Lug RHEINPFALZ Plus Artikel Kann sich die Gemeinde die Kita und deren geplante Erweiterung leisten?

Die Kita in Lug könnte durch einen Anbau erweitert werden, wofür das leerstehende Pfarrheim links hinten abgerissen werden könnt
Die Kita in Lug könnte durch einen Anbau erweitert werden, wofür das leerstehende Pfarrheim links hinten abgerissen werden könnte.

Seit rund 50 Jahren wird die Kita in Lug von der katholischen Kirche betrieben. Nun aber legt das Bistum die Trägerschaft nieder. Die Ortsgemeinde will trotz knapper Kasse einspringen. Ist das sinnvoll?

Die Kita der Pfarrgemeinde Lug war bisher Bestandteil in der Betriebsträgerschaft der Pfarrgemeinden Hauenstein-Lug-Schwanheim. Ab April scheidet sie aus der Gemeinschaft aus. Deren Betriebsträgerschaft übernimmt dann die Ortsgemeinde. Festgelegt wurde der Ausstieg vom kirchlichen Verwaltungsrat durch einen Vertrag zwischen den Pfarrgemeinden und Ortsbürgermeister Hermann Rippberger als Vertreter der Ortsgemeinde. Das Bistum hatte sich damit einverstanden erklärt, Grundstück und Gebäude zu einem Symbolpreis abzutreten. Die notarielle Unterzeichnung des Vertrags soll demnächst stattfinden.

Mehr und mehr mache sich im Bistum Speyer eine Tendenz bemerkbar, kleine kirchliche Einrichtungen abzustoßen, vermutet Rippberger. Offenbar spielen dabei die gestiegenen Kosten eine entscheidende Rolle. Als deren Folge könnte es auch in Lug keine Kita mehr geben. Die bisher im Dorf untergebrachten Kinder müssten wohl mit dem Bus nach Hauenstein gefahren werden. Das aber will Rippberger auf jeden Fall verhindern.

„Bauplätze vorrangig für junge Familien“

Mit aller Entschiedenheit setzt sich der Ortsbürgermeister dafür ein, dass der Kindergarten im Ort bleibt. „Denn in der heutigen Zeit ist eine Kita für den Fortbestand einer Gemeinde ungemein wichtig“, sagt er. „Wie will man denn sonst junge Familien dazu bringen, sich im Dorf ansiedeln zu wollen und somit der Überalterung entgegenwirken?“ Die Dörfer verlören immer mehr an ihrer Infrastruktur und würden schließlich aussterben. Davon ist Rippberger überzeugt. Deshalb dringt er auch darauf, bei der Ausweisung von Baugebieten jungen Familien den Vorrang auf Bauplätze zu gewähren.

Dass die Ortsgemeinde einer erneuten finanziellen Herausforderung sich stellen muss, dessen ist sich Rippberger allerdings bewusst. Schon allein an der beschlossenen Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses habe man genug zu knabbern.

Wie die Kita erweitert werden könnte

Lugs Kindergarten liegt teilweise vom leerstehenden Pfarrheim eingegrenzt in der Dorfmitte, nahe der Kirche. Derzeit werden dort 22 Kinder aus Lug und Dimbach im Alter zwischen zwei und sechs Jahren betreut. Die verlangte Aufnahme von Kindern unter zwei Jahren ist noch nicht erfolgt, jedoch zwingend notwendig. Dann aber würde sich die Belegung verdoppeln.

Über einen kompletten Neubau ist zwar schon nachgedacht worden, aber solche Planungen hat der Gemeinderat wegen der zu erwartenden hohen Baukosten verworfen. Infrage käme also nur ein Anbau. Als Bauplatz der Erweiterung bietet sich das leere Pfarrheim an. Das alte Haus soll abgerissen und durch einen angebauten Flügel ersetzt werden. Gemeinsam mit dem Hauptbau umschließt er dann den Spielhof mit der selbst gestalteten und für Lernzwecke genutzten Gartenanlage.

Rippberger ist froh darüber, dass der Gemeinderat zu ihm steht und seine Pläne favorisiert. „Wir wollen, dass alles ohne Kredite über die Bühne geht“, sagt er. „Das ist auch machbar.“ Rippberger hofft auf Zuschüsse, welche der Landkreis signalisiert habe. Es gebe mit einem Architekturbüro schon eine Grobplanung. Über Detailfragen will Rippberger das Landesjugendamt mit einschalten.

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