Kreis Südliche Weinstraße
Kapellen-Drusweiler: Scuzzlebutt und Schorlepunx-Festival am Wochenende
Die Südpfalz rockt wieder. Am Freitag und Samstag gibt der Keschdebusch in Kapellen-Drusweiler die Bühne für das Scuzzlebutt und Schorlepunx-Festival ab. Dabei ist morgen um 22 Uhr auch die Punkband Stressfaktor aus Landau, die bis vor Kurzem noch über eine Auflösung nachdachte. Lead-Sänger Markus Heim mag es, auf kleinen Festivals zu spielen. Das Proben fällt der Band schwer.
Seit über zwei Jahrzehnten rockt Stressfaktor schon die Bühnen Deutschlands. Trotz vieler Auftritte in Städten wie Berlin oder München spielen sie am liebsten in kleinen Orten wie Kapellen-Drusweiler. Zumindest wenn es nach Sänger Markus Heim geht: „Ob zehn oder hundert Besucher da sind, jedes Konzert macht gleich Spaß. Wobei wir in kleineren Städten lieber spielen. Da gibt es nicht so viel drumherum, und die Leute sind noch nicht gesättigt.“
Obwohl sie für den Auftritt beim Scuzzlebutt keine Gage bekommen, mussten die Jungs bei der Zusage nicht lange überlegen. „Es gibt kaum jemanden, der ein unkommerzielles Festival organisiert und sich dabei so viel Mühe gibt. Da sind wir einfach gerne dabei“, sagt Heim. Die Veranstalter des Festivals verlangen keinen Eintritt. Stressfaktor spielt zum dritten Mal dort. Heim erinnert sich: „Ich habe mir dort mal den Mittelfuß gebrochen. Im Eifer des Gefechts passiert das schon mal.“
Der Verein Scuzzlebutt veranstaltet seit 2005 immer wieder Konzerte und Festivals in der Südpfalz mit jungen Rock- und Pop-Künstlern. Am Wochenende sind unter anderem Künstler wie Slaughterra und Arkuum dabei. Diese sind im Modern Metal und im Post Black Metal zu Hause.
Auf ein Musikgenre will sich Stressfaktor nicht festlegen. „Wir haben klassisch mit Deutsch-Punk angefangen. Über die Jahre hatten wir aber so viele verschiedene Leute in der Band, die alle neue Einflüsse hineingebracht haben, dass wir uns da nicht festlegen wollen“, sagt Heim. Auch Musikrichtungen wie Metal oder Hardcore haben sich in den Sound der Band gemischt.
Heim ist das letzte verbliebene Gründungsmitglied der Band, die 1997 mit vier Landauern entstand. Zu dem Zeitpunkt konnte keines der Mitglieder ein Instrument spielen. „Das ist die typische Punkrock-Herangehensweise. Irgendjemand zeigt dir einen Gitarrenakkord und einen Schlagzeugbeat. Wir hatten von Noten und Harmonie keine Ahnung. Mit der Zeit wurde es dann hörbarer“, sagt der Frontmann.
Über die Jahre wechselte die Besetzung von Stressfaktor immer wieder. Und Heim hat jeden seiner ehemaligen Mitstreiter positiv in Erinnerung. „Nicht alle halten so lange durch. Sei es Beruf, Familie oder andere Gründe, wir waren keinem, der die Band verlassen hat, böse und haben immer jemanden gefunden, der sich uns anschließt“, sagt Heim. „Die Band ist wie eine Familie geworden.“
Die ständigen Wechsel brachten die Mitglieder aber auch vor Schwierigkeiten. Im Sommer 2017 löste sie sich zunächst auf. Im Winter des selben Jahres startete sie mit neuen Mitgliedern und alten Rückkehrern den Neuanfang. „Wir waren damals fast am Ende. Uns hat einfach die Kraft gefehlt. Stefan kam dann zurück, Salvatore neu dazu. Sie haben uns neuen Aufschwung gegeben“, sagt Heim.
Die aktuelle Besetzung kommt aus verschiedenen Orten: Schlagzeuger Stefan Niedermeier aus Frankenthal, Lead-Gitarrist Salvatore Calleri aus Frankfurt, der zweite Gitarrist Martin Schwarz aus Bad Bergzabern, Bassist und Sänger Christian Marx und Sänger Markus Heim sind Landauer. Das macht das Proben im Herxheimer Jugendzentrum schwierig. „Einige haben Kinder, ich arbeite meist viel abends und am Wochenende. Es ist oft zäh“, sagt Heim. Der Frontsänger ist seit sechs Jahren einer von zwei Betreibern der Landauer Kneipe Marock.
Die Band hat kein Musiklabel. Sie produziert, presst und vertreibt ihre Aufnahmen selbst. Aufgrund der zeitlichen Einschränkung produziert die Band aktuell keine neuen Stücke. Heim: „Wir haben viele Ideen für neue Songs. Wann und ob wir diese aufnehmen, können wir aber nicht sagen.“ Beim Scuzzlebutt-Festival spielen sie deshalb wohl altbekannte Lieder wie „Hochleistungsgesellschaft“, „Trau Dich“ und „Captivus“.
Das Scuzzlebutt und Schorlepunx Festival
Freitag 19. Juli
18.30 Uhr Impartial (Atmospheric Rock)
19.40 Uhr Schlecht aber Laut (Punk)
20.50 Uhr Sickboyz (Punkrock/Hardcore Punk)
22 Uhr Stressfaktor (Punk)
23.10 Uhr Slaughterra (Modern Metal)
Samstag 20. Juli
Ab 15 Uhr Frühschobbe, Flunkyball Turnier, Bieryoga
17.20 Uhr Torpëdo (Speed Metal)
18.30 Uhr Überdosis Grau (Punk)
19.40 Uhr Debt Mountain (Alternative/Stoner Rock)
20.50 Uhr Scheissediebullen (Punk)
22 Uhr Das Napalm Duo & Die Wildlecker (Schorlerock)
23.10 Uhr Arkuum (Post Black Metal)