Offenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Jugendarbeit nun auf zwei Stockwerken

Ein echter Klassiker in Jugendzentren: der Billardtisch.
Ein echter Klassiker in Jugendzentren: der Billardtisch.

Ein ganzes Haus, in dem sich Kinder und Jugendliche entfalten können – die Jugendpflegerinnen in Offenbach freuen sich. Am 4. Mai wird das neue Jugendzentrum offiziell eingeweiht. Was die Verbandsgemeinde dem Nachwuchs zu bieten hat.

Ein Tischkicker, ein Billardtisch, und sogar ein Fernseher mit einer Spielkonsole gehören zur Ausstattung des Jugendzentrums in Offenbach, das in Kürze eingeweiht wird.

Die beiden Jugendpflegerinnen der Verbandsgemeinde sind hochzufrieden mit ihrer neuen Wirkungsstätte in der Obergasse 31. Dadurch ergeben sich viel mehr Möglichkeiten, um die mehr als 1300 Mädchen und Jungen anzusprechen, die in der Verbandsgemeinde leben und für die sie da sein möchten. Da ist zum einen Kaja Lindenthal. Die Herxheimerin ist seit Oktober vergangenen Jahres mit einer halben Stelle als Jugendpflegerin in Offenbach tätig. „Die Kinder haben jetzt mehr Platz, hängen nicht mehr so aufeinander“, sagt ihre Kollegin Kathrin Tempel, die bereits seit 2018 in der Verbandsgemeinde aktiv ist und ganz andere Bedingungen kennt. Als sie in Offenbach aufschlug, mangelte es im Ort an einem Raum, wo sich der Nachwuchs treffen kann. Später wurde ein Raum im Ernst-Gutting-Haus mitgenutzt, was aber nicht als Dauerlösung gedacht war. Dass ihnen jetzt ein ganzes Gebäude zur Verfügung steht, sei optimal. Das Büro im Haus stelle eine große Verbesserung dar.

Die Kosten liegen deutlich unter einer Million

Ein solches Jugendzentrum auf die Beine zu stellen, sei 25 Jahre lang der Traum des letzten Jugendpflegers gewesen, berichtet Marietta Heid-Gensheimer, Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Offenbach. Dieser Wunsch wurde erfüllt, indem die Gemeinde das Alte Pfarrhaus übernahm und innerhalb eines Dreivierteljahrs umbaute. Zuvor diente es als Unterkunft für Geflüchtete.

Schon Mitte Februar habe der Umzug auf das 870 Quadratmeter große Gelände stattgefunden. Am 4. Mai, 11 Uhr, folgt die offizielle Einweihungsfeier. Im Anschluss lädt die Jugendpflege ab 12 Uhr zum Tag der offenen Tür ein, damit sich Interessierte selbst ein Bild vom neuen Domizil der 10- bis 21-Jährigen machen können, für die keine Kosten und Mühen gescheut wurden. Nach Angaben von Heid-Gensheimer wurden circa 700.000 Euro in das Projekt investiert, davon seien knapp 200.000 Euro Zuschüsse, die die Kommune dafür erhalten hat.

Wünsche der Kinder berücksichtigt

Weder Tempel noch Lindenthal sind Neulinge in der Jugendpflege. Beide waren zuvor schon in anderen Dörfern engagiert: Tempel nach einem Studium der Sozialpädagogik, Lindenthal nach einer Ausbildung zur Erzieherin und Tätigkeiten in der Suchtpflege. Langfristiges Ziel der Jugendpflege sei, Kinder und Jugendliche zu selbstverantwortlichen Erwachsenen zu erziehen. Wer im Jugendzentrum aufschlage, solle stets das Gefühl haben, angenommen zu werden, erklärt Lindenthal. Damit das gelingt, sollen die Jugendlichen sich Gehör verschaffen können. Dafür soll es im Jugendzentrum ein Schwarzes Brett oder gar ein Jugendparlament geben.

Die Kinder und Jugendlichen haben ihre Wünsche und Ideen zum Jugendtreff nennen können, die bei der Planung und Einrichtung des Anwesens berücksichtigt wurden. Details wie der Einbau einer Küchentheke oder die Entscheidung für einen großen Fernseher statt einer Leinwand im Spielkonsolenzimmer wurden auf Wunsch der Kinder umgesetzt.

Die Einrichtung der zwei Stockwerke ist weit fortgeschritten. Nun wolle man „erstmal ankommen“ und nach und nach neue Zielgruppen ansprechen, sagt Lindenthal. Geöffnet sei das Jugendzentrum aktuell an drei Nachmittagen in der Woche.

Barrierefrei ist das Alte Pfarrhaus dabei nicht ganz – zumindest das Erdgeschoss ist allerdings so konzipiert. Dafür fehlt bisher noch ein Aufzug an der Treppe zur Eingangstür. Der könne hoffentlich noch vor der Einweihung installiert werden.

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