehenden Bäume fehle für manche Baumarten das nötige Licht. Dies gilt hier besonders für Eichen, die von deutlich schneller wachsenden Buchen übertrumpft werden. So trocknen die Eichen aus und verdorren schließlich total. Deshalb wollen die Verantwortlichen dafür sorgen dass der Eichenbestand sich erholt und für die nächsten 100 bis 200 Jahre gesichert bleibt. „Die Buchen haben die Vorherrschaft im Wald übernommen. Diese sind durch natürliche Einflüsse und Besamung von ganz alleine entstanden, sie können aber auch durchaus einmal gezielt angepflanzt worden sein, dies lässt aber heute nicht mehr wirklich feststellen. Auch die Einwände, wonach durch die Arbeiten der Wald dann aussehe „wie Sau“, nahmen die Waldspezialisten auf. „Das ist natürlich nicht zu widerlegen. Es dauere eben bis zu drei Jahren, bis sich der Wald wieder erhole. (lam)

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