Kreis Südliche Weinstraße Kaltes, klares Wasser
Dass ein Wasserverbund für die beiden Wilgartswieser Annexen notwendig ist, ist unumstritten. Bisher wurde Hofstätten mit Trinkwasser von der Quelle Mosistal versorgt. Die aber ist –wahrscheinlich durch Rückstände von der ehemaligen Militärstation „Langerkopf“ – belastet. Das Wasser muss mit einer Aktivkohleanlage gefiltert werden. Verschärft wird die Problematik durch unzureichende Quellschüttungen. Zeitweise liege, so wurde im Werksausschuss der Verbandsgemeinde Hauenstein berichtet, die Schüttung unter dem Trinkwasserbedarf in Hofstätten. Problematisch sind auch die Länge und das Alter der Zuleitung vom Mosistal nach Hofstätten. Um die Situation langfristig auf eine sichere Grundlage zu stellen, wird nun nach Überprüfung verschiedener Varianten ein Wasserverbund realisiert. Hofstätten soll künftig mit Wasser aus der Quelle Wüstmühle am Hermersbergerhof versorgt werden. Dazu hat das Planungsbüro CP-Ingenieure aus Spiessen-Elversberg im Saarland ein umfangreiches Paket geschnürt, das die Ingenieure Roland Desgranges und Rainer Kleindem im Ausschuss vorstellten. Zunächst: An der Quelle Wüstmühle, die einwandfreies Rohwasser liefere, wird eine neue Aufbereitungsanlage errichtet. Betriebsgebäude und technische Ausstattung sind laut Ingenieuren mit 920.000 Euro veranschlagt. Damit das gewonnene Wasser nicht nur in Hermersbergerhof zur Verfügung steht, sondern auch noch Richtung Hofstätten transportiert werden kann, müssen über acht Kilometer Leitungen verlegt werden. Dafür seien umfangreiche Voruntersuchungen, auch durch Geologen und Landschaftsplaner, vorgenommen worden. Leitungen auf einer Länge von 6,1 Kilometern sollen in offener Bauweise, auf 1,9 Kilometern in geschlossener Bauweise verlegt werden. Die Arbeiten sollen so organisiert werden, dass „möglichst wenige Sperrungen notwendig“ werden. Für den Leitungsbau rechnen die Planer mit Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Die Trasse folgt zunächst der Verbindungsstraße von Hermersbergerhof zur L 496 (Leimen-Johanniskreuz), um nach dem „Holländerklotz“ in den Wald abzubiegen und weitgehend dem breiten Wanderweg Richtung Hofstätten zu folgen. Dabei quert sie auch den Stadtwald Annweiler, weswegen noch Gespräche zu führen seien, so Werkleiter Helge Schneider. Er erwähnte auch, dass die Verlegung der Leitungen mit der bereits projektierten Verlegung der Breitbandkabel der Telekom koordiniert werden könnte, was eine Aufteilung der Kosten möglich mache, eventuell aber auch eine Veränderung des Zeitplans mit sich bringe. Parallele Arbeiten wären eine „Win-Win-Situation für beide Seiten“, kommentierte Bürgermeister Werner Kölsch (parteilos). Das Projekt enthält auch die bauliche Sanierung des östlich der Wohnbebauung gelegenen Wasserhochbehälters Hermersbergerhof, die mit rund 110.000 Euro veranschlagt ist. In Hofstätten wird ein neuer Hochbehälter oberhalb des Wochenendgebiets als Systembau errichtet. Er entsteht an einem etwas höher gelegenen Standort als der bisherige Hochbehälter, um die Drucksituation zu verbessern. Hier rechnet man mit Kosten von rund 340.000 Euro. Schneider geht davon aus, dass Ende November der Genehmigungsantrag an die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd herausgehen kann. Wie lange die Genehmigungsphase dauern wird, sei offen. Unmittelbar danach soll ausgeschrieben werden. Frühestens im Frühjahr 2019 könne man beginnen, wobei noch „einige Fragezeichen“ – unter anderem die Absprache mit der Telekom - zu berücksichtigen seien. Mit einer Fertigstellung sei 2020 zu rechnen.